MaStR: Welche Daten Ihrer PV-Anlage sind öffentlich sichtbar?

Viele Betreiber von Photovoltaikanlagen fragen sich nach der Registrierung, welche ihrer Daten öffentlich zugänglich sind. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister (MaStR) ist eine gesetzliche Pflicht, doch die Sorge um den Datenschutz ist verständlich. Dieser Beitrag erklärt Ihnen, welche Informationen einsehbar sind, warum diese Transparenz wichtig ist und wie Sie den Eintrag Ihrer Anlage selbst überprüfen können.

Was ist das Marktstammdatenregister (MaStR)?

Das Marktstammdatenregister, kurz MaStR, ist das offizielle und zentrale Verzeichnis für alle Akteure und Anlagen im deutschen Strom- und Gasmarkt. Es wird von der Bundesnetzagentur (BNetzA) geführt und dient als umfassende Datengrundlage für die Energiewende. Die Registrierung ist für alle netzgekoppelten Stromerzeugungseinheiten – von großen Kraftwerken bis hin zu privaten PV-Anlagen und Balkonkraftwerken – gesetzlich vorgeschrieben.

Hauptzweck des Registers ist es, eine verlässliche Übersicht über die installierten Kapazitäten zu schaffen. Diese Daten sind für verschiedene Akteure entscheidend: Netzbetreiber nutzen sie zur Planung der Netzstabilität, die Politik zur Steuerung der Energiewende und die Wissenschaft zur Analyse von Entwicklungen. Ohne eine korrekte Anmeldung im Marktstammdatenregister riskieren Betreiber den Verlust ihrer Einspeisevergütung.

Öffentlich vs. Privat: Diese Daten sind einsehbar

Die wichtigste Nachricht vorweg: Ihre persönlichen Daten sind geschützt. Das MaStR unterscheidet strikt zwischen den Daten des Anlagenbetreibers und den technischen Daten der Anlage selbst.

Öffentlich sichtbare Anlagendaten

Die folgenden Informationen sind im öffentlichen Teil des Registers für jeden einsehbar. Sie beziehen sich ausschließlich auf die Technik und den groben Standort der Anlage:

  • Bruttoleistung: Die Nennleistung Ihrer Anlage in Kilowattpeak (kWp).
  • Technologie: Die Art der Energieerzeugung, also Photovoltaik.
  • Inbetriebnahmedatum: Der Tag, an dem die Anlage erstmals Strom erzeugt hat.
  • Standort: Lediglich die Postleitzahl und der Ort, niemals die genaue Straße oder Hausnummer.
  • Spannungsebene: Die Netzebene, in die eingespeist wird (üblicherweise Niederspannung).

Stellen Sie es sich wie ein technisches Verzeichnis für Kraftwerke vor. Die Transparenz über diese anonymisierten Anlagendaten hilft beispielsweise, die regionale Verteilung erneuerbarer Energien zu visualisieren.

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Geschützte persönliche Daten

Ihre privaten Informationen als Betreiber der Anlage sind nicht öffentlich einsehbar. Dazu gehören:

  • Ihr vollständiger Name
  • Ihre genaue Anschrift (Straße und Hausnummer)
  • Ihre Kontaktdaten (Telefonnummer, E-Mail-Adresse)
  • Ihre Bankverbindung

Diese Daten sind nur für berechtigte Akteure wie die Bundesnetzagentur und Ihren Netzbetreiber zugänglich, um administrative Prozesse wie die Auszahlung der Einspeisevergütung abzuwickeln.

So prüfen Sie den öffentlichen Eintrag Ihrer PV-Anlage

Sie können jederzeit selbst kontrollieren, welche Informationen zu Ihrer Anlage im öffentlichen Register erscheinen. Die Bundesnetzagentur stellt dafür eine benutzerfreundliche Suchmaske zur Verfügung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Überprüfung:

  1. Besuchen Sie die Seite des MaStR: Öffnen Sie die Webseite www.marktstammdatenregister.de.
  2. Navigieren Sie zur öffentlichen Ansicht: Wählen Sie den Bereich für die öffentliche Dateneinsicht oder die Anlagensuche.
  3. Nutzen Sie die Filter: Sie können die Suche mithilfe verschiedener Kriterien eingrenzen. Am einfachsten ist die Suche über Ihre Postleitzahl und die Leistung Ihrer Anlage.
  4. Prüfen Sie das Ergebnis: Suchen Sie in der Ergebnisliste nach einem Eintrag, der den technischen Daten Ihrer Anlage entspricht.

Praxisbeispiel: Ein Anlagenbetreiber aus einem Ort mit der Postleitzahl 80331 möchte seinen Eintrag prüfen. Seine Anlage hat eine Leistung von 8 kWp. Er gibt im Filter die Postleitzahl „80331“ ein und grenzt die Leistung auf einen Bereich von z. B. 7 bis 9 kWp ein. In der Ergebnisliste kann er nun den Eintrag seiner Anlage identifizieren und die angezeigten Daten auf Korrektheit prüfen. Sollten Sie einen Fehler entdecken, können Sie sich in Ihr MaStR-Benutzerkonto einloggen und die Daten korrigieren.

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Warum ist diese Transparenz notwendig?

Die Veröffentlichung der anonymisierten Anlagendaten erfüllt mehrere wichtige Funktionen. Zum einen schafft sie Vertrauen und eine solide Datengrundlage für die Planung der Energieinfrastruktur. Netzbetreiber können so besser abschätzen, wo Netzkapazitäten ausgebaut werden müssen.

Zum anderen fördert sie die Marktforschung und hilft, den Fortschritt der Energiewende sichtbar zu machen. Die stetig wachsende Zahl registrierter Anlagen, teilweise auch bedingt durch die Photovoltaik-Pflicht in einigen Bundesländern, wird so transparent dokumentiert. Zudem ist die öffentliche Übersicht auch für potenzielle Immobilienkäufer nützlich, da sie so die Existenz und die Eckdaten einer PV-Anlage auf einem Gebäude prüfen können.

Häufige Fragen zum öffentlichen MaStR-Eintrag

Kann mein Nachbar meine genaue Adresse im MaStR finden?

Nein, das ist nicht möglich. Im öffentlichen Register werden nur Postleitzahl und Ort angezeigt, niemals die Straße und Hausnummer des Anlagenstandorts. Ihre Privatsphäre ist somit geschützt.

Sind auch Balkonkraftwerke öffentlich sichtbar?

Ja, auch Balkonkraftwerke (Mini-PV-Anlagen) müssen im MaStR registriert werden. Ihre technischen Daten wie Leistung und grober Standort sind ebenfalls im öffentlichen Teil einsehbar, während die persönlichen Daten des Betreibers geschützt bleiben.

Was passiert, wenn ich meine Anlage nicht registriere?

Die Registrierung ist eine gesetzliche Pflicht. Eine fehlende oder fehlerhafte Registrierung kann zum Verlust des Anspruchs auf die EEG-Einspeisevergütung führen. Zudem können Bußgelder verhängt werden.

Muss ich auch meinen Batteriespeicher eintragen?

Ja, auch Stromspeicher müssen als eigene Einheit im Marktstammdatenregister registriert werden. Die öffentlich sichtbaren Daten beschränken sich hier ebenfalls auf technische Merkmale wie die Speicherkapazität.

Fazit: Transparenz mit klaren Grenzen für den Datenschutz

Das Marktstammdatenregister schafft eine notwendige Transparenz für die Energiewende, ohne den Datenschutz der Anlagenbetreiber zu vernachlässigen. Die Trennung zwischen öffentlichen Anlagendaten und geschützten persönlichen Daten ist klar geregelt. Als Betreiber können Sie sicher sein, dass Ihre privaten Informationen vertraulich behandelt werden. Die Korrektheit Ihres öffentlichen Eintrags können Sie zudem jederzeit selbst überprüfen. Mit Ihrer Registrierung leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und Planung des deutschen Stromnetzes.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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