Wartezeiten bei PV-Anlagen: Lokal warten oder überregional installieren?

Die Entscheidung für eine eigene Photovoltaikanlage ist ein großer Schritt in Richtung Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit. Doch der anfänglichen Euphorie folgt bei vielen Hausbesitzern oft die Ernüchterung, denn die Wartezeiten für die Installation können lang sein. Dieser Artikel beleuchtet die Gründe für die hohe Nachfrage, zeigt regionale Unterschiede auf und hilft Ihnen bei der Entscheidung zwischen einem lokalen Handwerker und einem überregionalen Anbieter.

Der Markt im Wandel: Warum die Wartezeiten steigen

Die aktuelle Situation auf dem Photovoltaik-Markt ist von zwei zentralen Entwicklungen geprägt: einer rasant steigenden Nachfrage und einem anhaltenden Fachkräftemangel.

Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) belegen, dass allein im ersten Quartal 2023 in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 3,6 Gigawatt neu installiert wurden – eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Angetrieben wird dieser Boom durch den Wunsch nach niedrigeren Stromkosten und mehr Energieautarkie.

Gleichzeitig trifft diese hohe Nachfrage auf begrenzte Kapazitäten im Handwerk. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass über 60 % der Betriebe im Bereich Elektroinstallation einen Mangel an qualifizierten Fachkräften beklagen. In der Folge ist die durchschnittliche Wartezeit auf einen Handwerkertermin branchenübergreifend auf rund 11 Wochen gestiegen – bei spezialisierten PV-Installateuren kann sie jedoch deutlich länger ausfallen.

Praxisbeispiel: Ein typischer Vierpersonenhaushalt, der sich für eine 8-kWp-Photovoltaikanlage entscheidet, muss heute je nach Region und Anbieter mit einer Wartezeit von drei bis zu zwölf Monaten rechnen.

Regionale Unterschiede: Nicht überall wartet man gleich lang

Die Wartezeit für Ihre PV-Anlage hängt stark von Ihrem Wohnort ab. In Ballungsgebieten mit einer hohen Dichte an Handwerksbetrieben ist der Wettbewerb größer, was die Wartezeiten tendenziell verkürzt. In ländlichen Regionen, insbesondere in Süddeutschland mit seiner hohen Sonneneinstrahlung, ist die Nachfrage oft extrem hoch, während die Anzahl der Installationsbetriebe begrenzt ist.

Folgende Faktoren beeinflussen die regionalen Wartezeiten:

  • Anzahl der Fachbetriebe: Mehr Anbieter bedeuten in der Regel mehr Wettbewerb und potenziell kürzere Wartezeiten.
  • Lokale Förderprogramme: Zusätzliche Förderungen auf Landes- oder Kommunalebene können die Nachfrage in einer Region kurzfristig stark erhöhen.
  • Entfernung und Logistik: In abgelegenen Gebieten kann die Planung für Installationsteams aufwendiger sein, was die Terminfindung erschwert.

Es lohnt sich daher, den eigenen Suchradius bei der Anbietersuche zu erweitern und die unterschiedlichen Kapazitäten am Markt zu vergleichen.

Der lokale Handwerker: Vertraut, aber ausgelastet

Viele Hausbesitzer bevorzugen einen Handwerksbetrieb aus der direkten Umgebung. Der persönliche Kontakt, die Kenntnis lokaler Bauvorschriften und die oft langjährige Präsenz vor Ort schaffen Vertrauen.

Vorteile:

  • Persönlicher Ansprechpartner und direkte Kommunikation.
  • Gute Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten und Netzbetreiber.
  • Einfache Erreichbarkeit für Wartung und Service.

Nachteile:

  • Oft kleine Teams mit begrenzten Kapazitäten.
  • Lange Auftragsbücher führen oft zu Wartezeiten von sechs Monaten oder mehr.
  • Weniger Flexibilität bei der Terminplanung.

Ein lokaler Betrieb ist eine ausgezeichnete Wahl, wenn Sie Wert auf eine sehr persönliche Betreuung legen und bereit sind, eine längere Wartezeit in Kauf zu nehmen.

Der überregionale Anbieter: Flexibel durch größere Kapazitäten

Größere, überregional tätige Photovoltaik-Anbieter sind oft anders aufgestellt. Sie verfügen über mehrere mobile Installationsteams, die deutschlandweit eingesetzt werden können.

Vorteile:

  • Größere Personalressourcen ermöglichen eine flexiblere Planung.
  • Oft kürzere Wartezeiten durch optimierte Logistik und standardisierte Prozesse.
  • Durch Großeinkauf sind die Preise für eine Photovoltaikanlage oft wettbewerbsfähig.

Nachteile:

  • Die Kommunikation verläuft oft über eine zentrale Stelle statt direkt mit dem Montageteam.
  • Weniger persönlicher Bezug zum Installationsort.

Ein überregionaler Anbieter ist eine gute Alternative, wenn für Sie eine schnelle Umsetzung im Vordergrund steht und Sie mit einer zentralisierten Organisation gut zurechtkommen. Plattformen wie Photovoltaik.info bündeln Expertise und Kapazitäten, um Kunden zuverlässige und zeitnahe Lösungen anbieten zu können.

Realistische Planung: Was Sie selbst tun können

Unabhängig von Ihrer Anbieterwahl können Sie den Prozess durch eine gute Vorbereitung selbst positiv beeinflussen. Eine lange Wartezeit bedeutet nicht, untätig zu sein.

  • Frühzeitig Angebote einholen: Holen Sie mehrere Angebote ein, sobald Ihre Entscheidung für PV gefallen ist, und fragen Sie explizit nach den voraussichtlichen Installationsterminen.
  • Unterlagen vorbereiten: Klären Sie bereits im Vorfeld baurechtliche Fragen oder eventuelle Vorgaben des Denkmalschutzes. Halten Sie Pläne Ihres Hauses bereit.
  • Flexibilität zeigen: Wenn Sie bei der Terminwahl flexibel sind, kann Ihr Projekt eventuell in eine Lücke im Zeitplan eines Installateurs passen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange muss ich aktuell im Durchschnitt auf einen Handwerker für eine PV-Installation warten?

Die Spanne ist groß und reicht laut Verbraucherzentralen von drei bis zu zwölf Monaten. Rechnen Sie realistisch mit mindestens sechs Monaten, wobei überregionale Anbieter oft schnellere Termine anbieten können.

Sind überregionale Anbieter teurer als lokale Betriebe?

Nicht zwangsläufig. Während Anfahrtskosten anfallen können, profitieren größere Anbieter oft von besseren Einkaufskonditionen für Module und Wechselrichter. Diesen Preisvorteil geben sie häufig an ihre Kunden weiter, weshalb die Preise oft sehr wettbewerbsfähig sind.

Kann ich die Wartezeit aktiv verkürzen?

Direkt verkürzen lässt sich die Wartezeit beim Wunschanbieter kaum. Sie können jedoch Ihre Chancen auf einen früheren Termin erhöhen, indem Sie bei der Anbieterwahl flexibel sind und auch überregionale Unternehmen in Betracht ziehen. Eine sorgfältige Vorbereitung beschleunigt zudem den Prozess nach der Auftragsvergabe.

Was passiert nach der Installation der Anlage?

Nach der Montage durch den Installateur muss die Anlage beim Netzbetreiber angemeldet und oft von diesem abgenommen werden. Auch hier kann es zu Wartezeiten kommen, bis der Zähler getauscht und die Anlage offiziell in Betrieb genommen wird. Planen Sie auch für diesen Schritt einige Wochen ein.


Die Entscheidung zwischen einem lokalen und einem überregionalen Anbieter hängt letztlich von Ihren persönlichen Prioritäten ab. Wägen Sie die Vorteile von persönlichem Kontakt und regionaler Nähe gegen die oft kürzeren Wartezeiten und die Flexibilität größerer Unternehmen ab.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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