Auf der Warteliste für den kommunalen PV-Fördertopf: Ihre Rechte, Wartezeiten und strategische Alternativen

Sie haben den Antrag für die lokale Photovoltaik-Förderung eingereicht, alle Unterlagen sorgfältig vorbereitet und dann die Nachricht erhalten: Das Budget ist erschöpft, Sie stehen auf der Warteliste.

Diese Situation ist verständlicherweise frustrierend, bedeutet aber keineswegs das Ende Ihres Vorhabens. Vielmehr stehen Sie nun an einem Punkt, an dem eine strategische Entscheidung gefragt ist.

Dieser Beitrag erklärt, was ein Platz auf der Warteliste rechtlich bedeutet, wie Sie Ihre Chancen realistisch einschätzen und welche Handlungsoptionen Sie jetzt haben.

Warum kommunale Fördertöpfe so schnell leer sind

Der Ansturm auf kommunale Förderprogramme für Photovoltaikanlagen ist ungebrochen. Steigende Strompreise und ein wachsendes Umweltbewusstsein führen dazu, dass immer mehr Eigenheimbesitzer auf Solarstrom setzen. Die Fördertöpfe der Städte und Gemeinden sind jedoch in aller Regel begrenzt.

Die hohe Nachfrage trifft auf ein begrenztes Budget. Eine mittelgroße Stadt stellt beispielsweise 500.000 € für die Solarförderung bereit. Bei einer durchschnittlichen Fördersumme von 1.000 € pro Anlage können damit nur 500 Anträge bewilligt werden. Oft gehen aber mehrere Tausend Anträge innerhalb weniger Wochen oder sogar Tage ein. Das Ergebnis: Die Mittel sind schnell ausgeschöpft und es entstehen lange Wartelisten.

Praxisbeispiel: In vielen Städten sind die Fördermittel für das gesamte Jahr bereits im ersten Quartal vergeben. Antragsteller, die sich später bewerben, landen automatisch auf einer Warteliste für das Folgejahr – ohne Garantie auf eine Auszahlung.

Die Warteliste: Was bedeutet das rechtlich für Sie?

Ein Platz auf der Warteliste unterscheidet sich grundlegend von einer Förderzusage. Rechtlich gesehen haben Sie durch die Aufnahme in die Liste keinen Anspruch auf die Fördermittel. Es handelt sich um eine unverbindliche Vormerkung. Die Gemeinde signalisiert damit lediglich ihre Absicht, Ihren Antrag zu berücksichtigen, falls neue Haushaltsmittel freigegeben werden.

Das bedeutet konkret:

  • Keine Garantie: Es gibt keine Sicherheit, dass der Fördertopf im nächsten Haushaltsjahr wieder gefüllt wird oder dass die Fördersumme gleich bleibt.
  • Neue Bedingungen möglich: Sollte es ein neues Förderprogramm geben, können sich die Bedingungen (z. B. Förderhöhe pro kWp, technische Anforderungen) ändern. Ihr Antrag muss dann eventuell an die neuen Richtlinien angepasst werden.
  • Der „vorzeitige Maßnahmenbeginn“: Nahezu alle Förderprogramme verbieten den sogenannten vorzeitigen Maßnahmenbeginn. Das heißt, Sie dürfen mit der Installation der Anlage erst beginnen, nachdem Sie eine schriftliche und verbindliche Förderzusage erhalten haben. Ein Platz auf der Warteliste ist keine solche Zusage.

Eine umfassende Übersicht über die verschiedenen Programme bietet unser Ratgeber zur Photovoltaik Förderung.

Realistische Wartezeiten: Ein Blick in die Praxis

Die Dauer der Wartezeit ist schwer vorherzusagen und hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Kommunaler Haushalt: Die Entscheidung über neue Mittel fällt in der Regel mit der Verabschiedung des Haushaltsplans für das nächste Jahr.
  • Politische Prioritäten: Die Fortführung eines Förderprogramms ist eine politische Entscheidung.
  • Ihr Platz auf der Liste: Je weiter vorne Sie auf der Liste stehen, desto besser sind Ihre Chancen.

Die Erfahrung zeigt, dass die Wartezeiten stark variieren und von wenigen Monaten bis hin zu über einem Jahr reichen können. In manchen Fällen werden Wartelisten auch ergebnislos geschlossen, wenn die Gemeinde beschließt, das Programm nicht fortzuführen. Eine proaktive Nachfrage bei der zuständigen Behörde kann hier oft für mehr Klarheit sorgen.

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Ihre Handlungsoptionen: Warten oder Handeln?

Sie stehen nun vor einer Entscheidung mit finanziellen und strategischen Konsequenzen. Wägen Sie die folgenden Optionen sorgfältig ab.

Option 1: Geduldig abwarten

Dies ist der risikoärmste Weg. Sie warten ab, bis Sie eine offizielle Förderzusage erhalten, und beginnen erst dann mit der Umsetzung.

  • Vorteile: Sie sichern sich die potenzielle Förderung und gehen kein finanzielles Risiko ein.
  • Nachteile: Sie verlieren wertvolle Zeit. Jeder Monat Wartezeit bedeutet, dass Sie keinen eigenen Solarstrom produzieren und somit keine Stromkosten sparen. Während dieser Zeit können die Preise für Strom und PV-Komponenten weiter steigen.
  • Geeignet für: Personen, für die die Förderung ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Anlage ist und die keinen Zeitdruck haben.

Option 2: Mit dem Bau auf eigenes Risiko beginnen

Diese Option erfordert eine kühle Kalkulation. Wenn Sie vor der offiziellen Zusage mit der Installation beginnen, verlieren Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Ihren Anspruch auf die Förderung von der Warteliste.

  • Der entscheidende Gedanke: Rechnen Sie aus, wie hoch die Ersparnis durch den selbst erzeugten Strom in der voraussichtlichen Wartezeit wäre. Oft übersteigt dieser Betrag die Fördersumme.
  • Beispielrechnung:
    • Angenommene Fördersumme: 1.200 €
    • Angenommene Wartezeit: 12 Monate
    • Anlagengröße: 8 kWp (erzeugt ca. 8.000 kWh/Jahr)
    • Ihr Eigenverbrauchsanteil: 30 % (2.400 kWh)
    • Ihr aktueller Strompreis: 35 Cent/kWh
    • Ersparnis in 12 Monaten: 2.400 kWh x 0,35 €/kWh = 840 €
    • Hinzu kommt die Einspeisevergütung für die restlichen 5.600 kWh (ca. 8 Cent/kWh) = 448 €
    • Gesamtertrag im ersten Jahr: 840 € + 448 € = 1.288 €

In diesem Szenario übersteigt der finanzielle Vorteil eines sofortigen Baubeginns bereits nach einem Jahr die entgangene Fördersumme. Die detaillierten Kosten einer Photovoltaikanlage helfen Ihnen bei Ihrer eigenen Kalkulation.

Option 3: Alternative Förderungen prüfen

Die kommunale Förderung ist oft nur eine von mehreren Möglichkeiten. Prüfen Sie, ob für Sie andere Programme infrage kommen:

  • KfW-Kredite: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet zinsgünstige Kredite für erneuerbare Energien (z. B. das Programm 270).
  • Landesprogramme: Einige Bundesländer haben eigene Förderprogramme, die unabhängig von den Kommunen laufen.
  • Einspeisevergütung: Die gesetzlich garantierte Vergütung für eingespeisten Strom ist zwar keine direkte Subvention, aber ein fester Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung.
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Option 4: Den Antrag zurückziehen und bewusst ohne Förderung starten

Dies ist die konsequente Weiterführung von Option 2. Sie treffen eine bewusste unternehmerische Entscheidung für sofortige Unabhängigkeit und Einsparungen. Viele Nutzer entscheiden sich für diesen Weg, da die Vorteile der sofortigen Inbetriebnahme – insbesondere bei den aktuellen Strompreisen – das Warten auf eine unsichere Förderung unattraktiv machen.

Die Erfahrung zeigt: Für viele unserer Kunden haben die gewonnene Autarkie und die monatlichen Einsparungen einen höheren Wert als eine ungewisse Subvention in der Zukunft.

FAQ: Häufige Fragen zur Förder-Warteliste

Verliere ich meinen Platz auf der Warteliste, wenn ich den Installateur wechsle?
Nein, der Antrag ist in der Regel an Ihre Person und Ihr Gebäude gebunden, nicht an den ausführenden Betrieb. Solange das geplante Projekt unverändert bleibt, hat ein Wechsel des Installateurs daher keine Auswirkungen.

Kann ich mich für verschiedene Förderungen gleichzeitig bewerben?
Ja, solange die Förderrichtlinien eine Kumulierung erlauben. Sie können beispielsweise einen Antrag für eine Balkonkraftwerk Förderung stellen und gleichzeitig einen für eine große Dachanlage, sofern es sich um unterschiedliche Programme handelt.

Was passiert, wenn ich umziehe, während ich auf der Liste stehe?
Die Förderung ist in der Regel objektgebunden. Bei einem Umzug verfällt Ihr Anspruch daher, da er an die angemeldete Installationsadresse geknüpft ist.

Werde ich von der Gemeinde aktiv über den Status informiert?
Meistens ja, aber verlassen Sie sich nicht darauf. Es ist ratsam, sich nach der Verabschiedung des neuen Haushaltsplans proaktiv bei der zuständigen Stelle nach dem Stand Ihres Antrags zu erkundigen.

Fazit: Eine strategische Entscheidung für Ihre Energiezukunft

Ein Platz auf der Warteliste für eine PV-Förderung bedeutet, dass Sie nun sorgfältig abwägen müssen. Es gibt keine pauschal richtige Antwort. Die Entscheidung, ob Sie warten oder handeln, hängt von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft, Ihrer finanziellen Situation und dem Stellenwert ab, den Sie der sofortigen Energieunabhängigkeit beimessen.

Eine sorgfältige Kalkulation zeigt oft, dass die monatlichen Ersparnisse durch den eigenen Solarstrom das Warten auf eine unsichere Förderung unattraktiv machen. Auf Photovoltaik.info finden Sie umfassende Ratgeber und Werkzeuge, um eine fundierte Entscheidung für Ihr Projekt zu treffen.

Sie möchten Ihre individuelle Situation besser einschätzen? Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf. Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie zudem Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen und Bedürfnisse von Eigenheimbesitzern abgestimmt sind.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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