PV-Anlage mit Wärmepumpe und E-Auto: Die neue Wirtschaftlichkeitsrechnung

PV-Anlage mit Wärmepumpe und E-Auto: So rechnet sich die Investition heute

Wer die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage berechnet, folgt oft einem klassischen Muster: Erzeugter Solarstrom wird entweder selbst verbraucht oder gegen eine Vergütung ins Netz eingespeist. Doch diese Betrachtung greift heute zu kurz. Ihre wahre Stärke entfaltet eine PV-Anlage erst im Zusammenspiel mit großen Stromverbrauchern im eigenen Haus – allen voran mit einer Wärmepumpe und einem Elektroauto. Diese Kombination, auch Sektorenkopplung genannt, verändert die gesamte Kosten-Nutzen-Rechnung von Grund auf und kann die Amortisationszeit drastisch verkürzen.

Das Grundprinzip: Warum hoher Eigenverbrauch entscheidend ist

Um die Vorteile der Sektorenkopplung zu verstehen, genügt ein Blick auf die aktuellen Rahmenbedingungen: Der finanzielle Anreiz für die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz ist in den letzten Jahren stetig gesunken.

Laut Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) liegt die Einspeisevergütung für neue Anlagen (Stand Anfang 2024) bei etwa 8 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Gleichzeitig kostet eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz für Haushaltskunden oft 30 Cent oder mehr.

Die einfache Faustregel lautet daher: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom spart Ihnen rund 30 Cent, während jede eingespeiste Kilowattstunde nur etwa 8 Cent einbringt. Der finanzielle Hebel des Eigenverbrauchs ist damit fast viermal so groß wie der der Einspeisung. Das Ziel lautet daher, so viel Solarstrom wie möglich direkt im eigenen Haus zu nutzen. Hier erfahren Sie [Alles was Sie über Photovoltaik wissen müssen], um die Grundlagen zu vertiefen.

Sektorenkopplung: Ihr Haus wird zum Energie-Ökosystem

Der Begriff „Sektorenkopplung“ klingt technisch, beschreibt aber ein einfaches Prinzip: Die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität werden intelligent miteinander verbunden. Ihre PV-Anlage wird so vom reinen Stromlieferanten für Licht und Haushaltsgeräte zum Herzstück Ihres vernetzten Energiesystems.

  • Sektor Strom: Ihre PV-Anlage erzeugt saubere Energie.
  • Sektor Wärme: Eine Wärmepumpe nutzt diesen Strom, um Ihr Haus zu heizen und Warmwasser aufzubereiten.
  • Sektor Mobilität: Eine Wallbox lädt Ihr Elektroauto mit dem Strom vom eigenen Dach.

Ein intelligentes Energiemanagementsystem sorgt dafür, dass der Solarstrom immer dorthin fließt, wo er gerade am meisten gebraucht wird oder den größten finanziellen Vorteil bringt.

Die Wirtschaftlichkeit im Wandel: Drei Szenarien im Vergleich

Ein Praxisbeispiel zeigt, wie sich die Rechnung dadurch verändert. Wir gehen von einer typischen 10-kWp-Anlage aus, die pro Jahr rund 10.000 kWh Strom erzeugt.

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Szenario 1: Die klassische PV-Anlage

Ein Vierpersonenhaushalt verbraucht jährlich etwa 4.500 kWh Strom. Ohne weitere Großverbraucher und ohne Batteriespeicher kann der Haushalt erfahrungsgemäß etwa 30 % des erzeugten Solarstroms direkt nutzen (also rund 3.000 kWh der Jahresproduktion).

  • Eigenverbrauch: 3.000 kWh
  • Einsparung: 3.000 kWh x 0,30 €/kWh = 900 € pro Jahr
  • Einspeisung: 7.000 kWh
  • Einnahmen: 7.000 kWh x 0,08 €/kWh = 560 € pro Jahr
  • Gesamtertrag: 1.460 € pro Jahr

Dies ist eine solide Grundlage, doch das Potenzial ist bei Weitem nicht ausgeschöpft. Eine detailliertere Aufschlüsselung finden Sie in unserem Beitrag zur [Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage].

Szenario 2: PV-Anlage mit Wärmepumpe

Nun kommt eine Wärmepumpe hinzu, die einen zusätzlichen Strombedarf von 4.000 kWh pro Jahr hat. Ein Energiemanagementsystem sorgt dafür, dass die Wärmepumpe bevorzugt dann läuft, wenn die Sonne scheint. Dadurch steigt der Eigenverbrauchsanteil des Solarstroms deutlich, zum Beispiel auf 60 %.

  • Gesamtstrombedarf: 4.500 kWh (Haushalt) + 4.000 kWh (Wärmepumpe) = 8.500 kWh
  • Eigenverbrauch: 6.000 kWh (60 % der PV-Produktion)
  • Einsparung: 6.000 kWh x 0,30 €/kWh = 1.800 € pro Jahr
  • Einspeisung: 4.000 kWh
  • Einnahmen: 4.000 kWh x 0,08 €/kWh = 320 € pro Jahr
  • Gesamtertrag: 2.120 € pro Jahr

Der jährliche Ertrag steigt damit um über 45 %. Die Investition in die PV-Anlage rentiert sich wesentlich schneller, da sie nun auch die Heizkosten spürbar senkt.

Szenario 3: Das Komplettpaket mit E-Auto

Zusätzlich zur Wärmepumpe wird ein Elektroauto angeschafft, das für eine Jahresfahrleistung von 15.000 km etwa 2.500 kWh Strom benötigt. Geladen wird es über eine smarte [Wallbox für E-Autos], die den Ladevorgang bei Solarüberschuss startet. Der Eigenverbrauchsanteil kann nun auf 75 % oder mehr klettern.

  • Gesamtstrombedarf: 8.500 kWh (Haushalt + WP) + 2.500 kWh (E-Auto) = 11.000 kWh
  • Eigenverbrauch: 7.500 kWh (75 % der PV-Produktion)
  • Einsparung: 7.500 kWh x 0,30 €/kWh = 2.250 € pro Jahr
  • Einspeisung: 2.500 kWh
  • Einnahmen: 2.500 kWh x 0,08 €/kWh = 200 € pro Jahr
  • Gesamtertrag: 2.450 € pro Jahr

Der jährliche Ertrag hat sich im Vergleich zum reinen PV-Szenario fast verdoppelt. Hinzu kommt die enorme Ersparnis bei den Kraftstoffkosten, die in dieser Rechnung noch nicht einmal berücksichtigt ist. Studien wie „Klimaneutrales Deutschland 2045“ von Agora Energiewende bestätigen, dass diese Kopplung der Sektoren ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche und bezahlbare Energiewende in Privathaushalten ist.

Die unverzichtbare Rolle des Stromspeichers

Um eine Eigenverbrauchsquote von über 60 % zu erreichen, ist ein [Stromspeicher für Photovoltaikanlage] in der Praxis unerlässlich. Er speichert den Solarstrom vom Mittag für die Abendstunden und die Nacht. So kann die Wärmepumpe auch nach Sonnenuntergang mit günstigem Solarstrom betrieben oder das E-Auto über Nacht geladen werden.

Die Erfahrung zeigt: Die Kombination aus PV-Anlage, Großverbrauchern und einem passend dimensionierten Speicher kann die Autarkiequote eines Haushalts von typischen 30 % auf 70–80 % anheben. Moderne Lithium-Speicher arbeiten dabei hocheffizient, wie die jährliche „Stromspeicher-Inspektion“ der HTW Berlin regelmäßig nachweist.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich alles auf einmal installieren?

Nein, ein schrittweiser Ausbau ist problemlos möglich und oft sinnvoll. Viele beginnen mit einer PV-Anlage, die bereits für künftige Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein E-Auto ausgelegt ist. Die weiteren Komponenten können dann nach und nach ergänzt werden.

Reicht der Solarstrom im Winter für die Wärmepumpe?

Im Winter ist die Sonneneinstrahlung geringer, während der Heizbedarf am höchsten ist. Die PV-Anlage kann den Bedarf der Wärmepumpe in den Wintermonaten nicht vollständig decken. Sie reduziert den Netzbezug aber signifikant, insbesondere an sonnigen Wintertagen. Über das ganze Jahr gerechnet ergibt sich jedoch eine enorme Ersparnis.

Wie groß sollten PV-Anlage und Speicher dimensioniert sein?

Als Faustregel gilt: Die PV-Anlage sollte so groß geplant werden, wie es das Dach zulässt. Die Speicherkapazität richtet sich nach dem nächtlichen Verbrauch. Typische Größen für ein Einfamilienhaus im Sektorenkopplungs-Szenario sind 10–15 kWp PV-Leistung und 10–15 kWh Speicherkapazität. Eine genaue Planung ist hier entscheidend.

Gibt es spezielle Förderungen für dieses System?

Ja, die Kombination wird oft durch verschiedene Programme gefördert. Es gibt Zuschüsse für die Wärmepumpe (BAFA), die Wallbox (KfW, je nach Verfügbarkeit) und teils auch für Stromspeicher auf Landesebene. Eine genaue Prüfung der aktuellen Förderlandschaft vor der Investition ist empfehlenswert.

Die Entscheidung für eine Photovoltaikanlage ist heute mehr als eine reine Investition in die Stromerzeugung – sie ist der Grundstein für ein unabhängiges, kostengünstiges und zukunftssicheres Energiekonzept für Ihr Zuhause.

Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen und Nutzungsszenarien abgestimmt sind. So wird der Einstieg in die eigene Energiewende einfacher als gedacht.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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