Versicherungsschutz während der DIY-Montage: Wie Sie sich gegen Schäden bei der Eigeninstallation absichern

Die Entscheidung ist gefallen: Sie installieren Ihre Photovoltaikanlage selbst. Die Komponenten sind bestellt, die Werkzeuge liegen bereit und die Vorfreude auf den ersten selbst erzeugten Strom wächst.

Doch bei aller Planung und Tatkraft wird ein entscheidender Aspekt oft übersehen: der richtige Versicherungsschutz während der Bauphase. Was passiert, wenn Ihnen bei der Montage ein Solarmodul aus der Hand rutscht und das Dach beschädigt? Oder wenn ein Werkzeug vom Gerüst fällt und das Auto des Nachbarn trifft? Solche Pannen können ein spannendes Projekt schnell in einen finanziellen Albtraum verwandeln.

Dieser Artikel beleuchtet die oft unterschätzten Risiken der Eigenmontage und zeigt Ihnen, wie Sie sich und Ihr Projekt umfassend absichern. Denn ein gutes Sicherheitskonzept ist nicht nur für die Anlage selbst, sondern auch für ihre Errichtung unerlässlich.

Warum Ihre private Haftpflichtversicherung meist nicht ausreicht

Viele angehende Anlagenbesitzer gehen davon aus, dass ihre private Haftpflichtversicherung für eventuelle Schäden aufkommt – ein weit verbreiteter und gefährlicher Irrtum. Die meisten privaten Haftpflichtversicherungen schließen Schäden, die im Rahmen von Bauvorhaben entstehen, explizit aus ihren Leistungen aus. Aus Sicht der Versicherer stellt die Errichtung einer PV-Anlage ein solches „Bauvorhaben“ dar, das mit besonderen Risiken verbunden ist: dem sogenannten Bauherrenrisiko.

Denn selbst bei sorgfältigster Planung können unvorhergesehene Dinge passieren. Ein typisches Szenario: Ein Passant stolpert über ungesichertes Material, das Sie für die Montage im Einfahrtsbereich gelagert haben, und verletzt sich. In einem solchen Fall haften Sie als Bauherr in der Regel mit Ihrem gesamten Privatvermögen, da die private Haftpflichtversicherung die Deckung verweigert.

Schutz gegen Schäden an Dritten: Die Bauherrenhaftpflicht

Die Lücke, die Ihre private Haftpflicht hinterlässt, schließt die Bauherrenhaftpflichtversicherung. Sie ist darauf spezialisiert, Schäden abzudecken, die Dritten auf Ihrer „Baustelle“ entstehen könnten.

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Was leistet eine Bauherrenhaftpflicht?

  • Personenschäden: Wenn Personen (z. B. Nachbarn, Postboten, Passanten) durch Ihre Bautätigkeit zu Schaden kommen.
  • Sachschäden: Wenn das Eigentum Dritter (z. B. das Nachbarhaus, ein geparktes Auto) beschädigt wird.
  • Vermögensschäden: Wenn Dritten infolge eines Personen- oder Sachschadens finanzielle Nachteile entstehen.

Bei großen Bauvorhaben wie einem Hausbau ist diese Versicherung oft eine zwingende Voraussetzung für die Baugenehmigung. Bei der Installation einer Photovoltaikanlage ist sie nicht immer gesetzlich vorgeschrieben, da die Bausumme meist unter den kritischen Grenzen liegt. Dennoch ist sie dringend zu empfehlen.

Praxistipp: Prüfen Sie die Vertragsbedingungen Ihrer bestehenden privaten Haftpflichtversicherung genau. Einige moderne Tarife bieten eine eingeschränkte Deckung für kleinere Bauvorhaben bis zu einer bestimmten Bausumme (z. B. 50.000 Euro). Finden Sie eine solche Klausel, sind Sie für Schäden an Dritten möglicherweise bereits ausreichend abgesichert.

Fehlt dieser Passus, ist eine separate Bauherrenhaftpflicht für die Dauer der Montage der sicherste Weg.

Schutz für Ihr Eigentum und die neue Anlage: Die Bauleistungsversicherung

Die Bauherrenhaftpflicht schützt Sie vor Ansprüchen Dritter. Doch was ist mit Schäden an Ihrem eigenen Eigentum – also am Hausdach oder an den neuen, teuren PV-Komponenten? Hier greift die Bauleistungsversicherung (auch Bauwesenversicherung genannt). Sie ist das entscheidende Sicherheitsnetz für das Bauprojekt selbst.

Diese Versicherung schützt vor unvorhersehbaren Schäden während der gesamten Bauzeit.

Dazu zählen:

  • Witterungseinflüsse: Schäden durch Sturm, Hagel oder Starkregen an der halbfertigen Anlage.
  • Vandalismus: Mutwillige Zerstörung durch Unbekannte.
  • Montagefehler: Schäden, die durch einen Fehler Ihrerseits bei der Installation entstehen (z. B. ein fallendes Modul, das andere Bauteile beschädigt).
  • Diebstahl: Entwendung bereits fest verbauter Anlagenteile.

Gerade der Schutz bei Montagefehlern ist für Heimwerker von unschätzbarem Wert. Ein typisches Beispiel: Bei der Befestigung der Unterkonstruktion durchbohren Sie versehentlich eine darunterliegende Wasserleitung im Dach. Die Bauleistungsversicherung würde für die Kosten der Trocknung und Reparatur aufkommen. Ohne diesen Schutz müssten Sie den Schaden komplett selbst tragen. Sobald die Anlage fertiggestellt und in Betrieb genommen ist, löst eine umfassende Photovoltaik Versicherung diesen Schutz ab.

Sonderfall private Helfer: Die wichtige Rolle der BG BAU

Viele DIY-Projekte werden mit der Unterstützung von Freunden und Familie realisiert. Doch Vorsicht: Denn auch wenn Helfer unentgeltlich arbeiten, gelten sie vor dem Gesetz unter bestimmten Umständen als „wie Arbeitnehmer“. Das hat gravierende Konsequenzen für die Absicherung bei Unfällen.

Wenn die Gesamthilfe aller privaten Helfer voraussichtlich 40 Stunden übersteigt, sind Sie als Bauherr gesetzlich verpflichtet, diese Helfer bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) – der gesetzlichen Unfallversicherung für die Baubranche – anzumelden.

Warum ist das so wichtig?

Stellen Sie sich vor, ein Freund hilft Ihnen beim Tragen der Module aufs Dach, stürzt von der Leiter und bricht sich ein Bein. In diesem Fall greift weder seine private Unfallversicherung noch Ihre private Haftpflicht. Zuständig ist allein die BG BAU. Sie übernimmt die Kosten für die Heilbehandlung, Rehabilitation und zahlt bei längerer Arbeitsunfähigkeit sogar eine Verletztenrente. Haben Sie Ihre Helfer nicht angemeldet, drohen Ihnen nicht nur hohe Bußgelder, sondern auch die nachträgliche Einforderung der Beiträge.

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Checkliste: Ihr Weg zum sicheren DIY-Projekt

Um den Überblick zu behalten, können Sie sich an dieser einfachen Checkliste orientieren, bevor Sie mit der Montage beginnen:

  1. Private Haftpflichtversicherung prüfen: Kontaktieren Sie Ihren Versicherer und fragen Sie gezielt, ob und bis zu welcher Bausumme Bauvorhaben in Eigenleistung mitversichert sind. Lassen Sie sich dies schriftlich bestätigen.

  2. Bauherrenhaftpflicht abschließen: Reicht Ihre private Haftpflicht nicht aus, schließen Sie für die Dauer der Montage eine Bauherrenhaftpflicht ab. Der Beitrag ist im Vergleich zum potenziellen Schaden gering.

  3. Bauleistungsversicherung erwägen: Schützen Sie Ihre Investition in die neuen Anlagenteile und Ihr Haus vor unvorhersehbaren Ereignissen wie Sturm, Vandalismus oder eigenen Montagefehlern.

  4. Private Helfer anmelden: Addieren Sie die voraussichtlichen Arbeitsstunden aller Helfer. Überschreitet die Summe 40 Stunden, melden Sie Ihr Bauvorhaben fristgerecht bei der BG BAU an.

Eine sorgfältige Planung ist somit der beste Schutz. Auf Photovoltaik.info finden Sie nicht nur wertvolles Wissen, sondern auch detaillierte Informationen, wie Sie Ihre Photovoltaik selber installieren und dabei typische Fehler vermeiden können.

Häufige Fragen (FAQ) zum Versicherungsschutz bei der Eigenmontage

Was passiert, wenn ich keine Bauherrenhaftpflicht habe und ein Schaden bei Dritten entsteht?

In diesem Fall haften Sie als Bauherr unbegrenzt mit Ihrem gesamten Privatvermögen für den entstandenen Schaden. Das kann im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein.

Deckt die Bauleistungsversicherung auch gestohlenes Material von der Baustelle ab?

Ja, der Diebstahl von bereits fest mit dem Gebäude verbundenen Bauteilen ist in der Regel durch die Bauleistungsversicherung abgedeckt. Nicht fest verbautes Material, das nur auf dem Grundstück lagert, ist oft nicht oder nur eingeschränkt versichert. Hier lohnt ein Blick in die genauen Vertragsdetails.

Muss ich meine Helfer auch anmelden, wenn sie nur für wenige Stunden kommen?

Die entscheidende Größe ist nicht die Stundenzahl pro Helfer, sondern die Summe der Arbeitsstunden aller privaten Helfer. Wenn Sie zum Beispiel vier Freunde haben, die jeweils 11 Stunden helfen, sind das insgesamt 44 Stunden – und damit ist die Meldegrenze von 40 Stunden überschritten.

Sind diese zusätzlichen Versicherungen teuer?

Die Kosten für eine Bauherren- und eine Bauleistungsversicherung sind im Verhältnis zur Gesamtinvestition einer PV-Anlage meist sehr überschaubar. Die Beiträge richten sich nach der Bausumme und der Dauer der Bauphase. In der Regel bewegen sie sich im niedrigen dreistelligen Bereich und sind damit eine geringe Investition für ein hohes Maß an Sicherheit.

Die Eigenmontage einer Photovoltaikanlage ist ein lohnendes Projekt, das Stolz und Unabhängigkeit schafft. Mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Versicherungsschutz stellen Sie sicher, dass Ihr Weg zur eigenen Solarenergie von Anfang an reibungslos und sicher verläuft.

Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen abgestimmt sind und Ihnen die Planung sowie die Kalkulation der Bausumme erleichtern.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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