Wie viel Strom erzeugt eine Solaranlage? Eine einfache Einführung in Solarerträge

Wie viel Strom erzeugt eine Solaranlage? Eine einfache Einführung in Solarerträge
Die entscheidende Frage vor der Investition in eine Photovoltaikanlage ist fast immer dieselbe: Wie viel Strom kann ich damit tatsächlich erzeugen und lohnt sich der Aufwand für mein Zuhause?
Diese Frage bildet den Kern jeder wirtschaftlichen Überlegung, und die Antwort darauf ist erfreulich klar, sobald man die wesentlichen Einflussfaktoren versteht. Dieser Beitrag liefert Ihnen eine verständliche und praxisnahe Grundlage, um den potenziellen Ertrag Ihrer zukünftigen Solaranlage realistisch einzuschätzen.
Inhaltsverzeichnis
Die wichtigste Kennzahl: Was Kilowatt-Peak (kWp) über Ihren Ertrag aussagt
Wenn Sie Angebote für Solaranlagen vergleichen, begegnet Ihnen unweigerlich die Einheit Kilowatt-Peak (kWp). Diese Kennzahl beschreibt die Nennleistung der Solarmodule unter genormten Laborbedingungen. Sie können sie sich wie die PS-Zahl eines Autos vorstellen: Sie gibt das maximale Potenzial an, aber nicht die tatsächliche Leistung im Alltag.
Wirklich relevant für Sie ist die Kilowattstunde (kWh). Sie misst die tatsächlich erzeugte und nutzbare Energiemenge – also genau das, was am Ende auf Ihrer Stromrechnung den Unterschied macht.
Als zentrale Faustregel für Deutschland gilt: Pro Kilowatt-Peak (kWp) Nennleistung erzeugt eine Photovoltaikanlage jährlich zwischen 800 und 1.200 Kilowattstunden (kWh) Strom.
Praxisbeispiel: Eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus mit 8 kWp Leistung erzeugt demnach pro Jahr zwischen 6.400 und 9.600 kWh sauberen Strom. Ein Vierpersonenhaushalt verbraucht im Schnitt etwa 4.000 kWh pro Jahr. Die Anlage produziert also deutlich mehr Strom, als der Haushalt im Jahresmittel benötigt.
Die 5 Schlüsselfaktoren, die Ihren Solarertrag bestimmen
Die große Spanne von 800 bis 1.200 kWh pro kWp zeigt bereits, dass die Nennleistung allein nicht ausreicht. Fünf konkrete Bedingungen bei Ihnen vor Ort bestimmen den tatsächlichen Ertrag.
Aus unserem Shop, Kategorie: Balkonkraftwerke mit Speicher
Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro Balkonkraftwerk Speicher Set 2000 Watt 800 Watt - 5,4 kWh
Ab 2.099,00 €1. Standort und Globalstrahlung
Die Globalstrahlung gibt an, wie viel Sonnenenergie auf eine Fläche trifft. Hier gibt es in Deutschland ein klares Süd-Nord-Gefälle. Laut Daten des Deutschen Wetterdienstes erhält Süddeutschland (z. B. Freiburg) bis zu 1.200 kWh/m² pro Jahr, während es in Norddeutschland (z. B. Hamburg) eher 1.000 kWh/m² sind. Das ist ein regionaler Unterschied von bis zu 20 %, der sich direkt auf Ihren Solarertrag auswirkt.
2. Dachausrichtung
Die ideale Ausrichtung für eine Solaranlage ist nach Süden, da die Sonneneinstrahlung hier über den Tag am stärksten ist. Moderne Module sind jedoch so effizient, dass auch andere Ausrichtungen sehr gute Erträge liefern.
- Südausrichtung: Gilt als Optimum und wird als 100-Prozent-Referenzwert angesetzt.
- Ost- oder Westausrichtung: Erreichen immer noch rund 80–90 % des Maximalertrags. Ihr großer Vorteil: Sie produzieren Strom am Morgen und am späten Nachmittag – genau dann, wenn in den meisten Haushalten der Verbrauch am höchsten ist. Viele Anlagenbetreiber entscheiden sich daher bewusst für eine solche Ausrichtung, um ihren Eigenverbrauch zu maximieren.
3. Dachneigung
Die optimale Dachneigung liegt in Deutschland bei etwa 30 Grad, da die Sonne so im Jahresmittel im idealen Winkel auf die Module trifft. Aber auch hier gilt: Perfektion ist nicht notwendig. Abweichungen von der optimalen Neigung im Bereich zwischen 10 und 50 Grad führen nur zu geringen Ertragsverlusten von etwa 5–10 %. Selbst auf Flachdächern lassen sich mit speziellen Aufständerungen ideale Winkel realisieren.
4. Verschattung
Schatten von Bäumen, Nachbargebäuden, Schornsteinen oder Gauben kann den Ertrag spürbar mindern. Bereits die Teilverschattung eines einzigen Moduls konnte früher die Leistung eines ganzen Strangs reduzieren. Moderne Anlagen nutzen jedoch intelligente Leistungsoptimierer, die dieses Problem minimieren und sicherstellen, dass nur das direkt betroffene Modul weniger leistet. Eine sorgfältige, möglichst schattenfreie Planung ist hier also entscheidend.
Aus unserem Shop, Kategorie: PV Anlagen mit Speicher und Montagesets
20000 Watt Photovoltaikanlagen inkl. 20,00 kWh Batterie & Ziegeldach Montageset - Trina Bifazial
12.999,00 €5. Komponenten und Wartung
Die Qualität der verbauten Teile – von den Solarmodulen bis zum Wechselrichter – ist entscheidend für Effizienz und Langlebigkeit. Hochwertige Komponenten wandeln mehr Sonnenlicht in Strom um und sind weniger anfällig für Leistungsabfall. Eine regelmäßige Wartung ist in der Regel nicht nötig, da Regen die Module meist ausreichend reinigt. Nur bei sehr flachen Dächern oder starker lokaler Verschmutzung kann eine gelegentliche Reinigung den Ertrag um wenige Prozentpunkte steigern.
Solarertrag im Jahresverlauf: Was Sie erwarten können
Eine Solaranlage produziert nicht jeden Tag die gleiche Menge Strom. Der Ertrag folgt einem klaren saisonalen Muster: Rund 70–75 % des gesamten Jahresertrags entstehen in den sechs sonnenreichen Monaten von April bis September. Im Winter, wenn die Tage kürzer und die Sonne schwächer ist, sinkt die Produktion deutlich.
Praxisbeispiel für eine 8-kWp-Anlage mit 8.000 kWh Jahresertrag:
- Sommermonate (Juni–August): ca. 3.500 kWh (über 1.100 kWh/Monat)
- Wintermonate (Dezember–Februar): ca. 450 kWh (ca. 150 kWh/Monat)
Diese Verteilung ist entscheidend für die Frage, wie Sie den erzeugten Strom am besten nutzen.
Mit oder ohne Speicher? Eine ehrliche Gegenüberstellung
Da der meiste Strom mittags produziert wird, wenn viele Menschen nicht zu Hause sind, stellt sich die Frage nach einem Batteriespeicher.
Szenario 1: Anlage ohne Speicher
Ohne Speicher nutzen Sie den Solarstrom direkt, während er erzeugt wird. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet. Der typische Eigenverbrauchsanteil liegt hier bei 25–40 %. Das bedeutet, Sie decken rund ein Drittel Ihres Strombedarfs direkt mit Sonnenenergie.
Szenario 2: Anlage mit Speicher
Ein Batteriespeicher speichert den tagsüber überschüssigen Solarstrom für die Nutzung am Abend und in der Nacht. Dadurch steigt Ihre Unabhängigkeit vom Stromnetz erheblich. Mit einem passend dimensionierten Speicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil auf 60–80 % erhöhen. Daher entscheiden sich die meisten, die maximale Autarkie und Kostenersparnis anstreben, für eine Variante mit Speicher.
Ihr persönlicher Solar-Check: Berechnen Sie Ihren potenziellen Ertrag in 60 Sekunden
Sie möchten eine erste, schnelle Schätzung für Ihr eigenes Dach? Mit einer einfachen Faustformel erhalten Sie einen guten Richtwert. Pro kWp Leistung benötigen Sie etwa 6–8 Quadratmeter freie Dachfläche.
Beispielrechnung:
Ihre verfügbare, unverschattete Dachfläche beträgt 50 m².
- Leistung berechnen: 50 m² / 7 m²/kWp ≈ 7,1 kWp
- Jahresertrag schätzen: 7,1 kWp × 1.000 kWh/kWp ≈ 7.100 kWh pro Jahr
Dies ist eine solide erste Annäherung. Für eine exakte Prognose, die alle Faktoren wie Standort, Neigung und Ausrichtung einbezieht, empfehlen sich spezialisierte Rechner.

Häufige Fragen zum Solarertrag (FAQ)
Was passiert mit dem Solarertrag im Winter?
Der Ertrag ist im Winter deutlich geringer, aber nicht null. An sonnigen Wintertagen erzeugt die Anlage oft noch genug Strom, um die Grundlast des Hauses (Kühlschrank, Standby-Geräte) zu decken. Ein Speicher hilft, diese Erträge optimal zu nutzen.
Lohnt sich eine Anlage auch auf einem Norddach?
Für die primäre Stromerzeugung ist ein Norddach in der Regel nicht wirtschaftlich. Der Ertrag wäre zu gering, um die Investitionskosten zu rechtfertigen. Eine süd-, ost- oder westorientierte Fläche ist klar vorzuziehen.
Wie stark sinkt der Ertrag über die Jahre?
Moderne Solarmodule sind extrem langlebig. Hersteller geben Leistungsgarantien von 25 bis 30 Jahren. Der jährliche Leistungsabfall (Degradation) liegt bei hochwertigen Modulen nur bei etwa 0,3–0,5 %. Das bedeutet, dass eine Anlage selbst nach 25 Jahren noch über 85 % ihrer ursprünglichen Leistung erbringt.
Kann ich meinen Ertrag live verfolgen?
Ja. Nahezu jeder moderne Wechselrichter verfügt über ein Monitoring-System. Über eine App auf Ihrem Smartphone oder ein Webportal können Sie jederzeit live sehen, wie viel Strom Ihre Anlage gerade erzeugt, wie viel Sie selbst verbrauchen und wie viel ins Netz eingespeist wird.

Nächste Schritte: Von der Information zur Aktion
Sie haben nun eine fundierte Grundlage, um den potenziellen Ertrag Ihrer zukünftigen Anlage einzuschätzen. Der Stromertrag einer Photovoltaikanlage ist also keine Unbekannte, sondern ein Wert, der sich zuverlässig kalkulieren lässt. Mit der richtigen Planung wird Ihre Anlage zu einer verlässlichen und wirtschaftlichen Energiequelle für Ihr Zuhause.
Wenn Sie nun tiefer in die Planung einsteigen möchten, ist der nächste Schritt die Auswahl der passenden Komponenten. Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie sorgfältig zusammengestellte Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen für Einfamilienhäuser und Balkonkraftwerke abgestimmt sind. Weiterführende Informationen zur Planung und Installation finden Sie in der Wissensdatenbank von Photovoltaik.info.



