Belegungsplan selbst erstellen: Kostenlose Tools und Anleitungen für die optimale Modulanordnung

Viele Eigenheimbesitzer, die über eine Photovoltaikanlage nachdenken, stellen sich dieselbe Frage: Wie viele Solarmodule passen auf mein Dach und wie sollten sie angeordnet werden?

Ein präziser Belegungsplan liefert die Antwort und bildet das Fundament für eine ertragreiche, sichere Anlage. Er verwandelt eine vage Idee in ein konkretes Projekt und hilft, kostspielige Fehler von vornherein zu vermeiden.

Die gute Nachricht ist: Für eine erste fundierte Planung müssen Sie nicht zwangsläufig einen Fachbetrieb beauftragen. Denn mit den richtigen Werkzeugen und etwas Sorgfalt können Sie selbst einen detaillierten Plan erstellen.

Was ist ein Belegungsplan und warum ist er so entscheidend?

Ein Belegungsplan ist eine maßstabsgetreue Zeichnung Ihrer Dachfläche, die die exakte Position jedes einzelnen Solarmoduls, der Montageschienen und möglicher Hindernisse darstellt. Er ist weit mehr als eine grobe Skizze – er ist das strategische Herzstück Ihrer Photovoltaikanlage.

Er ist aus drei wesentlichen Gründen entscheidend:

  1. Ertragsmaximierung: Die richtige Anordnung, optimal an der Sonneneinstrahlung ausgerichtet und unter Berücksichtigung von Schattenwurf, ist entscheidend für den maximalen Stromertrag. Bereits die teilweise Verschattung eines einzelnen Moduls durch einen Schornstein kann die Leistung eines ganzen Modulstrangs um bis zu 30 % reduzieren. Ein guter Plan beugt solchen Ertragsbremsen vor.

  2. Kosten- und Planungssicherheit: Mit einem exakten Plan wissen Sie genau, wie viele Module Sie benötigen und welche Größe sie haben. Das verhindert teure Fehlkäufe oder Nachbestellungen und stellt sicher, dass die Anlage am Ende auch wie gedacht auf das Dach passt.

  3. Professionelle Grundlage: Der Belegungsplan ist die unverzichtbare Arbeitsgrundlage für den Solarteur. Er dient zur Prüfung der Dachstatik, zur Materialbestellung und als exakte Anleitung für die Monteure vor Ort.

Praxisbeispiel: Stellen Sie sich ein typisches Satteldach mit einem Dachfenster und einem Schornstein vor.

Ohne Plan könnte man versucht sein, die Module einfach lückenlos aneinanderzureihen. Erst eine maßstabsgetreue Zeichnung macht deutlich, dass gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsabstände zum Dachrand und zu Brandwänden eingehalten werden müssen.

Sie zeigt außerdem, wie der Schatten des Schornsteins im Tagesverlauf über mehrere Module wandert. Der Belegungsplan macht solche Probleme sichtbar und hilft dabei, eine optimale Lösung zu finden.

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Schritt 1: Das Dach präzise vermessen – Die Basis für Ihren Plan

Die Regel „zweimal messen, einmal sägen“ gilt auch für die PV-Planung. Je genauer Ihre Maße sind, desto verlässlicher ist Ihr Belegungsplan. Besorgen Sie sich zunächst die Baupläne Ihres Hauses, falls vorhanden. Diese enthalten oft bereits die wichtigsten Dachmaße. Andernfalls müssen Sie selbst nachmessen.

Was genau müssen Sie vermessen?

  • Dachflächen: Länge und Breite der nutzbaren Dachfläche(n).
  • Hindernisse (Störobjekte): Position und Größe von Schornsteinen, Dachfenstern, Lüftungsrohren, Satellitenschüsseln oder Gauben. Messen Sie nicht nur das Objekt selbst, sondern auch dessen Abstand zu den Dachkanten.
  • Dachneigung und Ausrichtung: Diese Faktoren sind für den späteren Energieertrag entscheidend. Informationen zur optimalen Dachausrichtung helfen Ihnen, das Potenzial Ihres Daches besser einzuschätzen.

Für eine erste grobe Einschätzung können Sie Luftbilder von Diensten wie Google Maps nutzen. Beachten Sie jedoch, dass diese oft perspektivisch verzerrt sind und keine exakten Messungen ersetzen können.

Für präzise Werte kommen Sie um eine Messung vor Ort mit einem Maßband oder einem Laser-Entfernungsmesser nicht herum. Arbeiten Sie dabei stets sicher und betreten Sie das Dach nur mit entsprechender Sicherung.

Schritt 2: Die richtigen Solarmodule auswählen

Die Größe der Solarmodule bestimmt maßgeblich, wie viele davon auf Ihr Dach passen. Obwohl es verschiedene Formate gibt, hat sich ein gewisser Standard etabliert.

Die meisten modernen Solarmodule haben eine Größe von etwa 1,75 m x 1,10 m und wiegen zwischen 20 und 25 kg. Diese Werte dienen als gute Ausgangsbasis für Ihre Planung. Prüfen Sie vor dem Kauf jedoch immer das genaue Datenblatt des von Ihnen gewählten Modells.

Neben der Größe sind bei der Auswahl der Solarmodule auch Effizienz und Preis entscheidend. Gerade bei kleinen oder stark zergliederten Dachflächen können sich hocheffiziente, kompaktere Module lohnen, um den Ertrag zu maximieren. Die meisten Eigenheimbesitzer entscheiden sich für Standardmodule, da sie für typische Dächer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Kostenlose Tools zur Erstellung Ihres Belegungsplans

Sie müssen kein Ingenieur sein, um einen guten Belegungsplan zu erstellen. Es gibt mehrere bewährte Methoden, die Sie ohne hohe Kosten nutzen können.

Option 1: Die manuelle Planung mit Papier und Stift

Diese klassische Methode ist überraschend effektiv und hilft, ein gutes Gefühl für die Platzverhältnisse zu entwickeln.

  1. Dach zeichnen: Zeichnen Sie Ihre Dachfläche maßstabsgetreu auf Millimeterpapier (z. B. im Maßstab 1:50, wobei 2 cm auf dem Papier 1 m in der Realität entsprechen).
  2. Hindernisse eintragen: Zeichnen Sie alle Hindernisse wie Schornsteine und Fenster ebenfalls maßstabsgetreu ein.
  3. Module ausschneiden: Schneiden Sie aus einem anderen Blatt Papier kleine Rechtecke aus, die im selben Maßstab Ihren Solarmodulen entsprechen.
  4. Module anordnen: Nun können Sie die Papiermodule auf Ihrer Dachzeichnung verschieben, bis Sie die optimale Anordnung gefunden haben. Berücksichtigen Sie dabei die nötigen Abstände.
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Option 2: Kostenlose Online-Planungstools

Im Internet finden sich zahlreiche kostenlose PV-Planer, die oft von Herstellern von Montagesystemen oder Solarkomponenten angeboten werden. Diese Tools sind meist sehr benutzerfreundlich.

Sie geben Ihre Adresse ein und das Tool lädt ein Satellitenbild Ihres Daches. Anschließend zeichnen Sie die Dachfläche nach, definieren Hindernisse und platzieren per Drag-and-drop die virtuellen Module. Das Tool berücksichtigt dabei automatisch Standardgrößen und berechnet oft sogar den potenziellen Jahresertrag.

Der Vorteil dieser Tools liegt in der Geschwindigkeit und der Visualisierung, die oft auch in 3D erfolgt und auf typische Planungsfehler aufmerksam macht. Der Nachteil ist, dass meist eine Registrierung mit Ihrer E-Mail-Adresse erforderlich ist.

Praxisszenario: So können Sie mit einem solchen Tool beispielsweise sofort erkennen, wenn bei einer bestimmten Anordnung der Schatten des Kamins im Winter über mehrere Module wandert. Sie können die Anordnung direkt am Bildschirm anpassen und eine optimale Lösung finden, noch bevor ein einziges Bauteil bestellt wurde.

Wichtige Regeln bei der Modulanordnung: Hindernisse und Abstände

Eine lückenlose Belegung des Daches ist selten möglich oder sinnvoll. Bestimmte Abstände sind aus technischen und sicherheitsrelevanten Gründen unverzichtbar.

  • Abstände zur Dachkante: Halten Sie zu allen Rändern (First, Traufe, Ortgang) einen Sicherheitsabstand ein. Als Faustregel gelten 20 bis 50 cm. Dieser Bereich ist für Wind- und Schneelasten besonders anfällig und dient den Monteuren zudem als Arbeitsbereich.

  • Abstände zu Hindernissen: Planen Sie um Schornsteine, Dachfenster und Lüfter ebenfalls genügend Platz ein. Dies dient nicht nur der Zugänglichkeit für Wartungsarbeiten (z. B. durch den Schornsteinfeger), sondern vor allem der Vermeidung von Schattenwurf.

Schatten ist der größte Feind Ihrer Photovoltaikanlage. Selbst ein kleiner, aber dauerhafter Schatten kann die Leistung erheblich reduzieren. Moderne Anlagen mit einem Photovoltaik Speicher sind darauf angewiesen, über den Tag hinweg konstant und effizient Strom zu produzieren, um den Speicher optimal zu laden – ein Prozess, der durch verschattete Module empfindlich gestört wird.

Vom Plan zur Realität: Was kommt nach der Planung?

Ihr selbst erstellter Belegungsplan ist ein mächtiges Werkzeug. Er dient als ideale Grundlage für die nächsten Schritte:

  1. Statikprüfung: Anhand der Anzahl und des Gewichts der Module (ca. 20–25 kg pro Stück) kann ein Statiker oder ein erfahrener Dachdecker beurteilen, ob Ihr Dachstuhl die zusätzliche Last tragen kann.

  2. Angebotseinholung: Mit einem konkreten Plan können Sie bei Fachbetrieben präzise und vergleichbare Angebote einholen.

  3. Finale Fachplanung: Der ausführende Betrieb wird Ihren Plan prüfen und gegebenenfalls auf Basis seiner Erfahrung und unter Berücksichtigung der elektrischen Verschaltung finalisieren.

Ihre sorgfältige Vorplanung zeigt Professionalität und hilft Ihnen, die Vorschläge und Angebote von Fachbetrieben fundiert zu bewerten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Belegungsplan

Kann ich den Belegungsplan komplett allein erstellen?

Ja, für die erste Prüfung, die Ermittlung des Potenzials und die Einholung von Angeboten ist ein selbst erstellter Plan ideal. Die endgültige, für die Installation verbindliche Fachplanung sollte jedoch immer von einem Experten geprüft werden, da dieser auch die elektrische Auslegung und die Statik abschließend beurteilt.

Wie viele Module passen auf ein typisches Einfamilienhausdach?

Als Faustregel gilt: Auf ein durchschnittliches Satteldach mit 50 m² freier Fläche passen oft 15 bis 20 Solarmodule. Dies entspricht einer Anlagenleistung von etwa 6 bis 8 kWp, was oft ausreicht, um den Strombedarf einer vierköpfigen Familie zu decken.

Was ist der Unterschied zwischen Hochkant- und Quermontage?

Module können stehend (hochkant) oder liegend (quer) montiert werden. Die Entscheidung hängt von der Geometrie des Daches ab. Auf langen, aber nicht sehr hohen Dachflächen lassen sich mit einer Quermontage oft mehr Module unterbringen als mit einer Hochkantmontage. Ihr Belegungsplan wird Ihnen zeigen, welche Variante für Sie am besten geeignet ist.

Muss ich für kostenlose Online-Tools meine Daten angeben?

In den meisten Fällen ist für die Nutzung von Online-Planern eine Registrierung per E-Mail-Adresse erforderlich. Seien Sie sich bewusst, dass Ihre Daten unter Umständen für Marketingzwecke genutzt werden könnten.

Wie genau müssen meine Messungen sein?

So genau wie möglich. Ein Messfehler von 10 bis 20 cm kann bereits darüber entscheiden, ob eine ganze Reihe von Modulen passt oder nicht. Überprüfen Sie Ihre Maße lieber einmal mehr, bevor Sie Material bestellen oder einen Auftrag vergeben.

Ein sorgfältig erstellter Belegungsplan ist ein entscheidender erster Schritt auf dem Weg zu Ihrer eigenen Photovoltaikanlage. Er gibt Ihnen die Kontrolle über Ihr Projekt und das Vertrauen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie Komplettsets und weitere praxisnahe Informationen, die Ihnen bei der Umsetzung Ihrer Planung helfen.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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