Degradation von Solarmodulen nachweisen: So prüfen Sie die Leistungsgarantie Ihrer Anlage

Ihre Photovoltaikanlage liefert seit Jahren zuverlässig sauberen Strom. Doch wie bei jeder Technologie lässt die Leistung auch bei Solarmodulen mit der Zeit nach. Diesen natürlichen Alterungsprozess nennt man Degradation. Was aber, wenn der Leistungsabfall stärker ausfällt als vom Hersteller versprochen? Hier erfahren Sie, wie Sie mit den Daten aus Ihrem Monitoring-System eine erste Einschätzung gewinnen können, ob Ihre Anlage noch die garantierte Leistung erbringt und wann es sich lohnt, genauer hinzusehen.

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Was ist Degradation und warum ist sie normal?

Jedes Solarmodul verliert über seine Lebensdauer geringfügig an Leistung – ein physikalisch bedingter und völlig normaler Prozess. Die Solarzellen werden durch UV-Strahlung und Temperaturschwankungen über Jahrzehnte beansprucht, wodurch ihre Effizienz minimal sinkt.

Degradation von Solarmodulen nachweisen

Die gute Nachricht: Moderne, hochwertige Solarmodule sind äußerst langlebig. Die Forschung zeigt, dass der jährliche Leistungsabfall bei aktuellen monokristallinen Modulen oft nur noch zwischen 0,3 % und 0,5 % liegt. Das bedeutet, selbst nach 20 Jahren liefert ein solches Modul in der Regel noch über 90 % seiner ursprünglichen Nennleistung. Ältere oder polykristalline Module können etwas höhere Raten aufweisen.

Entscheidend ist daher, diesen normalen, erwarteten Leistungsabfall von einem echten Defekt oder einer übermäßigen, unerwarteten Degradation zu unterscheiden.

Die Leistungsgarantie: Was versprechen die Hersteller?

Um Ihnen als Käufer Sicherheit zu geben, bieten die Hersteller eine Leistungsgarantie. Sie verspricht, dass die Module nach einer bestimmten Anzahl von Jahren noch einen definierten Prozentsatz ihrer ursprünglichen Nennleistung erreichen.

Typische Garantiewerte sehen so aus:

  • Nach 10 Jahren: Oft werden noch mindestens 90 % der Nennleistung garantiert.

  • Nach 25 bis 30 Jahren: Hier garantieren viele Hersteller noch 80 % bis 87 % der ursprünglichen Leistung.

Diese Garantie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Sie sichert Ihre Investition langfristig ab und gibt Ihnen einen klaren Maßstab, an dem Sie die tatsächliche Leistung Ihrer Anlage messen können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Degradation selbst überprüfen

Mit den Daten aus Ihrem Wechselrichter oder dem Online-Monitoring-Portal können Sie sich einen ersten Überblick über die tatsächliche Degradation Ihrer Anlage verschaffen. Diese Methode ist kein gerichtlich anerkannter Beweis, aber ein hervorragender Indikator, um möglichen Handlungsbedarf zu erkennen.

Schritt 1: Die richtigen Daten sammeln

Die Basis für jede Analyse sind verlässliche Daten. Sie benötigen die Jahreserträge Ihrer Anlage in Kilowattstunden (kWh) für mindestens zwei Jahre:

  • Referenzjahr: Das erste volle Kalenderjahr, in dem Ihre Anlage in Betrieb war. Dieser Wert dient als Ausgangsbasis (100 %).

  • Aktuelles Jahr: Der Ertrag des zuletzt abgeschlossenen Kalenderjahres.

Notieren Sie sich diese beiden Werte sowie die Nennleistung Ihrer Anlage in Kilowatt-Peak (kWp).

Schritt 2: Die Daten vergleichbar machen (Normierung)

Ein direkter Vergleich der Jahreserträge (z. B. 9.500 kWh im ersten Jahr vs. 9.200 kWh im zehnten Jahr) ist nicht aussagekräftig. Der Grund: Das Wetter ist jedes Jahr anders. Ein sonnenreiches Jahr sorgt für höhere Erträge als ein verregnetes – unabhängig von der Degradation.

Die Daten vergleichbar machen (Normierung)

Um die Wetterschwankungen herauszurechnen, berechnen Sie den spezifischen Jahresertrag. Dieser Wert setzt den Ertrag ins Verhältnis zur Anlagengröße (kWh pro kWp) und macht so verschiedene Jahre miteinander vergleichbar.

Formel:
Spezifischer Jahresertrag = Jahresertrag (kWh) / Anlagengröße (kWp)

Beispiel: Eine 8-kWp-Anlage erzeugt im ersten Jahr 8.000 kWh.
Spezifischer Ertrag (Jahr 1): 8.000 kWh / 8 kWp = 1.000 kWh/kWp

Im zehnten Jahr erzeugt dieselbe Anlage 7.600 kWh.
Spezifischer Ertrag (Jahr 10): 7.600 kWh / 8 kWp = 950 kWh/kWp

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Dieser normalisierte Wert ist die Grundlage für den weiteren Vergleich und gibt Aufschluss über den tatsächlichen Ertrag einer Photovoltaikanlage.

Schritt 3: Den Leistungsabfall berechnen

Nun berechnen Sie die aktuelle Leistung im Verhältnis zum Referenzjahr. So ermitteln Sie, wie viel Prozent der ursprünglichen Leistung Ihre Anlage heute noch erbringt.

Formel:
Aktuelle Leistung (%) = (Spezifischer Ertrag aktuell / Spezifischer Ertrag im Referenzjahr) * 100

Beispiel (Fortsetzung):
Aktuelle Leistung: (950 kWh/kWp / 1.000 kWh/kWp) * 100 = 95 %

Ihre Anlage erbringt in diesem Beispiel nach zehn Jahren also noch 95 % ihrer ursprünglichen Leistung.

Schritt 4: Das Ergebnis mit der Garantie vergleichen

Im letzten Schritt vergleichen Sie Ihren berechneten Wert mit der Leistungsgarantie des Herstellers. Diese finden Sie im Datenblatt Ihrer Solarmodule oder in den Garantiebedingungen.

Beispiel (Fortsetzung):
Ihre Berechnung: 95 % Leistung nach 10 Jahren.
Herstellergarantie: Mindestens 90 % Leistung nach 10 Jahren.

Ergebnis: In diesem Fall liegt die Leistung Ihrer Anlage deutlich über dem garantierten Wert. Es besteht kein Grund zur Sorge. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Qualitätsmodule die Garantiewerte sogar übertreffen.

Verdacht auf übermäßige Degradation: Was nun?

Was, wenn Ihre Berechnung einen Wert ergibt, der unter der Garantiegrenze liegt? Wenn Sie beispielsweise nur noch 88 % Leistung nach 10 Jahren errechnen, obwohl 90 % garantiert sind, sollten Sie aktiv werden.

  1. Andere Ursachen ausschließen: Bevor Sie einen Garantiefall vermuten, prüfen Sie andere mögliche Gründe für den Leistungsabfall. Dazu gehören Verschmutzungen auf den Modulen, neu entstandene Verschattungen (z. B. durch gewachsene Bäume) oder ein technisches Problem am Wechselrichter. Eine professionelle Photovoltaik Reinigung kann oft schon einen spürbaren Unterschied machen.

  2. Fachmann kontaktieren: Sprechen Sie mit Ihrem ursprünglichen Installateur oder einem spezialisierten Fachbetrieb. Schildern Sie Ihre Beobachtungen und Berechnungen.

  3. Professionelle Messung beauftragen: Für einen rechtsgültigen Nachweis ist eine sogenannte Kennlinienmessung (auch Flashen genannt) vor Ort erforderlich. Hierbei wird ein einzelnes Modul unter standardisierten Testbedingungen (STC) durchgemessen. Nur diese Messung liefert einen exakten, unanfechtbaren Beweis für die tatsächliche Leistung und kann als Grundlage für einen Garantiefall beim Hersteller dienen.

Professionelle Messung beauftragen

Häufige Fragen zur Degradation von Solarmodulen (FAQ)

Kann ich die Degradation aufhalten?
Nein, der Alterungsprozess ist ein natürlicher Vorgang. Sie können jedoch sicherstellen, dass Ihre Anlage unter optimalen Bedingungen arbeitet, indem Sie sie sauber halten und auf mögliche Verschattungen achten, um den maximalen Ertrag zu sichern.

Welche Module degradieren am langsamsten?
Moderne monokristalline Module, insbesondere Glas-Glas-Module, weisen in der Regel die geringsten Degradationsraten auf. Sie sind oft robuster gegenüber Umwelteinflüssen und haben daher häufig längere Leistungsgarantien von 30 Jahren.

Was ist der Unterschied zwischen Leistungs- und Produktgarantie?
Die Produktgarantie (meist 10-25 Jahre) deckt Material- und Verarbeitungsfehler am Modul selbst ab, z. B. einen defekten Rahmen oder eine delaminierte Folie. Die Leistungsgarantie (meist 25-30 Jahre) sichert hingegen ausschließlich den prozentualen Leistungsabfall über die Zeit ab.

Lohnt sich der Aufwand einer Garantieprüfung?
Wenn Ihre Berechnungen eine deutliche Abweichung von der Garantiekurve nahelegen, lohnt es sich definitiv. Ein um wenige Prozentpunkte höherer Ertrag summiert sich über die verbleibende Laufzeit der Anlage zu einem erheblichen finanziellen Betrag. Ein Photovoltaik Rechner kann Ihnen helfen, die langfristigen Auswirkungen abzuschätzen.

Fazit: Wachsamkeit zahlt sich aus

Die Degradation von Solarmodulen ist ein normaler und meist unproblematischer Prozess. Dennoch sollten Sie als Anlagenbetreiber die Leistung Ihrer Anlage im Auge behalten. Eine einfache jährliche Überprüfung der spezifischen Erträge gibt Ihnen Sicherheit, dass Ihre Investition die erwartete Rendite liefert.

Sollten Sie Abweichungen feststellen, wissen Sie nun, wie Sie die Situation einschätzen und die richtigen Schritte einleiten können. So stellt Photovoltaik.info sicher, dass Sie nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch im langjährigen Betrieb bestens informiert sind.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma · Gründer & Hauptautor von Photovoltaik.info
20+ Jahre PV Praxis · 3.000+ Anlagen · eigene 20 kWp Anlage mit zwei Speichern

Hallo, ich bin Patrick. Ich habe die damals größte PV Modulproduktion Bayerns geleitet, mehr als 3.000 Photovoltaikanlagen mit aufgebaut und betreibe heute selbst eine 20 kWp Anlage mit zwei Speichern. Auf Photovoltaik.info teile ich meine Erfahrung aus über zwei Jahrzehnten PV Praxis, unabhängig, verständlich und ohne Verkaufsdruck. Mein Ziel ist es, Hausbesitzern ehrliche Informationen zu Photovoltaik, Stromspeichern und Balkonkraftwerken zu geben, damit sie bessere Entscheidungen treffen können, ohne Verkaufsmaschen und Marketing Bla.


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