Sichere Kabelführung für Photovoltaik: So schützen Sie Ihr Haus vor Brandgefahr

Sichere Kabelführung für Photovoltaik: So schützen Sie Ihr Haus vor Brandgefahr

Die Solarmodule sind auf dem Dach montiert, der Wechselrichter wartet im Keller auf seinen Einsatz. Doch was oft übersehen wird, ist der Weg dazwischen: die Führung der Gleichstromkabel (DC-Kabel) durch das Gebäude.

Sichere Kabelführung für Photovoltaik

Dieser unscheinbare Teil der Installation ist für die Sicherheit Ihres gesamten Hauses von entscheidender Bedeutung. Eine unsachgemäße Verlegung birgt erhebliche Brand- und Unfallrisiken, die sich mit der richtigen Planung jedoch vollständig vermeiden lassen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, warum die DC-Kabelführung so wichtig ist, welche Schutzmaßnahmen die Norm vorschreibt und wie Sie sicherstellen, dass Ihre Photovoltaikanlage nicht nur effizient, sondern auch rundum sicher ist.

Warum die DC-Kabelführung im Haus so entscheidend ist

Die von den Solarmodulen kommenden Kabel führen Gleichstrom mit sehr hohen Spannungen – bei einer typischen Dachanlage für ein Einfamilienhaus können das bis zu 1000 Volt sein. Im Gegensatz zum Wechselstrom aus der Steckdose reißt ein Gleichstrom-Lichtbogen bei einem Defekt nicht von selbst ab. Er brennt weiter und entwickelt dabei extreme Hitze von mehreren tausend Grad Celsius – eine unmittelbare Brandquelle.

Zwei Hauptgefahren gehen von ungeschützten DC-Leitungen im Hausinneren aus:

  1. Lichtbögen durch Beschädigung: Wenn ein Kabel durch Alterung, Tierbiss oder einen Installationsfehler beschädigt wird, kann ein gefährlicher Lichtbogen entstehen.

  2. Mechanische Beschädigung von außen: Dies ist die häufigste Gefahr. Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein Bild aufhängen und bohren versehentlich in ein ungeschützt in der Wand verlegtes Solarkabel. Die Folgen können verheerend sein.

Genau aus diesem Grund gibt es klare Vorschriften, um diese Risiken zu minimieren.

Die gesetzlichen Vorgaben: Was die Norm vorschreibt

Die maßgebliche Norm für die Installation von Photovoltaikanlagen in Deutschland ist die DIN VDE 0100-712. Sie schreibt vor, dass DC-Leitungen innerhalb von Gebäuden besonders geschützt werden müssen, um sowohl die Brandgefahr durch Lichtbögen als auch mechanische Beschädigungen zu verhindern.

Das Ziel ist einfach: Die Kabel müssen so verlegt werden, dass sie über die gesamte Lebensdauer der Anlage – also mindestens 20 bis 30 Jahre – sicher bleiben. Eine Verlegung ohne jeglichen Schutz, beispielsweise lose unter dem Dach oder hinter einer einfachen Rigipswand, ist daher nicht zulässig und grob fahrlässig.

Drei anerkannte Schutzmethoden im Überblick

Die Norm lässt verschiedene Wege zu, um die geforderte Sicherheit zu erreichen. In der Praxis haben sich drei Hauptmethoden durchgesetzt, die sich oft auch kombinieren lassen.

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Methode 1: Die feuerfeste Verlegung (Der Goldstandard)

Dies ist die sicherste und zugleich aufwendigste Methode. Die Kabel werden in speziellen, als brandbeständig klassifizierten Installationskanälen (sogenannte I-Kanäle oder E-Kanäle) verlegt. Alternativ können sie auch unter Putz mit einer durchgehenden mechanischen Abdeckung aus Metall (z. B. Blech mit mindestens 4 mm Stärke) geführt werden.

  • Vorteil: Diese Methode bietet den höchsten Schutz. Selbst wenn im Kabel ein Lichtbogen entsteht, wird ein Brandüberschlag auf das Gebäude wirksam verhindert. Gleichzeitig schützt der robuste Kanal vor Nägeln, Schrauben oder anderen äußeren Einwirkungen.

  • Anwendung: Besonders empfehlenswert bei Neubauten oder Kernsanierungen, wo die Kanäle direkt in die Bausubstanz integriert werden können.

Methode 2: Schutz durch den Wechselrichter (AFCI)

Moderne Wechselrichter für Photovoltaik sind oft mit einer sogenannten Lichtbogen-Fehlererkennung (Arc-Fault Circuit Interrupter, kurz AFCI) ausgestattet. Dieses Sicherheitssystem überwacht den Gleichstromkreis permanent. Sobald es die charakteristischen Muster eines Lichtbogens erkennt, schaltet es den Wechselrichter sofort ab und unterbricht den Stromfluss.

Wechselrichter mit Lichtbogen-Fehlererkennung (AFCI)

  • Vorteil: AFCI ist eine wirksame elektronische Schutzmaßnahme gegen Brände, die durch fehlerhafte Kabel oder Steckverbindungen entstehen.

  • Wichtige Einschränkung: Ein AFCI-System reagiert erst, nachdem ein Fehler aufgetreten ist. Es verhindert also nicht die mechanische Beschädigung des Kabels an sich. Wenn Sie in ein Kabel bohren, entsteht der Lichtbogen trotzdem – das System sorgt lediglich dafür, dass er schnellstmöglich gelöscht wird.

Methode 3: Die mechanisch geschützte Verlegung

Bei dieser Methode werden die DC-Kabel in robusten Installationsrohren (Leerrohren) aus Kunststoff oder Metall verlegt. Dies bietet einen guten Basisschutz gegen unbeabsichtigte mechanische Beschädigungen.

  • Vorteil: Schützt die Leitungen zuverlässig vor versehentlichem Anbohren oder Quetschen.

Mechanisch geschützte Verlegung

  • Wichtige Einschränkung: Ein normales Kunststoff- oder Metallrohr ist nicht feuerfest. Entsteht im Inneren des Rohres aus anderen Gründen ein Lichtbogen (z. B. durch einen Materialfehler), kann dieser das Rohr durchschmoren und einen Brand auslösen.

Die Praxis: Welche Lösung ist die richtige für Sie?

Keine der Methoden schließt die andere aus. Für maximale Sicherheit ist eine intelligente Kombination oft der beste Weg.

Die beste Lösung für Neubau und Sanierung:
Eine feuerfeste Verlegung nach Methode 1. Damit sind alle Risiken bestmöglich abgedeckt.

Die häufigste und praxistauglichste Lösung für Bestandsgebäude:
Eine Kombination aus Methode 2 und 3 ist der gängige Standard. Dabei werden die DC-Kabel in einem stabilen Installationsrohr (mechanischer Schutz) verlegt und an einen Wechselrichter mit integrierter AFCI-Funktion (elektronischer Schutz) angeschlossen. Diese Lösung bietet ein sehr hohes Sicherheitsniveau und ist in den meisten Gebäuden gut umsetzbar.

Ein umfassender Photovoltaik-Brandschutz umfasst alle Komponenten – von den Modulen auf dem Dach über die sichere Kabelführung bis hin zum Wechselrichter und einem optionalen Photovoltaik-Speicher.

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Häufige Fragen zur Kabelführung (FAQ)

Muss die Kabelführung immer in einem speziellen Kanal erfolgen?

Ja, eine Form des Schutzes ist nach Norm immer erforderlich, wenn DC-Kabel durch Innenräume geführt werden. Die einfachste Variante ist ein robustes Installationsrohr, die sicherste ein zertifizierter Brandschutzkanal. Eine lose Verlegung ist in keinem Fall zulässig.

Was passiert, wenn ich versehentlich in ein DC-Kabel bohre?

Dies ist extrem gefährlich. Es entsteht sofort ein Lichtbogen mit hoher Brandgefahr, zudem besteht das Risiko eines schweren elektrischen Schlags. Eine fachgerechte, geschützte Verlegung verhindert, dass der Bohrer das Kabel überhaupt erreicht. Ein Wechselrichter mit AFCI würde den Lichtbogen zwar schnell löschen, der Schaden am Kabel und die kurzzeitige Gefahr bestehen aber dennoch.

Wer ist für die korrekte Installation verantwortlich?

Die Verantwortung für eine normgerechte Ausführung liegt allein beim installierenden Fachbetrieb. Als Hausbesitzer sollten Sie im Angebot jedoch darauf achten, dass die geschützte Verlegung der DC-Leitungen explizit aufgeführt ist. Fragen Sie im Zweifel gezielt nach, wie der Installateur die Anforderungen der DIN VDE 0100-712 umsetzt.

Kann ich die Kabel auch außen am Haus entlangführen?

Ja, das ist oft eine sehr gute Alternative, um eine aufwendige Verlegung im Hausinneren zu vermeiden. Die Kabel werden dabei vom Dach direkt an der Außenfassade entlang zum Wechselrichter im Keller oder Hauswirtschaftsraum geführt. Auch hier müssen sie in einem UV- und witterungsbeständigen Schutzrohr verlegt sein.

Fazit: Sicherheit beginnt bei der Planung

Die sichere Führung der DC-Kabel ist kein Detail, das vernachlässigt werden darf. Sie ist ein zentraler Baustein für den langfristig sicheren und störungsfreien Betrieb Ihrer Photovoltaikanlage. Achten Sie bei der Auswahl Ihres Installateurs darauf, dass dieses Thema von Anfang an professionell geplant und transparent kommuniziert wird. Ein gut informierter Bauherr kann die richtigen Fragen stellen und sorgt so dafür, dass die Freude an der eigenen Solarenergie ungetrübt bleibt.

Möchten Sie mehr über die Komponenten einer sicheren und effizienten PV-Anlage erfahren? Auf Photovoltaik.info finden Sie praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Bauteile.

Für Hausbesitzer, die eine konkrete Umsetzung planen, finden Sie im Shop von Photovoltaik.info Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen und Sicherheitsanforderungen abgestimmt sind.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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