Stromspeicher zu klein? So erweitern Sie Ihre PV-Anlage richtig

Viele Betreiber von Photovoltaikanlagen kennen das Problem

An sonnigen Tagen ist der Stromspeicher oft schon zur Mittagszeit voll. Die Solaranlage produziert zwar weiterhin fleißig Strom, doch dieser wird ungenutzt ins Netz eingespeist – während am Abend teurer Netzstrom zugekauft werden muss.

Ein klares Anzeichen dafür, dass die Speicherkapazität nicht mehr zum eigenen Verbrauchsverhalten oder zur Leistung der Anlage passt. Was also tun? Eine Erweiterung ist oft möglich, doch es gilt, wichtige technische und finanzielle Aspekte zu beachten.

Woran erkennen Sie, dass Ihr Stromspeicher zu klein ist?

Ein zu klein dimensionierter Speicher schmälert nicht nur Ihre Autarkie, sondern auch die Wirtschaftlichkeit Ihrer gesamten Anlage. Achten Sie auf folgende typische Anzeichen:

  • Der Speicher ist mittags bereits voll: Dies ist das häufigste Anzeichen. Wenn Ihr Speicher regelmäßig schon vor 14 Uhr seine maximale Ladung erreicht, kann er den wertvollen Solarstrom vom Nachmittag nicht mehr aufnehmen.
  • Sie beziehen abends früh Netzstrom: Die logische Folge: Die Reserven eines zu kleinen Speichers sind bereits in den frühen Abendstunden aufgebraucht und Sie müssen Strom aus dem öffentlichen Netz zukaufen.
  • Ihr Stromverbrauch ist gestiegen: Vielleicht haben Sie ein Elektroauto angeschafft, eine Wärmepumpe installiert oder Ihre Familie hat sich vergrößert. Ein höherer Strombedarf, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden, erfordert eine größere Speicherkapazität, um den Eigenverbrauchsanteil hoch zu halten.

Die Erfahrung zeigt, dass sich der Energiebedarf eines Haushalts über die Jahre oft verändert. Eine anfänglich perfekt geplante Anlage kann so mit der Zeit an ihre Grenzen stoßen.

Die zwei Wege zur größeren Speicherkapazität

Grundsätzlich haben Sie zwei Möglichkeiten, Ihre Speicherkapazität zu erhöhen: Sie können das bestehende System erweitern oder es komplett durch ein neues, größeres Modell ersetzen. Die Wahl hängt maßgeblich von Ihrem aktuellen System ab.

Option 1: Den bestehenden Speicher erweitern

Die naheliegendste Lösung ist, dem vorhandenen System weitere Batteriemodule hinzuzufügen. Das ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich:

  1. Modularität des Systems: Ihr Stromspeicher muss vom Hersteller für eine nachträgliche Erweiterung vorgesehen sein. Moderne Lithium-Ionen-Speicher sind oft als modulare Turm- oder Regalsysteme konzipiert, bei denen sich neue Module einfach ergänzen lassen. Ältere oder kompaktere Modelle bieten diese Möglichkeit oft nicht.
  2. Verfügbarkeit passender Module: Sie können ausschließlich Module desselben Herstellers und oft sogar nur aus derselben Produktserie verwenden. Sind diese nach einigen Jahren nicht mehr verfügbar, ist eine Erweiterung ausgeschlossen.
  3. Systemkompatibilität: Das Batteriemanagementsystem (BMS) und der Wechselrichter müssen die zusätzliche Kapazität verarbeiten können. In manchen Fällen ist ein Software-Update oder sogar ein leistungsstärkerer Wechselrichter notwendig.

Die Suche nach dem passenden Stromspeicher ist daher nicht nur bei der Erstinstallation, sondern auch bei der Erweiterung entscheidend.

Option 1: Den bestehenden Speicher erweitern

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Option 2: Den alten Speicher durch ein größeres Modell ersetzen

Ein vollständiger Austausch ist oft der einzige Weg, wenn eine Erweiterung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich unsinnig ist. Das kann zum Beispiel in folgenden Szenarien der Fall sein:

  • Ihr aktueller Speicher ist technologisch veraltet und nicht erweiterbar.
  • Es gibt keine kompatiblen Erweiterungsmodule mehr auf dem Markt.
  • Sie möchten auf eine modernere, effizientere Speichertechnologie umsteigen.

Obwohl die Anfangsinvestition höher ist, bietet ein Austausch die Chance, ein perfekt auf Ihren aktuellen und zukünftigen Bedarf zugeschnittenes System zu installieren, das wieder für viele Jahre optimal arbeitet.

Option 2: Den alten Speicher durch ein größeres Modell ersetzen

Kostenanalyse: Erweitern vs. Austauschen

Die finanzielle Abwägung ist ein zentraler Punkt bei der Entscheidungsfindung. Die Kosten variieren je nach Hersteller, Technologie und Installationsaufwand.

Kosten für die Speichererweiterung

Bei einer Erweiterung setzen sich die Kosten aus dem Preis für die neuen Batteriemodule und der Installation zusammen.

  • Kosten pro Kilowattstunde (kWh): Rechnen Sie mit etwa 500 bis 800 Euro pro zusätzlicher kWh Speicherkapazität.
  • Installation: Für den Einbau durch einen Fachbetrieb fallen zusätzlich etwa 300 bis 600 Euro an.

Praxisbeispiel: Die Erweiterung eines bestehenden 5-kWh-Speichers um weitere 5 kWh auf insgesamt 10 kWh kostet typischerweise zwischen 2.800 und 4.600 Euro.

Kosten für den kompletten Speicheraustausch

Beim Austausch fallen Kosten für das neue Gerät, die Installation und die Entsorgung des alten Speichers an.

  • Kosten für einen neuen Speicher: Ein moderner 10-kWh-Speicher kostet inklusive Installation zwischen 7.000 und 10.000 Euro.
  • Zusätzliche Kosten: Eventuell fallen geringe Kosten für die Demontage und die fachgerechte Entsorgung des alten Speichers an.
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Technische Aspekte und Kompatibilität: Was Sie beachten müssen

Unabhängig davon, für welche Option Sie sich entscheiden, gibt es technische Details, die den Erfolg maßgeblich beeinflussen.

AC- vs. DC-gekoppelte Systeme

Die Art, wie Ihr Speicher in das Haussystem integriert ist, spielt bei der Erweiterung eine wichtige Rolle.

  • DC-gekoppelte Systeme: Der Speicher ist direkt mit den Solarmodulen vor dem Wechselrichter verbunden. Das ist zwar sehr effizient, macht eine Erweiterung aber oft komplizierter, da das gesamte System eng aufeinander abgestimmt ist. Eine Erhöhung der Speicherkapazität muss vom Wechselrichter unterstützt werden.
  • AC-gekoppelte Systeme: Der Speicher wird über einen eigenen Batteriewechselrichter an das Hausnetz angeschlossen und ist somit unabhängiger von der PV-Anlage. AC-Systeme lassen sich in der Regel einfacher nachrüsten oder erweitern, da sie flexibler sind. Es ist sogar möglich, einen zweiten, separaten AC-Speicher zu installieren.

Das Problem der Zellalterung

Ein wichtiger, oft übersehener Punkt bei der Erweiterung ist die Alterung der vorhandenen Batteriezellen. Wenn Sie neue Module zu einem bereits mehrere Jahre alten System hinzufügen, treffen frische, leistungsstarke Zellen auf bereits gealterte. Da sich das Gesamtsystem immer an der Leistung des schwächsten Glieds orientiert, kann es sein, dass die neuen Module nicht ihr volles Potenzial entfalten. Ein gutes Batteriemanagementsystem (BMS) kann diesen Effekt teilweise ausgleichen, aber nicht vollständig eliminieren.

Technische Aspekte und Kompatibilität

FAQ – Häufige Fragen zur Stromspeicher-Erweiterung

Kann ich Speichermodule verschiedener Hersteller mischen?
Nein, das ist technisch so gut wie nie möglich und würde zum sofortigen Garantieverlust führen. Die Systeme sind herstellerspezifisch und oft sogar seriengenau aufeinander abgestimmt.

Verliere ich die Garantie, wenn ich den Speicher selbst erweitere?
Ja, in jedem Fall. Eine Erweiterung ist ein Eingriff in die Elektronik und muss zwingend von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden, um Garantieansprüche und die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Gibt es Förderungen für die Speichererweiterung?
Förderprogramme konzentrieren sich meist auf die Neuanschaffung von kompletten Anlagen. Eine Förderung für die reine Erweiterung eines Speichers ist selten, es lohnt sich aber immer, die aktuellen Programme auf Landes- oder Kommunalebene zu prüfen.

Wie lange dauert die Erweiterung eines Speichers?
Die eigentliche Installation durch einen Elektriker ist bei einem modularen System oft in wenigen Stunden erledigt.

Fazit: Ist die Nachrüstung Ihres Stromspeichers sinnvoll?

Wenn Ihr Stromspeicher regelmäßig zu früh vollgeladen ist und Sie abends Netzstrom beziehen, ist eine Kapazitätserhöhung ein wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller Schritt. Sie steigern damit direkt Ihren Eigenverbrauch und Ihre Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Die Entscheidung zwischen einer Erweiterung und einem kompletten Austausch hängt primär von Ihrem bestehenden System ab. Ist Ihr Speicher modular und sind passende Komponenten verfügbar, ist die Erweiterung meist der kostengünstigere Weg. In allen anderen Fällen bietet ein Austausch die Möglichkeit, eine zukunftssichere und optimal dimensionierte Lösung zu schaffen. Eine fachkundige Beratung hilft Ihnen dabei, die beste Option für Ihre individuelle Situation zu finden.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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