MaStR: Technische Anlagendaten Ihrer PV-Anlage korrekt eintragen – eine Anleitung

Ihre neue Photovoltaikanlage ist auf dem Dach oder dem Balkon montiert. Doch bevor der saubere Strom fließen und Ihre Stromrechnung senken kann, steht eine wichtige Aufgabe an: die Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR). Vor allem die Eingabe der technischen Daten stellt für viele Anlagenbetreiber eine Hürde dar. Begriffe wie „Bruttoleistung“ oder „Netzverknüpfungspunkt“ klingen kompliziert und die passenden Informationen sind oft in den Unterlagen verstreut.
Dieser Beitrag führt Sie Schritt für Schritt durch die technischen Felder des Formulars. Wir erklären verständlich, was die einzelnen Begriffe bedeuten, wo Sie die erforderlichen Daten finden und wie Sie Fehler bei der Registrierung vermeiden.
Warum die genauen Daten im MaStR so wichtig sind
Das Marktstammdatenregister ist das zentrale Verzeichnis für alle Stromerzeugungsanlagen in Deutschland. Die Bundesnetzagentur nutzt diese Daten, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten und die Energiewende verlässlich zu planen. Eine korrekte und zeitnahe Registrierung ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch die Voraussetzung, um die Einspeisevergütung von Ihrem Netzbetreiber zu erhalten.
Die Erfahrung zeigt: Eine sorgfältige Eingabe von Anfang an erspart Ihnen spätere Rückfragen und Korrekturen. Nehmen Sie sich daher einen Moment Zeit und legen Sie die relevanten Unterlagen bereit.
Wo Sie die meisten Informationen finden
Die meisten technischen Daten, die Sie für die Registrierung benötigen, finden Sie in folgenden Dokumenten, die Sie von Ihrem Installateur oder Händler erhalten haben:
- Angebot oder Auftragsbestätigung: Hier sind oft alle Komponenten mit genauer Bezeichnung aufgelistet.
- Datenblätter der Solarmodule und des Wechselrichters: Diese enthalten die präzisen Leistungsangaben.
- Inbetriebnahmeprotokoll: Dieses Dokument bestätigt den offiziellen Start Ihrer Anlage und enthält wichtige Eckdaten.
Die entscheidenden technischen Daten im Detail erklärt
Die Formulare im MaStR fragen verschiedene Leistungswerte und technische Eigenschaften ab. Lassen Sie uns die wichtigsten Felder gemeinsam durchgehen.
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Ab 2.099,00 €1. Die Leistung Ihrer Anlage: Bruttoleistung und Netto-Nennleistung
Im Register wird zwischen zwei zentralen Leistungswerten unterschieden, die oft für Verwirrung sorgen.
Bruttoleistung (auch Modulleistung genannt) in kWp:
Sie bezeichnet die theoretische Spitzenleistung aller Ihrer Solarmodule zusammen und wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Diesen Wert berechnen Sie, indem Sie die Nennleistung eines einzelnen Moduls (z. B. 400 Wp) mit der Anzahl der installierten Module multiplizieren.
- Beispiel: Sie haben 20 Solarmodule mit je 410 Wp Leistung. Ihre Bruttoleistung beträgt 20 x 410 W = 8.200 Wp oder 8,2 kWp.
- Wo finden Sie den Wert? Im Datenblatt der Solarmodule und meist prominent im Angebot Ihres Installateurs. Eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus hat heute eine Bruttoleistung zwischen 7 und 15 kWp.
Netto-Nennleistung der Anlage in kW:
Dieser Wert gibt die maximale Leistung an, die Ihr Wechselrichter in das Stromnetz einspeisen kann. Er wird in Kilowatt (kW) angegeben und ist oft etwas niedriger als die Bruttoleistung der Module. Das liegt daran, dass Solarmodule ihre Spitzenleistung nur unter perfekten Laborbedingungen erreichen und der Wechselrichter daher auf eine realitätsnahe Leistung ausgelegt wird.
- Beispiel: Bei einer Anlage mit 8,2 kWp Bruttoleistung könnte ein Wechselrichter mit einer Netto-Nennleistung von 8,0 kW zum Einsatz kommen.
- Wo finden Sie den Wert? Im Datenblatt des Wechselrichters. Achten Sie auf den Begriff „AC-Nennleistung“ oder „Ausgangs-Nennleistung“. Um die richtige Leistung des Wechselrichters zu bestimmen, sind mehrere Faktoren relevant, die bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
2. Ausrichtung und Neigungswinkel der Module
Diese Angaben helfen der Bundesnetzagentur, die zu erwartende Stromeinspeisung über den Tag und das Jahr verteilt besser einschätzen zu können.
Ausrichtung (Himmelsrichtung):
Geben Sie hier an, in welche Himmelsrichtung Ihre Solarmodule hauptsächlich zeigen. Bei einer klassischen Südausrichtung wählen Sie „Süd“. Haben Sie eine Ost-West-Anlage, müssen Sie im MaStR zwei separate Teilanlagen mit der jeweiligen Ausrichtung und den zugehörigen Modulen anlegen.
- Praxistipp: Falls Sie die genaue Ausrichtung nicht kennen, können Sie eine Kompass-App auf Ihrem Smartphone nutzen oder den Verlauf der Sonne über Ihrem Haus beobachten.
Neigungswinkel:
Gemeint ist der Winkel, in dem Ihre Module auf dem Dach montiert sind – in der Regel also die Dachneigung. Ein typisches Satteldach in Deutschland hat eine Neigung zwischen 30 und 45 Grad. Bei Flachdächern, auf denen die Module aufgeständert sind, liegt der Winkel meist zwischen 10 und 15 Grad.
- Wo finden Sie den Wert? Im Bauplan Ihres Hauses oder im Angebot des Solarteurs. Eine Schätzung ist in der Regel ausreichend.
3. Moduldaten: Hersteller, Typ und Anzahl
Das Register verlangt genaue Angaben zu den verbauten Solarmodulen.
- Anzahl der Module: Die Gesamtstückzahl Ihrer Solarmodule.
- Hersteller und Modultyp: Diese Informationen sind entscheidend für die eindeutige Identifizierung. Sie finden beides auf dem Angebot, der Rechnung oder dem Datenblatt.
Die Photovoltaik-Anlage zu planen, ist der erste Schritt, damit Sie all diese Dokumente später griffbereit haben.
4. Der Netzverknüpfungspunkt
Hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich der Punkt, an dem Ihre Anlage physisch mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist. In 99 % der Fälle ist das Ihr Stromzähler. Für die Registrierung benötigen Sie die Zählpunktbezeichnung.
Diese 33-stellige Nummer (beginnend mit „DE…“) identifiziert Ihren Stromanschluss eindeutig. Verwechseln Sie sie nicht mit der kürzeren Zählernummer, die auf dem Gehäuse des Zählers steht.
- Wo finden Sie die Zählpunktbezeichnung? Am einfachsten auf Ihrer letzten Stromrechnung. Alternativ finden Sie sie oft auch auf einem Aufkleber im Zählerschrank oder können sie bei Ihrem Netzbetreiber erfragen.
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8.599,00 €Sonderfall: Die Registrierung eines Balkonkraftwerks
Auch kleine Stecker-Solaranlagen müssen im Marktstammdatenregister eingetragen werden, der Prozess ist jedoch deutlich vereinfacht. Viele Felder, wie die Netto-Nennleistung (begrenzt auf 600 Watt, zukünftig 800 Watt), sind bereits vorausgefüllt oder leichter einzutragen. Die Bruttoleistung der Module ist meist auf der Verpackung oder im Datenblatt des Komplettsets zu finden.
Für eine detaillierte Anleitung zum Verfahren bei kleinen Anlagen werfen Sie am besten einen Blick auf die spezifischen Anforderungen, wenn Sie Ihr Balkonkraftwerk anmelden. Die Erfahrung zeigt, dass die Registrierung eines Balkonkraftwerks meist in weniger als 20 Minuten erledigt ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was passiert, wenn ich falsche Daten eingebe?
Fehler können passieren. Sie können Ihre Daten im MaStR-Portal jederzeit korrigieren, indem Sie sich einloggen und eine „Änderungsmeldung“ vornehmen. Um Rückfragen zu vermeiden, ist es jedoch ratsam, von Anfang an sorgfältig zu arbeiten.
Wo finde ich die Datenblätter meiner Komponenten, wenn ich sie nicht erhalten habe?
Sollten Ihnen die Datenblätter fehlen, fragen Sie am besten direkt bei Ihrem Installateur nach. Alternativ können Sie mit der genauen Modellbezeichnung (z. B. „Meyer Burger White 390 Wp“) auf der Webseite des Herstellers suchen.
Muss ich meinen Batteriespeicher auch registrieren?
Ja. Ein Batteriespeicher gilt als eigene Einheit und muss im MaStR separat registriert werden. Der Prozess ist ähnlich, fragt aber speicherspezifische Daten wie die nutzbare Speicherkapazität in kWh ab.
Welche Frist gilt für die Registrierung?
Sie müssen Ihre Anlage spätestens einen Monat nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister eintragen.
Fazit: Mit den richtigen Unterlagen eine reine Formsache
Die Eingabe der technischen Daten im Marktstammdatenregister wirkt auf den ersten Blick komplexer, als sie tatsächlich ist. Mit den richtigen Dokumenten – insbesondere dem Angebot und den Datenblättern von Modulen und Wechselrichter – haben Sie alle notwendigen Informationen parat. Gehen Sie die Felder in Ruhe durch und nutzen Sie diesen Leitfaden als Hilfestellung. So stellen Sie sicher, dass Ihre Anlage korrekt gemeldet ist und Sie langfristig von Ihrem eigenen, sauberen Strom profitieren.
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