Solartechnik im Altbau: Photovoltaik oder Solarthermie?

Solartechnik im Altbau: Photovoltaik oder Solarthermie?

Altbauten versprühen einen einzigartigen Charme, bringen aber oft hohe Energiekosten mit sich. Wer über eine Sanierung nachdenkt oder unabhängiger von steigenden Preisen werden möchte, stößt schnell auf das Thema Solarenergie.

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Doch hier stellt sich eine entscheidende Frage: Sollte man auf Photovoltaik setzen, um Strom zu erzeugen, oder auf Solarthermie, um Wärme zu gewinnen? Die Antwort ist nicht immer offensichtlich, denn sie hängt entscheidend vom Zustand Ihres Gebäudes ab. Für die meisten Altbaubesitzer gibt es jedoch eine überraschend klare Empfehlung.

Der entscheidende Faktor: Der Energiezustand Ihres Altbaus

Wer über eine Solaranlage nachdenkt, sollte zuerst die größte Herausforderung eines Altbaus verstehen: den hohen Energiebedarf. Laut dem Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) verbraucht ein unsaniertes Einfamilienhaus aus den Baujahren 1958 bis 1968 durchschnittlich 220 Kilowattstunden (kWh) Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr. Ein modern saniertes Gebäude gleicher Größe kommt im Vergleich dazu oft mit weniger als 80 kWh/m²a aus.

Dieser enorme Unterschied ist der Dreh- und Angelpunkt bei der Wahl der richtigen Solartechnik. Da ein schlecht gedämmtes Haus im Winter permanent Wärme durch Wände, Fenster und Dach verliert, muss jede erzeugte Kilowattstunde gegen diese hohen Verluste ankämpfen.

Solarthermie im Altbau: Eine gute Idee mit Haken

Eine Solarthermieanlage sammelt die Sonnenwärme über Kollektoren auf dem Dach und nutzt sie zur Erwärmung von Wasser für Haushalt und Heizung. Das klingt zunächst ideal, um den Gas- oder Ölverbrauch zu senken.

Die Praxis zeigt jedoch die Grenzen dieser Technik auf. So belegt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), dass Solarthermieanlagen ihre Stärken vor allem in gut gedämmten Gebäuden mit modernen Niedertemperatur-Heizsystemen wie einer Fußbodenheizung ausspielen. Dort können sie bis zu 60 % des Bedarfs für Warmwasser und Heizungsunterstützung decken.

In einem schlecht gedämmten Altbau mit alten Heizkörpern, die hohe Vorlauftemperaturen benötigen, sinkt dieser Wert hingegen oft auf unter 20 %.

Ein typisches Szenario: Sie besitzen ein charmantes Haus aus den 1960er-Jahren ohne Außendämmung. Eine Solarthermieanlage kann im Sommer problemlos das Duschwasser erwärmen. Sobald im Herbst aber die Heizsaison beginnt, reicht die erzeugte Wärme bei Weitem nicht aus, um die hohen Wärmeverluste des Hauses auszugleichen. Der Beitrag zur Heizkostenersparnis bleibt minimal, während Ihre konventionelle Heizung weiterhin die Hauptlast tragen muss.

Fazit: Solarthermie ist im Altbau meist nur dann eine sinnvolle Option, wenn das Gebäude bereits umfassend saniert ist und über ein passendes Heizsystem verfügt.

Photovoltaik im Altbau: Die flexible Alternative

Hier kommt die Photovoltaik (PV) ins Spiel. Anders als eine Solarthermieanlage erzeugt eine PV-Anlage keine Wärme, sondern flexibel nutzbaren elektrischen Strom. Sie können ihn für Haushaltsgeräte, Beleuchtung oder das Laden eines Elektroautos verwenden – und eben auch zum Heizen.

Laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) erzeugt eine typische 8- bis 10-kWp-Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus jährlich 8.000 bis 10.000 kWh Strom, der einen erheblichen Teil Ihres bisherigen Netzbezugs ersetzen kann.

Ihre wahre Stärke im Altbau entfaltet die Photovoltaik jedoch in Kombination mit einer modernen Heiztechnologie: Anstatt mit einer ineffizienten Solarthermieanlage gegen Wärmeverluste anzukämpfen, können Sie mit dem PV-Strom eine Wärmepumpe betreiben. Diese wandelt den Strom hocheffizient in Wärme um und kann so auch ein älteres Gebäude zuverlässig versorgen. Was ist eine Wärmepumpe? Viele Altbaubesitzer entscheiden sich für diese Kombination, da sie zwei Probleme gleichzeitig löst: Sie senken ihre Stromkosten und schaffen die Grundlage für eine zukunftssichere, unabhängige Wärmeversorgung.

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Die große Frage: Was ist mit dem Denkmalschutz?

Ein häufiges Hindernis bei Altbauten ist der Denkmalschutz. Viele Eigentümer befürchten, eine Solaranlage sei auf einem historischen Dach grundsätzlich verboten. Das war lange Zeit tatsächlich ein Problem, doch die Technologie hat sich weiterentwickelt.

Inzwischen gibt es spezielle „Denkmalschutz-Solarmodule“, die sich optisch kaum von traditionellen Dacheindeckungen wie Schiefer oder Biberschwanzziegeln unterscheiden. Sie sind in verschiedenen Farben erhältlich und fügen sich unauffällig in das historische Erscheinungsbild ein. Ihre Effizienz ist dabei nur geringfügig niedriger als bei Standardmodulen.

Eine Abstimmung mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde ist natürlich immer erforderlich. Mit den richtigen Modulen und einer durchdachten Planung stehen die Chancen auf eine Genehmigung heute jedoch deutlich besser als noch vor einigen Jahren.

Denkmalschutz-Solarmodule

Gegenüberstellung: Photovoltaik vs. Solarthermie im Altbau

Photovoltaik (PV)

  • Hauptnutzen: Erzeugt flexibel nutzbaren Strom
  • Ideal für Altbau: Sehr gut geeignet, auch in unsaniertem Zustand
  • Flexibilität: Hoch (Haushalt, E-Auto, Wärmepumpe, Einspeisung)
  • Heizungs-Kopplung: Ideal mit Wärmepumpe für hohe Effizienz
  • Wirtschaftlichkeit: Senkt Stromrechnung direkt, ermöglicht günstige Wärme
  • Zukunftssicherheit: Sehr hoch (Sektorkopplung, E-Mobilität)

Solarthermie

  • Hauptnutzen: Erzeugt Wärme für Wasser/Heizung
  • Ideal für Altbau: Nur für bereits sanierte Altbauten sinnvoll
  • Flexibilität: Gering (nur für Wärme nutzbar)
  • Heizungs-Kopplung: Benötigt Niedertemperatur-System (z.B. Fußbodenheizung)
  • Wirtschaftlichkeit: Deckt im unsanierten Bau oft nur einen kleinen Teil des Heizbedarfs
  • Zukunftssicherheit: Limitiert auf Wärmeerzeugung

Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich mein Dach für eine Solaranlage sanieren?

Nicht zwangsläufig. Ein Fachbetrieb sollte jedoch immer die Statik und den Zustand der Dacheindeckung prüfen. Steht in den nächsten Jahren ohnehin eine Dachsanierung an, ist es wirtschaftlich sehr sinnvoll, diese mit der Installation einer PV-Anlage zu kombinieren. So sparen Sie Kosten für das Gerüst und die Montage.

Lohnt sich Photovoltaik, wenn mein Dach nicht perfekt nach Süden ausgerichtet ist?

Ja, absolut. Moderne Solarmodule sind so effizient, dass sich auch Dächer mit Ost-West-Photovoltaik Ausrichtung hervorragend eignen. Der Vorteil: Die Stromerzeugung verteilt sich besser über den Tag – morgens von der Ostseite, nachmittags von der Westseite. Das erhöht den Eigenverbrauch, da der Strom genau dann zur Verfügung steht, wenn er im Haushalt oft gebraucht wird.

Kann ich beide Systeme kombinieren?

Technisch ist das über sogenannte Hybridkollektoren möglich. Diese erzeugen sowohl Strom als auch Wärme. In der Praxis sind diese Systeme jedoch komplex, teuer und oft weniger effizient als zwei getrennte Anlagen. Für die meisten Altbauten ist eine große Photovoltaikanlage mit der Option, eine Wärmepumpe zu betreiben, die wirtschaftlichere und leistungsfähigere Lösung.

Was ist wichtiger: Dämmen oder eine Solaranlage installieren?

Die klassische Lehre lautet: Erst dämmen, dann erzeugen. Eine gute Dämmung senkt den Energiebedarf dauerhaft und ist die Grundlage für jedes Effizienzkonzept. Gleichzeitig kann eine Photovoltaikanlage ein pragmatischer erster Schritt sein: Sie senkt sofort Ihre Stromkosten und schafft so finanzielle Spielräume, die Sie für spätere Dämmmaßnahmen nutzen können.

Fazit: Die richtige Entscheidung für Ihr Zuhause

Für Besitzer von unsanierten oder teilsanierten Altbauten ist die Entscheidung meist klarer als gedacht: Die Photovoltaik ist in der Regel die weitaus flexiblere und zukunftssicherere Wahl. Sie löst nicht nur das drängende Problem hoher Stromkosten, sondern bietet mit der Kombination aus PV-Strom und Wärmepumpe auch einen realistischen Weg zu einer modernen, unabhängigen Heizung.

Die Solarthermie bleibt eine gute Lösung, aber vor allem für eine Nische: energetisch sanierte Altbauten, die bereits über ein modernes Niedertemperatur-Heizsystem verfügen. Für alle anderen ist die Stromerzeugung auf dem eigenen Dach der strategisch klügere Weg in eine unabhängige Energiezukunft.

Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten finden Sie direkt auf Photovoltaik.info.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma · Gründer & Hauptautor von Photovoltaik.info
20+ Jahre PV Praxis · 3.000+ Anlagen · eigene 20 kWp Anlage mit zwei Speichern

Hallo, ich bin Patrick. Ich habe die damals größte PV Modulproduktion Bayerns geleitet, mehr als 3.000 Photovoltaikanlagen mit aufgebaut und betreibe heute selbst eine 20 kWp Anlage mit zwei Speichern. Auf Photovoltaik.info teile ich meine Erfahrung aus über zwei Jahrzehnten PV Praxis, unabhängig, verständlich und ohne Verkaufsdruck. Mein Ziel ist es, Hausbesitzern ehrliche Informationen zu Photovoltaik, Stromspeichern und Balkonkraftwerken zu geben, damit sie bessere Entscheidungen treffen können, ohne Verkaufsmaschen und Marketing Bla.


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