20. March 2019

SI Module GmbH stellt Produktion ende März ein

Nach dem endgültigen aus bei Solarworld, schliesst ein weiteres Unternehmen aus der deutschen Solarindustrie seine Tore für immer: Die SI Module GmbH hört auf


Die SI-Module GmbH in Freiburg war bekannt für besonders hochwertigen Module mit einer langen Lebensdauer und erstklassiger Verarbeitung. Hierbei setzte man nicht nur auf die deutsche Fertigung, sondern auch auf die Verwendung von Europäischen Materialien zur Produktion:

„Konsequente Qualität zahlt sich aus: Mit unseren Solarmodulen aus heimischer Produktion ist der Strom vom eigenen Dach günstiger als der Strom aus dem Netz.“


Scheinbar reicht dies mittlerweile nicht mehr aus, um auf dem Markt zu bestehen: Heute wurde ein Rundschreiben herausgegeben in dem der Konzern mitteilt, dass er dem steigen Preisdruck im Markt nicht mehr standhalten könne.

„Durch den enormen Preisverfall in den letzten Monaten (...) können wir die Produktion der PV-Module in Freiburg wirtschaftlich nicht mehr darstellen."


Wir von Photovoltaik.info bedauern diesen Schritt und wünschen den Mitarbeitern und Verantwortlich bei SI-Module GmbH alles Gute für die Zukunft.


Artikel passend zu diesem Thema:

-> Billig oder teuer? Das Photovoltaik-Modul >>

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Was hälst Du von der Schliessung? Wärst Du breit für gute Qualität auch entsprechend mehr zu bezahlen?

  • Avatar be says:

    Es ist ein Elend, was in Deutschland passiert. Bei SI-Module waren Fachleute mit zum Teil 20jähriger Fach- und Branchenkenntnis engagiert.
    Es ist unglaublich, welches Wissenspotenzial hier auf die Strasse gesetzt wird. Kann sich das eine Volkswirtschaft wirklich leisten?
    Wo ist die Solar-City Freiburg???? Wo ist die EU? Wo ist der Zukunftstandort Deutschland?

    Diese Branche ist ein einziges Elend. Mit deutschen Fördergeldern wurden aussereuropäische Solarmodule gefördert. Fehler können passieren, aber Deutschland lernt nicht dazu.

    Es lebe die freie Marktwirtschaft – bis sie stirbt.

    • Patrick Patrick says:

      Hallo BE, ich sehe das genua so, ich kannte den ehemaligen Produktionsleiter persönlich und habe mit Ihm eine ganze Zeit lang gearbeitet.
      Wir konnten einiges bei uns damals lernen, das sind/waren alles TOP Leute und die Module waren hervorragend!
      Leider kaufen 90% aller Kunden aber die günstigen Module aus Asien, es ist also nicht nur die EU, sondern einfach die Kunden, die lieber das günstige Material kaufen anstatt auf Qualität zu setzen.
      Zu dem Thema hatte ich auch schon einige Artikel geschrieben, dass jeder – wenn es um sein eigenes Geld geht – fasst immer genau so handelt wie die ungeliebten internationalen Manager (die wegen 2% Rendite die Arbeit nach Asien auslagern).

      • Avatar be says:

        Hallo Patrick
        Da haben wir Gemeinsamkeiten. Auch ich habe mit dem ehemaligen Produktionsleiter und mindestens einer weiteren Person von SI schon zusammengearbeitet.
        Danke für die Präzisierung: Ja, es sind auch die Kunden, aber auch die teilweise verkaufschwachen Installateure, denen es egal ist, was sie verkaufen und wie sie die Solaranlage auf das Dach montieren. Auch das Befestigungssystem muss immer das billigste sein.
        Mit entsprechenden Argumenten lassen sich zumindest die meisten Privatkunden davon überzeugen, etwas mehr für heimische Produkte zu bezahlen. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert, ich zweifle aber, dass das versucht wird.
        Ich wüsste gerne, wieviel Prozent der Dächer des Breisgaus und der Ortenau mit aussereuropäischen Solarmodulen bestückt sind und welchen Marktanteil SI bzw. Solar-Fabrik in der Region haben.
        Ein funktionierendes Standortmarketing könnte für einheimische Produkte werben und nicht häufig ins ferne asiatische Ausland reisen und dann stolz sein, dort neue Geschäftskontakte geknüpft zu haben.

        • Patrick Patrick says:

          Ich sehe das absolut genau so: mehr Mut heimische Produkte (oder zumindest Qualitätsprodukte) zu vertreiben und nicht immer auf billig gehen…

  • Avatar diho says:

    Da wird einerseits vom Staat und Entrepreneurs viel Geld und ander Ressourcen in der Hochschullandschaft zur Verfügung gestellt um Startups zu ermöglichen, aber wenn mal eine Firma, die sehr Nützliches in hoher Qualität mit geringen Transportwegen wegen den anständigen Löhnen, die notabene einheimische Steuern generieren – Mühe hat, meldet sich kein “Hilfestartup um eine sauber Nachfolge rechtzeitig zu organsieren, das ist ein Armutszeugnis für ein hoch entwickeltes Land im Jahr 2019. Aber vielelicht hat ja jemand oder eine Gruppe inkl. Crowdfunding Lust sich da zu betätigen?

    • Patrick Patrick says:

      Danke für Deine Meinung, auch der kann ich voll zustimmen. Es geht sogar weiter, heute hat SMA seine Zahlen veröffentlicht: Hohe Verluste bei SMA

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