Warum zwei MPPTs? Der Vorteil von getrennten Eingängen am Wechselrichter

Warum zwei MPPTs? Der Vorteil getrennter Eingänge am Wechselrichter

Sie haben einen Balkon, der nicht perfekt nach Süden ausgerichtet ist? Oder wirft ein Baum im Laufe des Tages einen Schatten auf Ihre Solarmodule? Viele Interessenten gehen dann davon aus, dass sich ein Balkonkraftwerk unter solchen Bedingungen kaum lohnt.

Doch moderne Technik hält eine intelligente Lösung bereit, die genau diese Herausforderungen meistert: Wechselrichter mit zwei unabhängigen MPP-Trackern. Dieser Artikel erklärt, warum diese Funktion für viele Anlagen den entscheidenden Unterschied macht.

Was ist ein MPP-Tracker und was macht er?

Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit einem Fahrrad einen Berg hinauf. Um mit minimalem Aufwand die maximale Leistung zu erzielen, schalten Sie stets in den optimalen Gang. Ein MPP-Tracker (Maximum Power Point Tracker) im Wechselrichter übernimmt für ein Solarmodul eine ganz ähnliche Aufgabe.

Jedes Solarmodul hat einen optimalen Betriebspunkt – den ‚Maximum Power Point‘ –, an dem es die meiste elektrische Leistung abgibt. Dieser Punkt ändert sich jedoch ständig, abhängig von Sonneneinstrahlung, Temperatur und Schattenwurf.

Der MPPT ist im Grunde eine intelligente Elektronik, die diesen optimalen Arbeitspunkt kontinuierlich sucht und einstellt. So stellt er sicher, dass Ihr Solarmodul jederzeit die maximal mögliche Energie erntet. Ein guter MPPT kann den Energieertrag einer Anlage um bis zu 30 % steigern, verglichen mit einem System ohne Tracking.

Das Problem: Wenn ein Eingang für zwei Module nicht ausreicht

Standard-Wechselrichter für Balkonkraftwerke haben oft nur einen einzigen MPP-Tracker für zwei angeschlossene Module. Solange beide Module identisch sind und exakt die gleichen Bedingungen vorfinden (gleiche Ausrichtung, keine Verschattung), funktioniert das gut. In der Praxis ist das jedoch selten der Fall.

Sobald ein Modul anderen Bedingungen ausgesetzt ist als das zweite, wird das gesamte System ausgebremst.

Szenario 1: Teilverschattung

Es ist ein typisches Alltagsszenario: Ein Baum, der Schornstein des Nachbarn oder sogar eine Satellitenschüssel wirft für einige Stunden am Tag einen Schatten auf eines Ihrer beiden Solarmodule.

Diagramm, das den Leistungsabfall eines Solarmoduls durch Teilverschattung zeigt, im Vergleich zu einem unverschatteten Modul.

Wenn beide Module an einem gemeinsamen MPPT hängen, gilt das Prinzip der ’schwächsten Kette‘. Das verschattete, leistungsschwächere Modul diktiert die Leistung für das gesamte System. Der MPPT versucht, einen Kompromiss für beide zu finden, wodurch auch das voll besonnte Modul weit unter seinem Potenzial arbeiten muss. Der Energieverlust ist dabei oft deutlich größer, als die verschattete Fläche allein vermuten ließe.

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Szenario 2: Unterschiedliche Ausrichtungen (Ost-West-Anlage)

Nicht jeder hat einen perfekt nach Süden ausgerichteten Balkon. Eine Ost-West-Ausrichtung ist eine hervorragende Alternative, um den Stromertrag über den Tag zu verteilen. Ein Modul fängt die Morgensonne im Osten ein, das andere die Nachmittags- und Abendsonne im Westen.

Das Problem bei einem einzelnen MPPT: Morgens liefert das Ost-Modul volle Leistung, während das West-Modul noch im Schatten liegt. Der gemeinsame MPPT würde die Leistung des starken Moduls drastisch reduzieren, um einen für beide Seiten unbefriedigenden Mittelweg zu finden. Am Nachmittag wiederholt sich das Schauspiel, nur umgekehrt. Das Ergebnis ist ein erheblicher Ertragsverlust, der die Vorteile der Ost-West-Ausrichtung zunichtemacht.

Die Lösung: Zwei unabhängige MPP-Tracker

Hier kommt die entscheidende Technologie ins Spiel: ein Wechselrichter mit zwei unabhängigen MPP-Trackern. Bei diesen Geräten hat jeder Eingang seinen eigenen, separaten ‚Manager‘.

Grafik, die einen Wechselrichter mit zwei Solarmodulen zeigt, die an getrennte MPPT-Eingänge angeschlossen sind. Ein Modul ist nach Osten, das andere nach Westen ausgerichtet.

Jeder Tracker optimiert ausschließlich das an ihn angeschlossene Modul, völlig unbeeinflusst vom zweiten.

Bei Verschattung: Das voll besonnte Modul kann seine maximale Leistung erzeugen, während der zweite MPPT für das teilverschattete Modul den bestmöglichen, wenn auch geringeren, Ertrag herausholt. Es gibt keine gegenseitige Beeinträchtigung.

Bei Ost-West-Ausrichtung: Der eine MPPT optimiert am Morgen das Ost-Modul auf Höchstleistung. Der andere holt zur gleichen Zeit das Maximum aus dem noch schwach beschienenen West-Modul. Am Nachmittag kehrt sich das Spiel um.

Moderne Mikrowechselrichter wie die [INTERNER-LINK: Produktseite für Hoymiles Wechselrichter] bringen diese Technologie standardmäßig mit. So lässt sich das volle Potenzial jedes einzelnen Moduls ausschöpfen, weshalb sie die ideale Wahl für alle nicht perfekten Standorte sind.

Der strategische Vorteil: Stromerzeugung, wenn Sie ihn brauchen

Eine Ost-West-Anlage mit zwei MPPTs hat einen weiteren, oft unterschätzten Vorteil: Die Stromerzeugung passt besser zum typischen Verbrauchsverhalten eines Haushalts. Eine klassische Südanlage erzeugt einen hohen Leistungspeak zur Mittagszeit, wenn viele Bewohner gar nicht zu Hause sind.

Vergleichsgrafik des Stromertrags über den Tag: Eine Kurve für eine reine Südausrichtung (hoher Mittagshöhepunkt) und eine Kurve für eine Ost-West-Ausrichtung (zwei niedrigere Spitzen morgens und nachmittags).

Die Ost-West-Anlage liefert hingegen eine gleichmäßigere Energieerzeugung mit einem Peak am Morgen (Frühstück, Kaffeemaschine) und einem Peak am späten Nachmittag (Kochen, Unterhaltungselektronik). Dadurch steigern Sie direkt Ihren [INTERNER-LINK: Artikel über die Optimierung des Eigenverbrauchs] und müssen weniger teuren Strom aus dem Netz beziehen. Die Erfahrung zeigt, dass der Eigenverbrauchsanteil so um 10 bis 15 % höher ausfallen kann als bei einer Südanlage gleicher Größe.

Für wen lohnt sich ein Wechselrichter mit zwei MPPTs?

Ein Wechselrichter mit zwei unabhängigen MPP-Trackern ist also in den meisten Fällen die bessere Wahl. Die Investition lohnt sich besonders für Sie, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Ost-West-Ausrichtung: Sie möchten Module in unterschiedliche Himmelsrichtungen ausrichten, um den Ertrag über den Tag zu verteilen.
  • Teilverschattung: Ihre Anlage ist zu bestimmten Tageszeiten teilweise durch Bäume, Gebäude, Gauben oder andere Objekte verschattet.
  • Unterschiedliche Neigungen: Sie möchten ein Modul flach auf einem Garagendach und ein zweites senkrecht am Balkongeländer montieren.
  • Maximale Ertragssicherheit: Sie wollen sicherstellen, dass Ihre Anlage auch unter nicht idealen Bedingungen die bestmögliche Leistung erbringt.
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Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich auch zwei Module an einen Eingang mit nur einem MPPT anschließen?

Ja, das ist technisch möglich (meist über einen Y-Adapter). Allerdings müssen Sie dann mit den beschriebenen Leistungsverlusten rechnen, sobald die Module unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt sind. Bei Balkonkraftwerken ist diese Lösung selten empfehlenswert.

Ist ein Wechselrichter mit zwei MPPTs teurer?

Geräte mit zwei MPP-Trackern haben oft einen geringfügig höheren Anschaffungspreis. Die Erfahrung vieler Nutzer zeigt jedoch, dass sich diese Mehrinvestition durch den höheren Energieertrag schnell amortisiert, insbesondere bei Ost-West-Anlagen oder Teilverschattung.

Was passiert, wenn ich nur ein Modul an einen Wechselrichter mit zwei Eingängen anschließe?

Das ist kein Problem. Der Wechselrichter erkennt, dass nur ein Eingang belegt ist, und betreibt diesen mit seinem zugehörigen MPPT. Der zweite Eingang bleibt einfach ungenutzt. Sie bleiben also flexibel für eine spätere Erweiterung.

Wie erkenne ich, ob ein Wechselrichter zwei MPPTs hat?

Ein klares Indiz sind zwei physisch getrennte Paare von Eingangsanschlüssen (meist MC4-Stecker). Werfen Sie zudem einen Blick in das technische Datenblatt des Herstellers. Dort finden Sie eine Angabe wie ‚Anzahl MPPTs: 2‘.

Fazit: Eine intelligente Investition in Effizienz

Die Wahl eines Wechselrichters mit zwei unabhängigen MPP-Trackern ist kein technischer Luxus, sondern eine kluge Entscheidung für maximale Effizienz und Ertragssicherheit. Gerade bei Balkonkraftwerken, wo jede gewonnene Wattstunde zählt, ermöglicht diese Technologie, das Potenzial Ihrer Solarmodule auch an nicht optimalen Standorten voll auszuschöpfen.

Sie investieren in eine robustere und leistungsfähigere Anlage, die Ihnen über viele Jahre hinweg zuverlässig Stromkosten spart. Die richtige Planung ist dabei ein entscheidender Faktor. Unser [INTERNER-LINK: Ratgeber zur Auswahl des richtigen Balkonkraftwerks] hilft Ihnen sicherzustellen, dass alle Komponenten optimal auf Ihre Gegebenheiten abgestimmt sind.

Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie Komplettsets mit Wechselrichtern, die über zwei unabhängige MPP-Tracker verfügen und ideal für Ost-West-Installationen oder Standorte mit Teilverschattung geeignet sind.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
Über Patrick Thoma | Mehrklicks – KI-Sichtbarkeit | Unsere Leistungen