Solarteur-Referenzen richtig prüfen: Die entscheidenden Fragen an Altkunden

Sie haben Angebote eingeholt und einen Solarteur in die engere Wahl gezogen. Auf Ihre Nachfrage hin erhalten Sie eine Liste mit Referenzkunden – ein wichtiger, vertrauensbildender Schritt. Doch hier machen viele angehende Anlagenbetreiber einen entscheidenden Fehler: Sie sehen die Liste als reinen Beleg für die Existenz des Unternehmens und haken das Thema ab. Der wahre Wert von Referenzen liegt jedoch nicht in der Liste selbst, sondern in den Gesprächen, die Sie führen. Mit den richtigen Fragen wird aus einem höflichen Telefonat ein mächtiges Werkzeug zur Qualitätssicherung.

Warum eine Referenzliste allein nicht ausreicht

Die Auswahl des richtigen Installationsbetriebs ist eine der wichtigsten Entscheidungen auf dem Weg zur eigenen Solaranlage. Eine Studie des National Renewable Energy Laboratory (NREL) zeigt, dass für 82 % der Hausbesitzer die Reputation des Solarteurs ein entscheidendes Kriterium ist. Gleichzeitig zeigt die Markterfahrung, dass nur etwa 35 % der Interessenten tatsächlich zum Hörer greifen und bei den Referenzkunden anrufen.

Damit vergeben viele die Chance, wertvolle Einblicke aus erster Hand zu gewinnen. Ein Referenzkunde hat den gesamten Prozess bereits durchlaufen – von der ersten Beratung über die Installation bis hin zum Betrieb der Anlage. Er kann Ihnen ungefiltert berichten, was gut lief und wo es vielleicht gehakt hat. Genau hier liegt Ihre Chance, sich ein objektives Bild zu machen, das weit über Hochglanzbroschüren und Verkaufsgespräche hinausgeht.

Die Vorbereitung: So gehen Sie das Gespräch strategisch an

Ein gutes Referenzgespräch ist kein Verhör, sondern ein Austausch auf Augenhöhe. Bereiten Sie sich kurz vor, um die Zeit Ihres Ansprechpartners zu respektieren und gezielt die für Sie wichtigsten Informationen zu erhalten.

  • Stellen Sie sich kurz vor: Nennen Sie Ihren Namen und den Grund Ihres Anrufs. Erwähnen Sie, dass Sie die Kontaktdaten vom Solarteur erhalten haben.
  • Fragen Sie nach einem passenden Zeitpunkt: Zeigen Sie Respekt für die Zeit des Referenzkunden. Ein einfacher Satz wie „Störe ich gerade oder haben Sie fünf bis zehn Minuten Zeit für ein paar Fragen?“ wirkt professionell und zugleich freundlich.
  • Haben Sie Ihre Fragen parat: Eine vorbereitete Liste hilft Ihnen, den Faden nicht zu verlieren und alle relevanten Punkte anzusprechen.

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Referenzkunden gern Auskunft geben. Schließlich waren sie selbst einmal in Ihrer Situation und teilen ihre Erfahrungen deshalb oft bereitwillig.

Der ultimative Fragenkatalog für das Referenzgespräch

Nutzen Sie die folgende Checkliste, um alle entscheidenden Phasen eines Photovoltaik-Projekts abzudecken. Suchen Sie sich einfach die für Sie relevantesten Fragen heraus.

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Fragen zur Planungs- und Angebotsphase

In dieser Phase werden die Weichen für das gesamte Projekt gestellt. Hier trennt sich oft schon die Spreu vom Weizen.

  • Beratung: Fühlten Sie sich gut und verständlich beraten? Wurden Ihre individuellen Bedürfnisse (z. B. Stromverbrauch, Wunsch nach Autarkie) berücksichtigt?
  • Angebot: War das Angebot transparent und nachvollziehbar? Gab es versteckte Posten oder unklare Formulierungen?
  • Planung: Wurde die Planung an die Gegebenheiten Ihres Daches (Ausrichtung, Neigung, mögliche Verschattung) angepasst?
  • Komponenten: Wurde Ihnen erklärt, warum genau diese Solarmodule und welcher Wechselrichter empfohlen wurden?

Ein klassisches Beispiel ist die Frage nach der Anlagengröße. Ein guter Solarteur fragt nicht nur nach der Dachfläche, sondern auch nach Ihrem aktuellen und zukünftigen Stromverbrauch (z. B. geplantes E-Auto). Fragen Sie den Referenzkunden, ob diese Aspekte angesprochen wurden.

Fragen zur Installation und Inbetriebnahme

Die handwerkliche Ausführung ist das Herzstück Ihres Projekts. Hier zählen Pünktlichkeit, Sauberkeit und Fachkompetenz.

  • Termintreue: Wurden die vereinbarten Termine für die Lieferung und die Photovoltaik installieren eingehalten?
  • Das Team: Machte das Montageteam einen professionellen und erfahrenen Eindruck? Wurde auf Sicherheit geachtet?
  • Sauberkeit: Wurde die Baustelle sauber und ordentlich hinterlassen?
  • Inbetriebnahme: Gab es eine ausführliche Einweisung in die Funktion der Anlage und der Monitoring-App?
  • Probleme: Gab es während der Installation unvorhergesehene Probleme und wie wurden diese vom Team gelöst?

Ein konkretes Beispiel: Fragen Sie, ob das Team auch auf Details wie eine saubere Kabelführung im Keller geachtet hat. Das verrät oft viel über die allgemeine Sorgfalt des Betriebs.

Fragen zur Kommunikation und Erreichbarkeit

Schlechte Kommunikation ist bei Bauprojekten nachweislich eine der häufigsten Ursachen für Unzufriedenheit. Ein fester Ansprechpartner und proaktive Informationen sind hier Gold wert.

  • Ansprechpartner: Hatten Sie einen festen Ansprechpartner für das gesamte Projekt?
  • Erreichbarkeit: War dieser Ansprechpartner bei Rückfragen gut erreichbar?
  • Information: Wurden Sie über den Projektfortschritt und eventuelle Verzögerungen aktiv informiert?
  • Dokumentation: Haben Sie alle notwendigen Unterlagen (Datenblätter, Anleitungen, Übergabeprotokoll) vollständig und zeitnah erhalten?

Fragen zu Kosten und Vertragsdetails

Niemand mag böse Überraschungen bei der Endabrechnung. Kostentransparenz ist ein klares Zeichen für Seriosität.

  • Preisstabilität: Entsprach die Endrechnung dem ursprünglichen Angebot?
  • Zusatzkosten: Gab es unerwartete Zusatzkosten? Wenn ja, wurden diese vorab mit Ihnen besprochen und nachvollziehbar begründet?
  • Zahlungsplan: War der vereinbarte Zahlungsplan fair und an den Baufortschritt gekoppelt?

Die Frage nach den Gesamtkosten ist entscheidend. Informieren Sie sich vorab, was kostet eine PV-Anlage in Ihrer gewünschten Größenordnung, um die Angaben des Referenzkunden besser einordnen zu können.

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Fragen zur Leistung und zum Service nach der Installation

Eine Photovoltaikanlage ist eine Investition für 20 bis 30 Jahre. Deshalb ist der Service nach dem Kauf mindestens genauso wichtig wie die Installation selbst – schließlich hängt die Zufriedenheit maßgeblich vom langfristigen Support ab.

  • Anlagenleistung: Erreicht die Anlage die prognostizierte Leistung? Sind Sie mit dem Ertrag zufrieden?
  • Störungen: Hatten Sie bereits eine technische Störung oder einen Ausfall?
  • Kundenservice: Wenn ja, wie schnell und kompetent hat der Solarteur reagiert? War der Service kulant?
  • Wartung: Wurden Sie über empfohlene PV-Anlage Wartung informiert?

Viele Kunden entscheiden sich für einen Betrieb aus der Region, um im Störungsfall kurze Reaktionszeiten sicherzustellen. Fragen Sie den Referenzkunden, welche Erfahrungen er hier gemacht hat.

Rote Flaggen: Wann Sie hellhörig werden sollten

Achten Sie während des Gesprächs auf wiederkehrende Muster. Einzelne kleine Kritikpunkte sind normal, aber bei den folgenden Anzeichen sollten Sie vorsichtig sein:

  • Schlechte Erreichbarkeit: Wenn der Referenzkunde mehrfach von tagelanger Funkstille berichtet.
  • Unklare Kosten: Wenn es erhebliche Abweichungen zwischen Angebot und Endrechnung gab, die nicht plausibel erklärt wurden.
  • Schuldzuweisungen: Wenn bei Problemen die Verantwortung stets auf Hersteller oder äußere Umstände geschoben wurde.
  • Zögerliche Antworten: Wenn der Referenzkunde bei direkten Fragen ausweicht oder nur sehr vage antwortet.

FAQ – Häufige Fragen zur Prüfung von Solarteuren

Wie viele Referenzen sollte ich kontaktieren?
Erfahrungsgemäß reichen zwei bis drei ausführliche Gespräche aus, um sich ein klares Bild zu machen. Achten Sie darauf, dass die Projekte in Größe und Art (z. B. mit oder ohne Speicher) Ihrem Vorhaben ähneln.

Was ist, wenn ein Solarteur keine Referenzen nennen möchte?
Das ist ein deutliches Warnsignal. Ein etablierter und seriöser Betrieb hat zufriedene Kunden und ist stolz darauf, diese als Referenz nennen zu dürfen. Eine Weigerung kann auf mangelnde Erfahrung oder schlechte Projektergebnisse hindeuten.

Sollte ich auch nach älteren Referenzen fragen?
Ja, unbedingt. Fragen Sie gezielt nach einem Kunden, dessen Anlage bereits seit über zwei Jahren in Betrieb ist. So erfahren Sie wertvolle Details über die Langlebigkeit der Installation und die Qualität des langfristigen Kundenservice.

Kann ich eine Referenzanlage auch besichtigen?
Fragen Sie den Solarteur, ob eine Besichtigung möglich ist. Oft lässt sich dies in Absprache mit dem Referenzkunden arrangieren. So können Sie sich selbst von der Qualität der handwerklichen Ausführung überzeugen.

Fazit: Eine fundierte Entscheidung treffen

Die Auswahl des richtigen Solarteurs ist eine Vertrauenssache. Ein 15-minütiges Gespräch mit einem Altkunden kann Ihnen mehr Sicherheit geben als das stundenlange Vergleichen von Datenblättern. Es schützt Sie vor bösen Überraschungen und sorgt dafür, dass Ihre Investition in saubere Energie auf einem soliden Fundament steht. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um nicht nur einen Installateur, sondern einen verlässlichen Partner für die nächsten Jahrzehnte zu finden.

Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten und zur Planung Ihrer Anlage finden Sie direkt auf Photovoltaik.info.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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