Alte Solarmodule austauschen: Passen die neuen Module auf das alte Montagesystem?

Die Evolution der Solarmodule: Warum alte und neue Technik nicht immer zusammenpassen

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Photovoltaik-Technologie rasant entwickelt. Die Module sind nicht nur effizienter geworden, sondern auch anders konstruiert – und genau diese baulichen Veränderungen sind der Hauptgrund für Kompatibilitätsprobleme.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

  • Modulgröße: Heutige Standardmodule sind oft größer als ihre Vorgänger von vor 10 oder 15 Jahren. Hatte ein typisches Modul aus dem Jahr 2010 vielleicht 250 Wp auf einer Fläche von ca. 1,6 m², benötigt ein aktuelles Modell mit über 400 Wp bereits rund 2 m². Das kann die Anordnung auf den vorhandenen Montageschienen erschweren.

  • Rahmenhöhe: Dies ist der kritischste Punkt. Ältere Solarmodule hatten häufig eine Rahmenhöhe von 45 mm oder sogar 50 mm. Moderne Module sind deutlich schlanker konstruiert und haben oft nur noch eine Rahmenhöhe von 30 bis 35 mm. Dieser Unterschied von über einem Zentimeter ist für die Befestigung entscheidend.

Die Erfahrung aus vielen Repowering-Projekten zeigt, dass gerade die veränderte Rahmenhöhe oft übersehen wird – mit potenziell gravierenden Folgen für die Sicherheit und Langlebigkeit der gesamten Anlage.

Der Kompatibilitäts-Check: Worauf Sie bei Schienen und Klemmen achten müssen

Bevor Sie neue Module bestellen, ist eine genaue Prüfung des bestehenden Montagesystems unerlässlich. Die beiden zentralen Komponenten sind die Montageschienen und die Modulklemmen.

Montageschienen: Das Fundament Ihrer Anlage

Die auf dem Dach montierten Aluminiumschienen tragen die gesamte Last der Solarmodule. Prüfen Sie dabei zwei entscheidende Aspekte:

  1. Statik und Anordnung: Sind die Schienen für die potenziell größeren Abmessungen der neuen Module ausgelegt? Die Befestigungspunkte am Modulrahmen sind vom Hersteller vorgegeben. Stellen Sie sicher, dass diese Klemmbereiche genau über den Montageschienen liegen. Eine Montage außerhalb dieser Zonen kann den Modulrahmen beschädigen und führt zum Garantieverlust.

  2. Materialzustand: Prüfen Sie den Zustand der Schienen und Dachhaken. Nach 15 bis 20 Jahren unter Witterungseinfluss sollten Sie alle Komponenten auf Korrosion oder Materialermüdung untersuchen. In den meisten Fällen sind hochwertige Aluminiumsysteme aber auch nach dieser Zeit noch in einem einwandfreien Zustand.

Ein typisches Szenario: Ein Vierpersonenhaushalt möchte seine 5-kWp-Anlage aus 20 Einzelmodulen (je 250 Wp) modernisieren. Neue Module mit je 420 Wp sind breiter und länger. Hierbei gilt es zu prüfen, ob die alten Schienen lang genug sind und die neuen Module ohne Überstand an den Enden montiert werden können.

Ihre Photovoltaikanlage leistet seit 15 Jahren treue Dienste, doch die Technik hat sich seither rasant weiterentwickelt.

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Modulklemmen: Das entscheidende Detail für den sicheren Halt

Modulklemmen sind die kleinen, aber entscheidenden Bauteile, die Ihre Solarmodule auf den Schienen fixieren. Man unterscheidet zwischen Mittelklemmen (zwischen zwei Modulen) und Endklemmen (am Rand des Modulfeldes). Ihre Aufgabe ist es, den Modulrahmen fest und sicher auf die Schiene zu pressen.

Genau hier entsteht durch die unterschiedlichen Rahmenhöhen das größte Problem: Eine Modulklemme, die für einen 50-mm-Rahmen konstruiert wurde, kann einen modernen 30-mm-Rahmen nicht sicher fixieren. Der Abstand ist zu groß, die Klemme greift nicht oder übt nicht den nötigen Druck aus.

Die Folgen einer inkompatiblen Klemme sind gravierend:

  • Unsicherer Halt: Die Module können bei starkem Wind oder Schneelast verrutschen oder sich im schlimmsten Fall sogar vom Dach lösen.

  • Mechanische Spannung: Eine unpassende Klemme kann punktuellen Druck auf das Glas oder den Rahmen ausüben und zu Mikrorissen in den Zellen führen.

  • Undichtigkeiten: Lockere Module können die Stabilität des gesamten Systems beeinträchtigen und langfristig zu Schäden führen.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen muss nicht das gesamte Montagesystem ausgetauscht werden. Oft genügt es bereits, die alten Modulklemmen durch neue, passende Modelle zu ersetzen. Wichtig ist dabei nur, dass die neuen Klemmen nicht nur zur Rahmenhöhe der Module, sondern auch zur Nut der vorhandenen Montageschienen passen.

Modulklemmen sind die kleinen, aber entscheidenden Bauteile, die Ihre Solarmodule auf den Schienen fixieren.

Ihre Checkliste für den erfolgreichen Modultausch

Mit einer systematischen Vorgehensweise stellen Sie sicher, dass Ihr Repowering-Projekt reibungslos verläuft.

  1. Bestandsaufnahme des Montagesystems

Finden Sie heraus, welche Komponenten bei Ihnen verbaut sind. Die besten Informationsquellen sind die Planungsunterlagen oder Rechnungen Ihrer alten Anlage. Notieren Sie sich den Hersteller des Montagesystems und die exakte Rahmenhöhe Ihrer alten Solarmodule. Falls keine Unterlagen mehr vorhanden sind, müssen Sie die Rahmenhöhe direkt am Modul auf dem Dach messen.

  1. Daten der neuen Module prüfen

Sehen Sie sich das Datenblatt der gewünschten neuen Module genau an. Achten Sie nicht nur auf die Leistung, sondern vor allem auf die Maße: Länge, Breite und die entscheidende Rahmenhöhe in Millimetern.

  1. Kompatibilität abgleichen

Vergleichen Sie die Rahmenhöhe der alten Module mit der der neuen. Ist die Differenz größer als wenige Millimeter, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Modulklemmen benötigen. Eine Klemme für 45–50 mm wird ein 30-mm-Modul nicht halten können. Dieser Punkt ist bei der Planung zentral und entscheidet über Sicherheit und Erfolg des Projekts.

  1. Neue Klemmen auswählen

Wenn Sie neue Klemmen benötigen, achten Sie auf zwei Maße:

  • Klemmbereich: Er muss exakt zur Rahmenhöhe Ihrer neuen Module passen (z. B. „für 30 mm Rahmenhöhe“).

  • Befestigung: Die Schraube und der Nutenstein der Klemme müssen zum Profil Ihrer vorhandenen Montageschienen passen. Hier gibt es unterschiedliche Standards.

Praxistipp: Nehmen Sie eine alte Klemme als Muster, um im Fachhandel oder online das passende neue Modell zu finden.

Ihre Checkliste für den erfolgreichen Modultausch

FAQ: Häufige Fragen zum Austausch von Solarmodulen

Kann ich nur einzelne defekte Module austauschen?

Ja, das ist prinzipiell möglich. Sie sollten jedoch darauf achten, dass das neue Modul elektrisch zum Rest der Anlage passt (insbesondere Spannung und Stromstärke). Zudem gilt auch hier: Prüfen Sie die Kompatibilität der Rahmenhöhe mit den vorhandenen Klemmen.

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Muss ich für den Modultausch einen Fachbetrieb beauftragen?

Arbeiten auf dem Dach sind gefährlich und erfordern Fachkenntnisse, vor allem im Umgang mit elektrischen Komponenten. Wir empfehlen daher dringend, den Austausch von einem qualifizierten Installateur durchführen zu lassen. Ein Profi gewährleistet nicht nur die fachgerechte Montage, sondern übernimmt auch die Haftung.

Lohnt sich der Austausch alter, aber noch funktionierender Module?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn Ihre Dachfläche begrenzt ist, können Sie durch ein Repowering den Stromertrag auf derselben Fläche um 30 bis 50 % steigern. Das ist besonders attraktiv, wenn Sie zum Beispiel ein Elektroauto laden oder eine Wärmepumpe betreiben möchten.

Was kostet der Austausch der Modulklemmen?

Die reinen Materialkosten für Modulklemmen sind überschaubar. Pro Klemme können Sie mit Kosten zwischen 1,50 € und 3,00 € rechnen. Für eine durchschnittliche Anlage auf einem Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten für neue Klemmen meist zwischen 100 und 200 Euro – eine kleine, aber essenzielle Investition in die Sicherheit.

Fazit: Mit der richtigen Vorbereitung zum erfolgreichen Repowering

Der Austausch alter Solarmodule ist eine hervorragende Möglichkeit, die Leistung Ihrer Photovoltaikanlage zu steigern und sie für die Zukunft fit zu machen. Der Erfolg des Projekts steht und fällt jedoch mit der Kompatibilität zum bestehenden Montagesystem. Nehmen Sie sich die Zeit, die Rahmenhöhen zu vergleichen und die passenden Modulklemmen auszuwählen. Diese sorgfältige Planung stellt sicher, dass Ihre neuen Hochleistungsmodule für die nächsten 20 Jahre sicher und fest auf Ihrem Dach verankert sind.

Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie eine breite Auswahl an Modulklemmen und Montagematerial, passend für viele gängige Systeme. So gelingt Ihr Repowering-Projekt sicher und zuverlässig.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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