PV-Speicher nachrüsten bei Anlagen mit Leistungsoptimierern: Was Sie wissen müssen

Ihre Photovoltaikanlage mit Leistungsoptimierern, beispielsweise von SolarEdge, liefert zuverlässig hohen Ertrag, selbst bei Teilverschattung. Nun möchten Sie den nächsten logischen Schritt gehen und Ihren Eigenverbrauch durch einen Stromspeicher maximieren.

Doch gerade bei Systemen mit Leistungsoptimierern ist die Nachrüstung eines Speichers eine besondere Herausforderung und erfordert sorgfältige Planung. Dieser Beitrag beleuchtet die technischen Besonderheiten und zeigt Ihnen Ihre Optionen auf.

Warum sind Anlagen mit Leistungsoptimierern besonders?

Im Gegensatz zu klassischen String-Wechselrichtern, bei denen mehrere Solarmodule in Reihe geschaltet sind, optimieren Systeme mit Leistungsoptimierern jedes einzelne Modul. Fällt ein Modul durch Verschattung oder Verschmutzung in seiner Leistung ab, beeinträchtigt dies nicht die Leistung der anderen Module im Strang. Studien aus der Praxis zeigen, dass diese Technologie den Jahresertrag bei komplexen Dächern um bis zu 25 % steigern kann.

Der entscheidende Punkt für die Speichernachrüstung ist jedoch ein technisches Detail: Die gesamte Steuerung und Leistungsanpassung geschieht auf der Gleichstromseite (DC-Seite), also direkt zwischen den Modulen und dem Wechselrichter. Dies schafft ein hocheffizientes, aber auch eng verzahntes System, das spezielle Anforderungen an die Integration eines Batteriespeichers stellt.

Die Herausforderung: Die richtige Anbindung des Speichers

Ein Stromspeicher kann auf zwei grundlegende Arten in ein bestehendes System integriert werden: DC-gekoppelt (gleichstromseitig) oder AC-gekoppelt (wechselstromseitig). Bei Anlagen mit Leistungsoptimierern ist diese Entscheidung keine reine Geschmacksfrage, sondern hängt stark von der vorhandenen Technik und Ihren Zielen ab.

Option 1: Die DC-gekoppelte Speicherlösung – Effizient, aber gebunden

Die DC-Kopplung ist der technisch eleganteste Weg. Hier wird der Batteriespeicher direkt an den DC-Kreislauf des Hybrid-Wechselrichters angeschlossen. Der Solarstrom vom Dach kann so ohne Umwege direkt in die Batterie fließen.

Vorteile:

  • Hoher Wirkungsgrad: Da der Strom nicht mehrfach von DC zu AC und zurück umgewandelt werden muss, sind die Energieverluste minimal. Der Gesamtwirkungsgrad solcher Systeme erreicht oft über 95 %.
  • Ein System aus einer Hand: Wechselrichter, Speicher und Leistungsoptimierer sind optimal aufeinander abgestimmt. Sie haben eine zentrale App zur Überwachung und Steuerung.
  • Intelligentes Management: Das System kann den Energiefluss zwischen Modulen, Speicher und Hausnetz optimal steuern.

Nachteile:

  • Starke Herstellerbindung: In der Regel können Sie nur Speicher des Wechselrichterherstellers verwenden (z. B. eine SolarEdge-Batterie an einem SolarEdge-Wechselrichter).
  • Wechselrichter-Austausch oft nötig: Ältere Wechselrichter sind meist nicht „Battery-Ready“, also nicht für den direkten Anschluss eines Speichers vorbereitet. Ein Austausch gegen ein modernes Hybrid-Modell ist dann unumgänglich.

Praxisbeispiel DC-Speicher Nachrüstung

Praxisbeispiel: Ein Hausbesitzer hat eine 6 Jahre alte 8-kWp-Anlage mit SolarEdge-Optimierern. Um einen DC-Speicher nachzurüsten, muss er seinen alten Wechselrichter durch einen neuen SolarEdge Hybrid-Wechselrichter ersetzen und dazu eine passende SolarEdge Home Battery installieren. Die Erfahrung zeigt, dass dies die effizienteste, aber oft auch kostenintensivste Lösung ist.

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Option 2: Der AC-gekoppelte Speicher – Flexibel und universell

Ein AC-gekoppelter Speicher wird nicht an den PV-Wechselrichter, sondern parallel dazu an das Hausnetz (AC-Seite) angeschlossen. Er verfügt über einen eigenen, integrierten Batteriewechselrichter, der den Stromfluss steuert, und agiert quasi wie ein eigenständiges „Kraftwerk“ im Haus.

Vorteile:

  • Herstellerunabhängigkeit: Sie können Ihre bestehende Anlage mit Leistungsoptimierern behalten und einen Speicher eines beliebigen Herstellers (z. B. BYD, Sonnen, Varta) wählen.
  • Einfache Nachrüstung: Der bestehende PV-Wechselrichter muss nicht ausgetauscht werden. Der Speicher wird einfach zusätzlich in die Hauselektrik integriert.
  • Hohe Flexibilität: Sie können den Speicher frei nach Preis, Leistung und Funktionsumfang auswählen, der am besten zu Ihnen passt.

Nachteile:

  • Geringere Effizienz: Der Strom wird mehrfach umgewandelt (PV-DC -> PV-AC -> Batterie-DC -> Batterie-AC). Bei diesem Prozess entstehen zwangsläufig Energieverluste. Der Gesamtwirkungsgrad liegt hier typischerweise zwischen 88 % und 92 %.
  • Zwei Systeme: Unter Umständen benötigen Sie dann zwei verschiedene Apps oder Monitoring-Systeme – eines für die PV-Anlage und eines für den Speicher.

Praxisbeispiel AC-gekoppelter Speicher

Praxisbeispiel: Ein Mieter mit einem Balkonkraftwerk, das ebenfalls mit Optimierern arbeiten kann, entscheidet sich für einen kleinen AC-gekoppelten Speicher. Er kann diesen einfach an eine Steckdose anschließen und ist nicht an den Hersteller seiner Mini-PV-Anlage gebunden. Dasselbe Prinzip gilt für große Dachanlagen.

Kompatibilität und Kommunikation: Das Herzstück der Nachrüstung

Unabhängig von der gewählten Kopplungsart ist die fehlerfreie Kommunikation zwischen den Komponenten entscheidend. Bei DC-Systemen muss der Hybrid-Wechselrichter sowohl die Leistungsoptimierer als auch das Batteriemanagementsystem (BMS) des Speichers verstehen. Diese Kommunikationsprotokolle sind oft herstellerspezifisch.

Bei AC-Systemen misst ein separater Energiezähler (Smart Meter) am Netzanschlusspunkt, wie viel Strom erzeugt und verbraucht wird. Anhand dieser Daten entscheidet der Batteriewechselrichter, ob er den Speicher laden oder entladen soll. Daher entscheiden sich viele Kunden für bewährte Kombinationen, die von Installateuren empfohlen werden.

Kosten und Wirtschaftlichkeit im Vergleich

Die Entscheidung zwischen DC- und AC-Kopplung hat auch finanzielle Auswirkungen. Hier sind grobe Richtwerte für die Planung:

  • DC-Nachrüstung: Rechnen Sie mit Kosten zwischen 8.000 und 12.000 Euro für einen 10-kWh-Speicher inklusive des notwendigen Austauschs des Wechselrichters gegen ein Hybrid-Modell.
  • AC-Nachrüstung: Ein AC-gekoppelter 10-kWh-Speicher inklusive Batteriewechselrichter und Installation kostet typischerweise zwischen 7.000 und 11.000 Euro.

Während die DC-Lösung auf dem Papier effizienter ist, kann die Flexibilität bei der Wahl eines günstigeren Speichers bei der AC-Lösung den finanziellen Vorteil ausgleichen. Eine detaillierte Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Stromspeichern hilft Ihnen, die langfristig beste Entscheidung für Ihre Situation zu treffen.

FAQ – Häufige Fragen zur Speichernachrüstung bei Leistungsoptimierern

Kann ich jeden beliebigen Speicher an meine SolarEdge-Anlage anschließen?
Für eine DC-gekoppelte Lösung müssen Sie einen von SolarEdge freigegebenen Speicher verwenden. Wenn Sie sich für eine AC-gekoppelte Lösung entscheiden, können Sie hingegen Speicher fast aller namhaften Hersteller nutzen.

Muss ich meinen Wechselrichter immer austauschen?
Für eine DC-gekoppelte Speichernachrüstung ist ein Austausch meist unumgänglich, falls Sie noch kein Hybrid-Modell besitzen. Bei einer AC-Kopplung kann Ihr bestehender Wechselrichter unverändert weiterarbeiten.

Ist der Effizienzverlust bei AC-Kopplung in der Praxis spürbar?
Der Unterschied von wenigen Prozentpunkten im Wirkungsgrad ist im Alltag für die meisten Nutzer kaum relevant. Die Vorteile der Flexibilität und der oft einfacheren Installation wiegen diesen kleinen Nachteil in der Regel auf.

Was kostet die Nachrüstung eines Speichers ungefähr?
Als Faustregel können Sie für einen schlüsselfertigen Speicher mit etwa 10 kWh Kapazität, je nach Technologie und Hersteller, mit Kosten zwischen 7.000 und 12.000 Euro rechnen.

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Fazit: Gute Planung ist der Schlüssel zum Erfolg

Die Nachrüstung eines Stromspeichers bei einer bestehenden Anlage mit Leistungsoptimierern ist kein Standardvorhaben. Die Entscheidung zwischen der hocheffizienten, aber herstellergebundenen DC-Lösung und der universell flexiblen AC-Lösung will gut überlegt sein.

Die Erfahrung vieler Hausbesitzer zeigt: Eine fundierte Beratung, die Ihre vorhandenen Komponenten und zukünftigen Wünsche berücksichtigt, ist der wichtigste Schritt. Analysieren Sie, ob die höhere Effizienz der DC-Kopplung den potenziellen Mehraufwand und die Herstellerbindung rechtfertigt oder ob die Flexibilität der AC-Kopplung für Sie überwiegt.

Um die passende Lösung für Ihre individuelle Situation zu finden, ist eine fachkundige Analyse entscheidend. Unsere Experten helfen Ihnen dabei, die richtige Wahl zu treffen. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen Sie sich unverbindlich beraten.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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