Notstromfähigkeit im Markenvergleich: Was Batteriespeicher von Senec, BYD oder E3/DC wirklich leisten

Ein kurzer Stromausfall – und plötzlich wird es dunkel und still. Während Ihre Nachbarn nach Kerzen suchen, läuft bei Ihnen alles weiter wie gewohnt. Der Kühlschrank kühlt, das WLAN funktioniert und das Licht brennt. Diese Vorstellung von Unabhängigkeit ist für viele Besitzer einer Photovoltaikanlage einer der Hauptgründe, in einen Stromspeicher zu investieren. Doch Notstrom ist nicht gleich Notstrom.
Die wahren Unterschiede zwischen den Systemen führender Hersteller wie Senec, BYD oder E3/DC liegen im Detail. Ob Sie einen Stromausfall kaum bemerken oder Ihre wichtigsten Geräte manuell neu starten müssen, hängt von Kriterien wie der Umschaltzeit, der Phasenversorgung und der Schwarzstartfähigkeit ab. Hier erfahren Sie, was diese Begriffe bedeuten und welches System am besten zu Ihren Anforderungen an die Versorgungssicherheit passt.
Was bedeutet Notstromfähigkeit bei einem Stromspeicher?
Die Notstromfunktion ermöglicht es Ihrem Haushalt, sich bei einem Ausfall des öffentlichen Netzes automatisch abzukoppeln und ein eigenes Inselnetz aufzubauen. Die Energie hierfür liefert der geladene Batteriespeicher. Anders als ein lautes und emissionsreiches Notstromaggregat, arbeitet ein Stromspeicher geräuschlos, abgasfrei und kann – eine entscheidende Fähigkeit – durch die Sonne wieder aufgeladen werden.
Die Qualität der Notstromversorgung hängt jedoch von drei technischen Eigenschaften ab. Sie machen den entscheidenden Unterschied zwischen einer einfachen Basisabsicherung und echter Autarkie aus.
Die 3 entscheidenden Kriterien für echten Notstromkomfort
Kriterium 1: Die Umschaltzeit – Millisekunden entscheiden
Die Umschaltzeit beschreibt die Dauer, die das System benötigt, um vom Netzbetrieb auf den Batteriebetrieb umzuschalten. Diese Zeitspanne kann von wenigen Millisekunden bis zu mehreren Sekunden reichen.
Systeme mit Umschaltzeiten unter 20 Millisekunden (ms) bieten eine sogenannte unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Der Übergang ist so schnell, dass empfindliche elektronische Geräte wie Computer, Server oder Router davon nichts mitbekommen und ohne Unterbrechung weiterlaufen.
Systeme mit Umschaltzeiten von mehreren Sekunden führen zu einem kurzen, aber spürbaren Stromausfall. Das Licht flackert, der Fernseher geht aus und der Computer startet neu. Für die meisten Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Lampen ist dies unproblematisch, für ein Homeoffice kann es jedoch den Verlust ungespeicherter Arbeit bedeuten.
Praxisbeispiel: Ein freiberuflicher Grafiker arbeitet von zu Hause aus an einem wichtigen Projekt. Bei einem Stromausfall schaltet sein System innerhalb von 15 Millisekunden um. Er bemerkt den Ausfall nur durch eine Benachrichtigung auf seinem Smartphone – seine Arbeit wurde nicht unterbrochen. Sein Nachbar mit einem einfacheren System muss seinen PC und Router neu starten und hat wertvolle Minuten verloren.
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Ab 1.299,00 €Kriterium 2: 1-phasig vs. 3-phasig – Welche Verbraucher werden versorgt?
Ein typischer Hausanschluss in Deutschland ist 3-phasig, um den Strombedarf großer Verbraucher wie Wärmepumpen, Durchlauferhitzer oder E-Auto-Ladestationen zu decken. Die Notstromfunktion eines Speichers kann jedoch entweder nur eine oder alle drei Phasen versorgen.
1-phasiger Notstrom: Hier wird im Notfall nur ein ausgewählter Stromkreis (eine Phase) mit Strom versorgt. An diesen werden üblicherweise die wichtigsten Verbraucher wie Heizungssteuerung, Kühlschrank, Licht und Internetrouter angeschlossen. Große Geräte funktionieren damit nicht.
3-phasiger Notstrom: Das System versorgt das gesamte Hausnetz. Hier werden alle angeschlossenen Geräte weiter mit Strom versorgt, solange die Leistung des Speichers ausreicht. Dies bietet den höchsten Komfort und eine umfassende Absicherung.
Praxisbeispiel: Eine Familie mit einem 1-phasigen Notstromsystem kann während eines Winter-Stromausfalls das Licht anlassen und die Heizung betreiben. Kochen auf dem Induktionsherd ist jedoch nicht möglich. Die Nachbarfamilie mit einer 3-phasigen Versorgung kann hingegen fast ohne Einschränkungen ihren Alltag fortsetzen.
Kriterium 3: Die Schwarzstartfähigkeit – Unabhängigkeit bei langen Ausfällen
Stellen Sie sich einen mehrtägigen Stromausfall vor. Ihr Speicher hat das Haus über Nacht versorgt, ist am Morgen aber leer. Die Sonne scheint, doch was nun? Hier kommt die Schwarzstartfähigkeit ins Spiel. Sie beschreibt die Fähigkeit des Systems, die Photovoltaikanlage ohne externes Netzsignal zu starten und den leeren Akku wieder aufzuladen.
Ohne diese Funktion ist Ihre Solaranlage bei leerem Akku und fehlendem Netzstrom nutzlos. Ein schwarzstartfähiges System hingegen kann sich Tag für Tag selbst wieder aufladen und ermöglicht eine potenziell unbegrenzte Autarkie – solange die Sonne scheint.
Praxisbeispiel: Nach einem schweren Sturm ist das Stromnetz für 48 Stunden unterbrochen. Ein Hausbesitzer ohne schwarzstartfähigen Speicher hat nach der ersten Nacht keinen Strom mehr. Sein Nachbar mit einem schwarzstartfähigen System nutzt die Sonnenstunden des nächsten Tages, um seinen Speicher wieder aufzuladen, und ist auch für die zweite Nacht bestens gerüstet.
Die Marktführer im Praxis-Check: Senec, BYD und E3/DC im Vergleich
Die Erfahrung aus zahlreichen Kundenprojekten bei Photovoltaik.info zeigt, dass diese drei Marken zu den beliebtesten und zuverlässigsten am Markt gehören. Ihre Ansätze zur Notstromversorgung unterscheiden sich jedoch erheblich.
Senec: Der Spezialist für die Basisabsicherung
Senec-Speicher bieten in der Standardkonfiguration eine solide 1-phasige Notstromversorgung, die optional auf 3-phasig erweitert werden kann. Die Umschaltzeit von unter fünf Sekunden ist für die Absicherung von Kühlgeräten, Heizung und Beleuchtung absolut ausreichend. Modellabhängig sind die Systeme schwarzstartfähig. Senec ist eine ausgezeichnete Wahl für Nutzer, denen eine zuverlässige Grundsicherung der wichtigsten Verbraucher genügt.

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12.999,00 €BYD: Das flexible System für gehobene Ansprüche
BYD bietet mit seiner Battery-Box eine hochflexible Speicherlösung, deren Notstromleistung stark vom kombinierten Wechselrichter abhängt. In Verbindung mit einem Hybrid-Wechselrichter wie dem Fronius Gen24 oder einem SMA Sunny Tripower Smart Energy entsteht ein leistungsstarkes, schwarzstartfähiges 3-phasiges Notstromsystem. Die Umschaltzeit liegt dann bei unter 20 Millisekunden, was USV-Qualität entspricht. Diese Kombination ist ideal für anspruchsvolle Nutzer, die ihr System modular aufbauen und eine unterbrechungsfreie Versorgung für das ganze Haus sicherstellen möchten.

E3/DC: Die All-in-One-Lösung für maximale Autarkie
E3/DC positioniert seine Produkte als „Hauskraftwerke“ und verfolgt einen konsequenten All-in-One-Ansatz. Ein 3-phasiger Notstrom, eine Umschaltzeit im Millisekundenbereich (< 20 ms) und die Schwarzstartfähigkeit gehören hier zum Standard. Die Systeme sind darauf ausgelegt, im Notfall eine nahtlose und umfassende Versorgung des gesamten Hauses zu gewährleisten. E3/DC ist die Wahl für Anwender, die keine Kompromisse bei Autarkie und Komfort eingehen wollen.

Welcher Notstromtyp passt zu Ihnen? Eine Entscheidungshilfe
Die Wahl des richtigen Systems hängt ganz von Ihren persönlichen Prioritäten ab:
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Der Sicherheitsbewusste: Ihnen geht es primär darum, bei einem Ausfall Licht, Heizung und Kühlschrank am Laufen zu halten. Eine spürbare Umschaltzeit stört Sie nicht. Empfehlung: Eine 1-phasige Lösung wie von Senec ist hier eine wirtschaftliche und oft völlig ausreichende Wahl.
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Der Homeoffice-Nutzer und Technikaffine: Sie können sich keinerlei Unterbrechung Ihrer digitalen Infrastruktur leisten. Eine 3-phasige Versorgung ist Ihnen wichtig, um flexibel zu bleiben. Empfehlung: Ein System mit USV-Qualität wie E3/DC oder eine Kombination aus BYD-Speicher und einem passenden Hybrid-Wechselrichter ist ideal.
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Der Autarkie-Enthusiast: Sie möchten für längere Ausfälle gerüstet sein und maximale Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz erreichen. Empfehlung: Schwarzstartfähigkeit ist für Sie ein Muss. Systeme wie das von E3/DC oder eine entsprechend konfigurierte BYD-Anlage bieten in Kombination mit 3-phasigem Notstrom die größte Sicherheit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Notstromversorgung
Benötigt jeder Haushalt eine Notstromfunktion?
Nein, sie ist keine Pflicht. Angesichts der hohen Stabilität des deutschen Stromnetzes ist sie für viele ein reines Komfort-Feature. Für Menschen in ländlichen Regionen mit häufigeren Ausfällen oder für solche, die auf eine stabile Stromversorgung angewiesen sind (z. B. für medizinische Geräte oder im Homeoffice), ist sie jedoch eine wertvolle Absicherung.
Wie lange kann ein Speicher das Haus mit Notstrom versorgen?
Das hängt von zwei Faktoren ab: der Kapazität des Speichers (in kWh) und dem Stromverbrauch im Haus. Ein typischer 10-kWh-Speicher kann einen Haushalt mit einer Grundlast von 500 Watt (Kühlschrank, Router, Standby-Geräte) theoretisch bis zu 20 Stunden versorgen. Sobald große Verbraucher wie ein Herd oder Föhn hinzukommen, sinkt die Dauer drastisch.
Was ist der Unterschied zu einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV)?
Eine klassische USV ist ein kleines Gerät, das meist nur einen einzelnen Computer für wenige Minuten mit Strom versorgt, um ihn sicher herunterzufahren. Ein hochwertiger Notstromspeicher mit einer Umschaltzeit von unter 20 Millisekunden integriert diese USV-Funktion auf Hausebene und kann die Versorgung über Stunden oder Tage aufrechterhalten.
Entsteht durch die Notstromfunktion ein Mehraufwand bei der Installation?
Ja. Für die sichere Trennung vom öffentlichen Stromnetz ist eine zertifizierte Umschalteinrichtung (oft als „Backup-Box“ bezeichnet) erforderlich. Diese muss von einem qualifizierten Fachbetrieb installiert und im Zählerschrank integriert werden.
Fazit: Die richtige Wahl für Ihre Sicherheit treffen
Die Notstromfähigkeit eines Stromspeichers ist weit mehr als nur ein Häkchen auf einer Produktliste. Die Details bei Umschaltzeit, Phasenversorgung und Schwarzstartfähigkeit entscheiden darüber, wie gut Sie im Ernstfall wirklich abgesichert sind.
Analysieren Sie vor dem Kauf genau Ihre Bedürfnisse: Reicht Ihnen eine Grundsicherung oder streben Sie nach vollständiger Autarkie und unterbrechungsfreiem Komfort? Eine ehrliche Antwort auf diese Frage ist der wichtigste Schritt, um das System zu finden, das Ihnen im entscheidenden Moment die gewünschte Sicherheit bietet.
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