Wartung der Unterkonstruktion und Verkabelung: So sichern Sie die Langlebigkeit Ihrer PV-Anlage

Die meisten Besitzer von Photovoltaikanlagen achten vor allem auf saubere Solarmodule, um den Ertrag zu maximieren. Doch die wahren Helden einer langlebigen und sicheren Anlage arbeiten oft im Verborgenen: die Unterkonstruktion und die Verkabelung.
Diese Komponenten sind entscheidend für die mechanische Stabilität und die elektrische Sicherheit. Eine regelmäßige Kontrolle dieser oft vernachlässigten Bauteile schützt Ihre Investition und sichert über Jahrzehnte hinweg einen zuverlässigen Betrieb.
Warum die unsichtbaren Helden so wichtig sind: Montagesystem und Verkabelung
Das Montagesystem ist das Fundament Ihrer Anlage. Es trotzt Wind, Regen sowie Schneelasten und hält die wertvollen Module sicher an ihrem Platz. Die Verkabelung wiederum ist das Nervensystem, das den erzeugten Solarstrom sicher und verlustfrei zum Wechselrichter transportiert. Sind diese Komponenten geschwächt, leidet nicht nur der Ertrag, sondern es entstehen auch ernsthafte Sicherheitsrisiken.
Eine Studie des TÜV Rheinland belegt eindrücklich: Über ein Drittel aller Mängel bei Photovoltaikanlagen gehen auf Installationsfehler zurück, von denen ein erheblicher Teil die Montage und Verkabelung betrifft. Dies unterstreicht, wie wichtig eine fachgerechte Installation und anschließende, regelmäßige Überprüfungen sind, um die Leistungsfähigkeit langfristig zu gewährleisten.
Die Inspektion der Unterkonstruktion: Worauf Sie achten sollten
Eine grundlegende Sichtprüfung der Unterkonstruktion lässt sich in der Regel sicher vom Boden aus durchführen, eventuell mithilfe eines Fernglases. So erkennen Sie offensichtliche Veränderungen frühzeitig, bevor sie sich zu einem größeren Problem entwickeln.
Fester Sitz aller Komponenten
Durch Temperaturschwankungen, Wind und Vibrationen können sich Schrauben und Klemmen über die Jahre minimal lockern. Was harmlos beginnt, kann ernste Folgen haben: Lockert sich eine Modulklemme, vibriert das Modul bei starkem Wind. Diese ständige mechanische Belastung kann zu Mikrorissen in den Solarzellen führen, die mit bloßem Auge unsichtbar sind, aber den Ertrag schleichend mindern.
Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) haben nachgewiesen, dass permanenter mechanischer Stress die Moduleffizienz um bis zu 2 % pro Jahr reduzieren kann, wenn die Befestigung nachgibt. Achten Sie bei Ihrer Prüfung daher auf Folgendes:
- Sichtprüfung: Sehen alle Klemmen und Verschraubungen bündig und fest aus? Gibt es sichtbare Spalte zwischen Modulrahmen und Halterung?
- Akustische Prüfung: Hören Sie bei starkem Wind Klappergeräusche vom Dach? Dies kann ein Indiz für lose Teile sein.
Die Wahl des richtigen Montagesystems für Photovoltaik ist bereits der erste und wichtigste Schritt, um solchen Problemen vorzubeugen.
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Ab 1.299,00 €Korrosion und Materialermüdung erkennen
Obwohl die meisten Montagesysteme aus langlebigen Materialien wie Aluminium oder Edelstahl gefertigt sind, können Umwelteinflüsse über Jahrzehnte hinweg ihre Spuren hinterlassen. Besonders in Küstennähe (Salz in der Luft) oder in Industriegebieten (Schadstoffe) kann Korrosion verstärkt auftreten.

Suchen Sie gezielt nach folgenden Anzeichen:
- Rostflecken: An Verschraubungen oder Bauteilen aus verzinktem Stahl.
- Weiße, pulverartige Ablagerungen: Ein Zeichen für Aluminiumkorrosion.
- Verfärbungen: Besonders an den Kontaktstellen unterschiedlicher Metalle.
Statistiken zeigen, dass Materialermüdung bei Montagesystemen für rund 15 % der späten Ertragsausfälle (nach mehr als 10 Jahren Betrieb) verantwortlich ist. Ein kleiner Rostfleck heute kann in einigen Jahren die Stabilität eines ganzen Segments gefährden.
Ein wachsames Auge auf die Verkabelung: Sicherheit geht vor
Die Verkabelung Ihrer Anlage ist extremen Bedingungen ausgesetzt: UV-Strahlung, Hitze, Kälte und Feuchtigkeit. Eine Beschädigung kann nicht nur zu Leistungsverlusten führen, sondern im schlimmsten Fall auch zur Brandgefahr werden. Laut einer Studie des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) sind unsachgemäß befestigte und beschädigte Kabel eine der Hauptursachen für gefährliche Lichtbögen bei PV-Anlagen.
Beschädigungen der Isolierung
Die schwarze Kunststoffhülle der Solarkabel schützt die stromführenden Adern. Wird diese Hülle beschädigt, liegt die elektrische Spannung frei. Typische Ursachen sind:
- Durchscheuern: Wenn ein Kabel über eine scharfe Kante (z. B. einen Dachziegel oder eine Metallschiene) verlegt wurde, kann die ständige Bewegung durch Wind die Isolierung über Jahre hinweg abreiben.
- Tierverbiss: Insbesondere Marder nagen gerne an Kabelisolierungen.
- UV-Alterung: Minderwertige Kabel können mit der Zeit spröde werden und Risse bekommen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Solarkabel wurde lose über einen Dachziegel verlegt. Nach sieben Jahren hatte der Wind die Isolierung durchgescheuert, was bei Regen zu einem Kurzschluss und dem Ausfall eines ganzen Anlagenteils führte. Hochwertige und UV-beständige Solarkabel sind daher unerlässlich.
Sichere Befestigung und Zugentlastung
Achten Sie darauf, dass alle Kabel sicher und ohne Spannung verlegt sind. Sie sollten mit UV-beständigen Kabelbindern am Montagesystem befestigt sein und nicht lose auf dem Dach liegen. Herabhängende Kabelschlaufen sind besonders problematisch, da sich darin Wasser sammeln kann, das auf Dauer in die Steckverbindungen eindringt. Zudem üben sie permanenten Zug auf die Stecker aus, was die Kontakte lockern und zu Leistungsverlusten führen kann.
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9.999,00 €Wann ist professionelle Hilfe nötig?
Während eine regelmäßige Sichtprüfung jeder Anlagenbesitzer selbst durchführen kann, sollten Sie Reparaturen und tiefergehende Prüfungen stets einem Fachmann überlassen. Kontaktieren Sie einen Installateur, wenn Ihnen Folgendes auffällt:
- Sie entdecken lose Schrauben oder Klemmen.
- Sie sehen korrodierte Bauteile.
- Sie finden beschädigte oder durchgescheuerte Kabel.
- Ihre Anlage zeigt unerklärliche Leistungseinbrüche.
Die Erfahrung vieler Betreiber zeigt, dass eine professionelle Photovoltaik Wartung alle zwei bis vier Jahre sinnvoll ist. Ein Experte überprüft nicht nur die mechanischen Komponenten, sondern führt auch elektrische Messungen durch. So lassen sich versteckte Probleme aufdecken, bevor sie zu teuren Schäden oder Sicherheitsrisiken werden.

FAQ – Häufige Fragen zur Wartung von Unterkonstruktion und Kabeln
Wie oft sollte ich eine Sichtprüfung durchführen?
Eine jährliche Sichtprüfung ist empfehlenswert. Ein guter Zeitpunkt ist das Frühjahr, wenn die Belastungen des Winters durch Schnee und Eis vorüber sind.
Kann ich lockere Schrauben selbst nachziehen?
Hiervon ist abzuraten, es sei denn, Sie können die Stelle absolut sicher und ohne Betreten des Daches erreichen. Montagesysteme erfordern oft ein Anziehen mit einem bestimmten Drehmoment. Falsche Handhabung kann mehr schaden als nutzen. Dokumentieren Sie die Stelle (z. B. mit einem Foto) und beauftragen Sie einen Fachbetrieb.
Was sind Anzeichen für einen Marderbiss?
Typisch sind kleine, paarweise angeordnete Bissspuren in der Kabelisolierung. Manchmal sind auch kleine Fetzen der Isolierung in der Nähe zu finden. Auch wenn nur die äußere Hülle beschädigt scheint, sollte das Kabel von einem Fachmann geprüft werden.
Kostet eine professionelle Überprüfung viel?
Die Kosten für eine professionelle Wartung bewegen sich üblicherweise zwischen 150 und 300 Euro, je nach Anlagengröße und Umfang der Prüfung. Diese Investition ist gering im Vergleich zu den Kosten, die durch einen unentdeckten Defekt entstehen können.
Fazit: Kleine Checks mit großer Wirkung
Die Unterkonstruktion und die Verkabelung sind das Rückgrat Ihrer Photovoltaikanlage. Eine regelmäßige und aufmerksame Sichtprüfung dieser oft übersehenen Komponenten ist eine einfache, aber äußerst wirksame Maßnahme. So sichern Sie nicht nur den maximalen Ertrag, sondern gewährleisten auch die Betriebssicherheit und Langlebigkeit Ihrer wertvollen Investition – für viele Jahre.
Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten finden Sie direkt auf Photovoltaik.info.
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