Solarstrom-Eigenverbrauch in Deutschland: Starke Entwicklung für 2024

Solarstrom Eigenverbrauch in Deutschland: Starke Entwicklung 2024

Der Eigenverbrauch von Solarstrom aus Photovoltaikanlagen in Deutschland wird im Jahr 2024 voraussichtlich um rund 15 Prozent zunehmen. Dieser Anstieg wird durch mehrere Faktoren begünstigt, darunter das Auslaufen der EEG-Förderung für ältere Anlagen, verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die zunehmende Verbreitung von Batteriespeichern in privaten Haushalten.

Treiber für wachsenden Solarstrom Eigenverbrauch in Deutschland

Laut einer Analyse des Energieberatungsunternehmens Enervis steigt der direkte Eigenverbrauch von Solarstrom von 10,8 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2023 auf voraussichtlich 12,5 TWh im Jahr 2024. Diese Entwicklung wird von mehreren Schlüsselfaktoren angetrieben:

  • Auslaufen der EEG-Förderung: Seit Anfang der 2020er-Jahre fallen zunehmend Photovoltaikanlagen nach 20 Jahren aus der festen Einspeisevergütung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Für Betreiber dieser sogenannten „Ü20-Anlagen“ ist die Einspeisung des Stroms ins Netz oft nicht mehr wirtschaftlich attraktiv. Die Maximierung des Eigenverbrauchs wird zur logischen Alternative, um die Stromkosten zu senken. Viele Betreiber erwägen in diesem Zuge auch einen Modultausch, um mehr Leistung auf der gleichen Fläche zu erzielen.
  • Wirtschaftliche Anreize: Gestiegene Strompreise machen jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom wertvoller. Gleichzeitig sind die Kosten für PV-Module und Speicher in den letzten Jahren gesunken, was die Rendite und Amortisation von Photovoltaikanlagen verbessert. Politische Maßnahmen, wie der Wegfall der Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen und Speicher sowie steuerliche Erleichterungen, wie sie etwa der Steuerbonus in NRW für den Eigenverbrauch von Solarstrom vorsieht, stärken diesen Trend zusätzlich.
  • Starker Ausbau der Solarenergie: Der Anteil der Solarenergie am deutschen Strommix wächst kontinuierlich und erreichte 2024 bereits rund 14 bis 15 Prozent. Mit jeder neu installierten Anlage, insbesondere im privaten Sektor, wächst das Potenzial für den dezentralen Eigenverbrauch.

Batteriespeicher als Schlüssel für höheren Solarstrom Eigenverbrauch

Eine entscheidende technologische Komponente für den Anstieg des Eigenverbrauchs sind Heimspeicher. Batteriespeicher ermöglichen es, den tagsüber erzeugten Solarstromüberschuss zu speichern und in den Abend- und Nachtstunden zu nutzen, wenn keine Sonne scheint. Dadurch kann die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz erheblich reduziert werden.

Der Einsatz von Speichern kann die Eigenverbrauchsquote eines Haushalts von durchschnittlich 30 Prozent auf bis zu 80 Prozent steigern. Besonders wirtschaftlich wird dies in Kombination mit Großverbrauchern wie Wärmepumpen oder Elektroautos. Auch eine PV-Anlage in Kombination mit Klimaanlage und Pool kann durch den hohen Strombedarf an sonnigen Tagen eine außergewöhnlich hohe Eigenverbrauchsquote erreichen. Wer seinen gestiegenen Energiebedarf decken möchte, kann auch eine bestehende PV-Anlage erweitern und so die Rentabilität neu berechnen. Moderne Komplettsysteme, die PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets umfassen, vereinfachen den Einstieg für Hausbesitzer.

Auch für Mieter wird der Eigenverbrauch zugänglicher. Sogenannte Balkonkraftwerke ermöglichen es, einen Teil des eigenen Strombedarfs zu decken. Während einfache Balkonkraftwerke ohne Speicher den Strom direkt verbrauchen, optimieren neuere Modelle mit Speicher auch hier den Eigenverbrauch in den Abendstunden.

Ausblick: Eigenverbrauch als wichtiger Teil der Energiewende in Deutschland

Die langfristigen Prognosen bestätigen den Trend. Enervis erwartet, dass der Anteil des Eigenverbrauchs an der gesamten Solarstromerzeugung bis 2030 auf etwa 30 Prozent ansteigen wird. Dies entspräche einem Volumen von rund 30 TWh bei einer prognostizierten Gesamterzeugung von 100 TWh aus Solarenergie.

Dieser Zuwachs wird maßgeblich von den dann voraussichtlich 80 Gigawatt (GW) installierter Leistung auf Dächern getragen. Der steigende Eigenverbrauch ist somit nicht nur ein finanzieller Vorteil für private Haushalte, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Er entlastet die öffentlichen Stromnetze, reduziert den Bedarf an Netzausbau und fördert eine dezentrale, nachhaltige Energieversorgung, die zur Reduzierung von CO2-Emissionen beiträgt.

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