Stromspeicher für Bäckerei & Werkstatt: Lastspitzen clever managen

Stromspeicher für Bäckerei & Werkstatt: Lastspitzen clever managen

Der Duft von frischen Brötchen um vier Uhr morgens hat seinen Preis – und der zeigt sich oft auf der Stromrechnung. Wenn in einer Bäckerei alle Öfen gleichzeitig hochfahren oder in einer Kfz-Werkstatt Hebebühne und Schweißgerät zusammen laufen, schnellt der Stromverbrauch in die Höhe.

Diese kurzen, extremen Verbrauchsspitzen, auch Lastspitzen genannt, sind für viele Kleinbetriebe ein massiver, oft unterschätzter Kostentreiber. Doch genau hier liegt ein enormes Einsparpotenzial, das sich mit der richtigen Technologie nutzen lässt.

Dieser Beitrag erklärt, warum gerade Betriebe mit unregelmäßigem Verbrauch von einem intelligent dimensionierten Batteriespeicher profitieren und wie Sie den richtigen Speicher für Ihre Anforderungen finden.

Das Problem mit den Spitzen: Warum unregelmäßiger Verbrauch teuer ist

Der Strompreis für Gewerbekunden setzt sich oft aus zwei Komponenten zusammen: dem Arbeitspreis in Cent pro kWh für die verbrauchte Energiemenge und dem Leistungspreis in Euro pro kW für die maximal abgerufene Leistung.

Gerade der Leistungspreis bestraft kurze, hohe Bedarfsspitzen. Bemessungsgrundlage ist der höchste einzelne 15-Minuten-Mittelwert im gesamten Abrechnungsjahr. Eine einzige unachtsame Stunde kann also die Netzentgelte für die nächsten zwölf Monate in die Höhe treiben.

Das spüren vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die laut Studien für über 50 % des gewerblichen Stromverbrauchs in Deutschland verantwortlich sind. Für rund 70 % dieser Betriebe sind die Energiekosten eine erhebliche Belastung – in den letzten Jahren sind sie oft um mehr als 50 % gestiegen. Ein intelligent geplanter Stromspeicher für Gewerbe wird so zu mehr als nur einer Ergänzung zur Solaranlage; er wird zu einem strategischen Werkzeug für Ihre Kostenkontrolle.

So analysieren Sie Ihren Bedarf: Der Weg zur richtigen Speichergröße

Die Grundlage für jede sinnvolle Investition ist eine genaue Analyse Ihres Stromverbrauchs. Das sogenannte Lastprofil zeigt, wann und wie viel Energie Ihr Betrieb über den Tag verteilt benötigt. Dieses Profil können Sie in der Regel bei Ihrem Energieversorger anfordern. Es ist der Schlüssel, um die zwei Hauptaufgaben eines Speichers optimal zu planen:

  1. Eigenverbrauch des Solarstroms maximieren: Die günstige Energie vom eigenen Dach dann nutzen, wenn sie gebraucht wird – nicht nur, wenn die Sonne scheint.

  2. Lastspitzen kappen (Peak Shaving): Teure Leistungsspitzen aus dem Netz vermeiden, indem der Speicher kurzfristig hohe Energiemengen bereitstellt.

Praxisbeispiel 1: Die Bäckerei

Ein typischer Bäckerbetrieb hat ein sehr charakteristisches Lastprofil: ein massiver Energiebedarf in den frühen Morgenstunden, wenn die Öfen vorheizen und die Knetmaschinen laufen. Tagsüber flacht der Verbrauch ab, bevor zur Mittagszeit oft ein kleinerer Peak durch den Snackbetrieb entsteht.

Das Ziel ist daher klar: Der tagsüber von der Photovoltaikanlage erzeugte Solarstrom muss gespeichert werden, um die extrem teure Verbrauchsspitze am nächsten Morgen abzudecken. Eine Studie des Fraunhofer ISE belegt das Potenzial: In einer Bäckerei kann ein passender Batteriespeicher den Eigenverbrauchsanteil von Solarstrom von 35 % auf über 60 % steigern. Das senkt direkt die Stromrechnung und erhöht die Unabhängigkeit.

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Praxisbeispiel 2: Die Kfz-Werkstatt

In einer Werkstatt ist der Verbrauch oft weniger vorhersehbar. Der Grundbedarf ist meist niedrig, doch der gleichzeitige Einsatz von Hebebühnen, Kompressoren, Diagnosegeräten und Schweißanlagen erzeugt kurze, aber sehr intensive Stromspitzen.

Der Fokus des Speichers liegt hier weniger auf der Verschiebung großer Energiemengen, sondern vielmehr auf der Bereitstellung hoher Leistung in kurzer Zeit. Der Speicher agiert hier als Puffer, der diese Spitzen abfedert. So muss aus dem Netz nur noch eine konstante, geringere Leistung bezogen werden. Dies schützt vor hohen Leistungspreisen und stabilisiert gleichzeitig das betriebsinterne Netz.

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Die richtige Dimensionierung: Eine Frage der Strategie

Abhängig von Ihrem Lastprofil und Ihren Zielen gibt es zwei grundlegende Strategien für die Auslegung des Speichers. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Betriebe von einer Mischform am stärksten profitieren.

Strategie A: Fokus auf Lastspitzenkappung

Wenn Ihr Hauptziel die Senkung der teuren Netzentgelte ist, steht die Leistung (kW) des Speichers im Vordergrund. Der Speicher muss die Leistungsdifferenz zwischen Ihrer typischen Lastspitze und dem angestrebten, niedrigeren Netzbezug abdecken können. Die Kapazität (kWh) kann hier vergleichsweise klein ausfallen, da die Energie oft nur für 15 bis 30 Minuten bereitgestellt werden muss.

Untersuchungen zeigen, dass eine gezielte Lastspitzenkappung die Netzentgelte um 20 % bis 40 % reduzieren kann. Ein solches System erfordert oft ein intelligentes Lastmanagement, das den Speicher automatisch dann aktiviert, wenn eine Spitze droht.

Strategie B: Fokus auf Eigenverbrauchsoptimierung

Möchten Sie vor allem möglichst viel Ihres selbst erzeugten Solarstroms nutzen, ist die Speicherkapazität (in kWh) die entscheidende Größe. Sie sollte so bemessen sein, dass der Speicher den überschüssigen Solarstrom eines sonnigen Tages aufnehmen und den Verbrauch in den Abend- und Morgenstunden decken kann. Die Leistung des Speichers orientiert sich dabei am durchschnittlichen Verbrauch Ihres Betriebs außerhalb der Sonnenstunden.

Am wirtschaftlichsten ist für die meisten Betriebe die ganzheitliche Planung einer Photovoltaik-Lösung für Gewerbe. Dabei werden PV-Anlage und Speicher so aufeinander abgestimmt, dass sowohl der Eigenverbrauch optimiert als auch die teuersten Lastspitzen effektiv vermieden werden.

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Häufige Fragen zur Speicherdimensionierung für Gewerbe (FAQ)

Was kostet ein Gewerbespeicher?
Die Kosten sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Als Faustregel können Sie je nach Technologie und Größe mit 600 bis 1.000 Euro pro Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität rechnen. Hinzu kommen Kosten für den passenden Wechselrichter, das Energiemanagementsystem und die Installation.

Wie groß sollte die PV-Anlage passend zum Speicher sein?
Eine Grundregel lautet: Die PV-Anlage sollte an einem durchschnittlichen Sonnentag genug Strom erzeugen, um den Direktverbrauch zu decken und anschließend den Speicher vollständig zu laden. Ein typisches Verhältnis ist oft 1 zu 1 bis 1 zu 1,5 (z. B. 10 kWp PV-Leistung zu 10–15 kWh Speicherkapazität), wobei das genaue Verhältnis stark vom individuellen Lastprofil abhängt.

Lohnt sich ein Speicher auch ohne PV-Anlage?
Ja, auch ohne eigene Solaranlage kann sich ein Speicher lohnen, wenn es rein um die Kappung von Lastspitzen geht. Der Speicher wird dann in günstigen Zeiten (z. B. nachts) aus dem Netz geladen und gibt die Energie während der teuren Spitzenlastzeiten wieder ab. Die größte Wirtschaftlichkeit wird jedoch fast immer in Kombination mit einer Photovoltaikanlage erreicht.

Welche Rolle spielt intelligentes Lastmanagement?
Ein intelligentes Lastmanagement ist die Schaltzentrale Ihres Energiesystems. Es überwacht permanent den Energiefluss, prognostiziert Verbrauch sowie Erzeugung und steuert den Speicher und große Verbraucher (z. B. E-Ladesäulen, Kühlaggregate) so, dass teure Lastspitzen aktiv vermieden werden. Dieses Management ist entscheidend, um die Lastspitzen zuverlässig zu kappen.

Fazit: Der maßgeschneiderte Speicher als Schlüssel zur Effizienz

Für Gewerbebetriebe wie Bäckereien, Werkstätten oder produzierende Kleinbetriebe ist ein Batteriespeicher weit mehr als nur ein ökologisches Statement. Er ist vielmehr ein betriebswirtschaftliches Instrument, mit dem Sie Ihre Energiekosten aktiv steuern und die Abhängigkeit von steigenden Strompreisen reduzieren.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in einem möglichst großen, sondern in einem passgenau dimensionierten Speicher. Eine ehrliche Analyse Ihres Lastprofils und eine klare Definition Ihrer Ziele – ob Maximierung des Eigenverbrauchs, Kappung von Lastspitzen oder eine Mischung aus beidem – sind die entscheidenden ersten Schritte auf dem Weg zu einer effizienteren und günstigeren Energieversorgung.

Weitere Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten sowie passende Komplettsets für Ihr Gewerbe finden Sie direkt bei Photovoltaik.info.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
Über Patrick Thoma | Mehrklicks – KI-Sichtbarkeit | Unsere Leistungen