Versteckte Kosten im PV-Angebot: Worauf Sie wirklich achten müssen

Sie haben mehrere Angebote für Ihre neue Photovoltaikanlage eingeholt und eines ist deutlich günstiger als die anderen. Ein Glücksfall? Vielleicht. Doch oft verbirgt sich hinter einem verlockend niedrigen Preis eine ganze Reihe von Kosten, die erst später sichtbar werden. Denn ein günstiges Angebot ist nur dann wirklich gut, wenn es auch vollständig ist.
Dieser Beitrag hilft Ihnen, die typischen Kostenfallen in Solarteur-Angeboten zu erkennen. Wir zeigen Ihnen, welche Posten oft fehlen und wie Sie vermeiden, dass Ihr vermeintliches Schnäppchen zur teuren Überraschung wird.

Warum das Kleingedruckte den Unterschied macht
Ein seriöses Angebot für eine Photovoltaikanlage ist detailliert und listet alle wesentlichen Leistungen als Festpreis auf. Einige Anbieter verfolgen jedoch eine andere Strategie: Sie erstellen ein Basisangebot, das auf den ersten Blick sehr attraktiv wirkt, weil wichtige, aber kostspielige Positionen fehlen. Diese werden dann als ‚optional‘, ’nach Aufwand‘ oder gar nicht aufgeführt und später separat in Rechnung gestellt.
Das Ziel ist, den Zuschlag zu erhalten und die tatsächlichen Kosten erst im Laufe des Projekts offenzulegen. Ein solcher Ansatz ist für Sie als Kunde riskant, da die finalen Kosten einer Photovoltaikanlage | Link: /photovoltaik-kosten unkalkulierbar werden. Ein fairer und transparenter Angebotsvergleich ist so kaum möglich. Die Erfahrung zeigt, dass ein detailliertes Angebot, das zunächst teurer erscheint, am Ende oft die wirtschaftlichere Wahl ist.
Die 5 häufigsten Kostenfallen im Detail
Um Sie vor unerwarteten Ausgaben zu schützen, haben wir die fünf häufigsten Posten zusammengestellt, die in günstigen Angeboten gerne ‚vergessen‘ werden. Prüfen Sie jedes Angebot gezielt auf diese Punkte.
1. Der Zählerschrank: Das Nadelöhr der Hauselektrik
Der Zählerschrank ist die zentrale Verteilerstelle für den Strom in Ihrem Haus. Für den Betrieb einer PV-Anlage muss er moderne technische Anforderungen erfüllen. In vielen Bestandsgebäuden ist das jedoch nicht der Fall.
Das Problem: Erfahrungsgemäß muss bei 30 bis 40 % aller Installationen in Altbauten der Zählerschrank modernisiert oder komplett ausgetauscht werden. Dieser Umbau ist aufwendig und muss von einem zertifizierten Elektriker durchgeführt werden.
Die Kostenfalle: Die Kosten für einen neuen Zählerschrank für PV-Anlage | Link: /zaehlerschrank-photovoltaik liegen schnell zwischen 800 € und 2.500 €. Ist dieser Posten nicht explizit im Angebot enthalten, zahlen Sie ihn extra. Zudem kann die Beschaffung und Installation eines neuen Schranks das Projekt um mehrere Wochen verzögern.
Praxistipp: Fragen Sie den Anbieter direkt, ob der vorhandene Zählerschrank geprüft wurde und ob ein Umbau im Festpreis enthalten ist. Ein seriöser Solarteur klärt diesen Punkt schon bei der Vor-Ort-Begehung.

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Ab 2.099,00 €2. Das Gerüst: Sicherheit, die ihren Preis hat
Für die Montage der Solarmodule auf dem Dach ist aus Sicherheitsgründen fast immer ein Gerüst nötig. Dessen Auf- und Abbau ist mit erheblichem Aufwand verbunden.
Das Problem: Die Gerüstkosten können je nach Größe und Höhe des Hauses einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen. Als Faustregel gelten 5 bis 10 % der Anlagensumme.
Die Kostenfalle: In günstigen Angeboten wird das Gerüst oft nur mit dem Vermerk ’nach Aufwand‘ aufgeführt oder fehlt komplett. Eine Abrechnung nach Aufwand ist intransparent und führt oft zu höheren Kosten als erwartet. Rechnen Sie mit typischen Preisen von 10 bis 15 € pro Quadratmeter eingerüsteter Fassadenfläche. Bei einem Einfamilienhaus kommen so schnell 1.000 bis 1.800 € zusammen.
Praxistipp: Bestehen Sie darauf, dass die Gerüstkosten als pauschaler Festpreis im Angebot ausgewiesen sind. Das gibt Ihnen Planungssicherheit.

3. Der AC-Anschluss: Die Verbindung zum Hausnetz
Die Photovoltaikanlage erzeugt Gleichstrom (DC), Ihr Hausnetz arbeitet jedoch mit Wechselstrom (AC). Der Wechselrichter wandelt den Strom um und speist ihn in Ihren Hausstromkreis ein. Diese elektrische Verbindung bezeichnet man als AC-Anschluss.
Das Problem: Die Installation des AC-Anschlusses kann je nach den Gegebenheiten vor Ort unterschiedlich aufwendig sein. Lange Kabelwege, notwendige Wanddurchbrüche oder der Anschluss in einer Unterverteilung treiben den Aufwand in die Höhe.
Die Kostenfalle: Manchmal ist im Posten ‚Montage‘ nur die Installation der Module auf dem Dach enthalten und der elektrische Anschluss wird separat berechnet. Je nach Aufwand können hierfür bis zu 500 € zusätzlich anfallen.
Praxistipp: Klären Sie, ob die ‚vollständige elektrische Installation inklusive AC-seitiger Anbindung‘ im Preis enthalten ist.
4. Bürokratie und Anmeldung: Der unsichtbare Aufwand
Eine PV-Anlage muss vor der Inbetriebnahme offiziell angemeldet werden. Dazu gehören die Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber und die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.
Das Problem: Diese administrativen Schritte sind für Laien oft unübersichtlich und zeitaufwendig.
Die Kostenfalle: Viele Solarteure bieten die Erledigung der Formalitäten als Service an. In Billigangeboten fehlt dieser Punkt jedoch häufig oder wird als optionale Zusatzleistung für 200 bis 400 € angeboten.
Praxistipp: Achten Sie auf eine Position wie ‚Anmeldeservice‘ oder ‚Unterstützung bei der Inbetriebnahme‘. Ein guter Anbieter nimmt Ihnen diese Arbeit ab und kalkuliert sie von vornherein mit ein.
5. Weitere Nebenkosten: Was sich summieren kann
Neben den großen Posten gibt es eine Reihe kleinerer Kosten, die in der Summe ebenfalls ins Gewicht fallen können:
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Kran oder Hebebühne: Bei schwer zugänglichen Dächern oder besonders großen Modulen kann ein Kran notwendig sein. Kosten: 500 bis 1.500 € pro Einsatztag.
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Entsorgung: Verpackungsmaterial von Modulen und Komponenten muss fachgerecht entsorgt werden. Kosten: 100 bis 200 €.
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Zusätzliche Verkabelung: Reichen die im Standardpaket enthaltenen Kabellängen nicht aus, wird jeder weitere Meter berechnet. Kosten: 5 bis 10 € pro Meter.
Praxistipp: Ein ’schlüsselfertiges‘ Angebot sollte idealerweise alle diese Punkte abdecken. Fragen Sie im Zweifel gezielt nach, um sicherzugehen.
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6.299,00 €Checkliste: So prüfen Sie Ihr Solarteur-Angebot
Nutzen Sie diese kurze Checkliste, um verschiedene Photovoltaik-Angebote vergleichen | Link: /photovoltaik-angebote-vergleichen und versteckte Kosten aufzudecken:
- Zählerschrank: Ist eine eventuell nötige Modernisierung als Festpreis inkludiert?
- Gerüst: Sind die Gerüstkosten als Pauschale ausgewiesen oder werden sie nach Aufwand berechnet?
- Elektroinstallation: Umfasst der Preis die vollständige AC-Anbindung der Anlage?
- Anmeldung: Ist der komplette Anmeldeservice für Netzbetreiber und Marktstammdatenregister enthalten?
- Nebenkosten: Sind potenzielle Zusatzkosten wie Kranmiete, Entsorgung oder Mehrlängen bei Kabeln geklärt?
- Preisart: Handelt es sich um ein verbindliches Festpreisangebot oder einen unverbindlichen Kostenvoranschlag?
FAQ – Häufige Fragen zu Angebotsdetails
Was bedeutet ’schlüsselfertig‘ wirklich?
Im Idealfall bedeutet ’schlüsselfertig‘, dass alle notwendigen Arbeiten von der Planung bis zur betriebsbereiten Übergabe im Preis enthalten sind. Der Begriff ist jedoch nicht rechtlich geschützt. Prüfen Sie daher immer den detaillierten Leistungsumfang im Angebot.
Warum ist ein Angebot so viel günstiger als die anderen?
Ein signifikant niedrigerer Preis ist oft ein Warnsignal. Meist fehlen wichtige Leistungen wie der Zählerschrankumbau oder das Gerüst, oder es werden minderwertigere Komponenten angeboten. Ein seriöser Preis spiegelt hochwertige Materialien und eine fachgerechte Komplettinstallation wider.
Kann ich den Zählerschrankumbau selbst organisieren, um Kosten zu sparen?
Nein, Arbeiten am Zählerschrank dürfen nur von einem im Installateurverzeichnis eingetragenen Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Sie können zwar einen eigenen Elektriker beauftragen, doch die Koordination mit dem Solarteur kann zu Verzögerungen führen. Die Beauftragung aus einer Hand ist daher meist die einfachere Lösung.
Wie verbindlich ist ein Kostenvoranschlag?
Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung. Die tatsächlichen Kosten dürfen diesen Schätzwert um 15 bis 20 % überschreiten, falls unvorhergesehene Arbeiten nötig werden. Ein Festpreisangebot hingegen ist verbindlich und bietet Ihnen als Kunde die höchste finanzielle Sicherheit.
Fazit: Ein faires Angebot ist ein transparentes Angebot
Der Preis ist ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für eine Photovoltaikanlage, aber er ist nicht alles. Das vermeintlich günstigste Angebot auf dem Papier kann sich durch nachträgliche Forderungen schnell als das teuerste entpuppen. Ein vertrauenswürdiger Partner legt Ihnen ein vollständiges und transparentes Festpreisangebot vor, das alle notwendigen Leistungen umfasst.
Nehmen Sie sich die Zeit, die Angebote genau zu prüfen und die richtigen Fragen zu stellen. Mit dem Wissen aus diesem Artikel sind Sie bestens gerüstet, um eine fundierte und sichere Entscheidung für Ihre Energiezukunft zu treffen.
Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten finden Sie direkt auf Photovoltaik.info.
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