Lohnt sich ein Stromspeicher? Ab diesem Strompreis rechnet sich der Akku

Eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach produziert tagsüber oft mehr Strom, als im Haushalt verbraucht wird. Abends und nachts, wenn der Energiebedarf steigt, muss teurer Strom aus dem Netz bezogen werden. Ein Stromspeicher verspricht hier Abhilfe, doch die hohe Anfangsinvestition wirft eine entscheidende Frage auf: Rechnet sich das überhaupt? Die Antwort darauf hängt von einer einzigen Kennzahl ab: dem Strompreis, den Sie an Ihren Energieversorger zahlen.
Die Kernfrage: Speicher oder nicht? Was die Zahlen sagen
Ein Stromspeicher, oft auch Solarbatterie oder Akku genannt, erfüllt eine klare Aufgabe: Er speichert den überschüssigen Solarstrom vom Tag für die Nutzung in den Abend- und Nachtstunden. Dadurch erhöht sich Ihr Eigenverbrauchsanteil – also der Anteil des selbst erzeugten Stroms, den Sie auch selbst nutzen – erheblich.
Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zeigen das Potenzial deutlich:
- Ohne Speicher kann ein typischer Haushalt etwa 30 % seines Solarstroms direkt verbrauchen.
- Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt dieser Wert auf 60 % bis 80 %.
Sie ersetzen also teuren Netzstrom durch Ihren eigenen, günstigen Solarstrom. Dieser Tausch ist der wirtschaftliche Kern eines jeden Stromspeichers.
Die Kosten im Blick: Was kostet ein Stromspeicher wirklich?
Die Investition in einen Stromspeicher ist ein wesentlicher Kostenfaktor bei der Anschaffung einer kompletten PV-Anlage. Obwohl die Preise in den letzten Jahren gesunken sind, macht der Akku oft einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus.
Eine aktuelle Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin aus dem Jahr 2024 zeigt, dass die durchschnittlichen Kosten für Heimspeicher bei etwa 740 Euro pro Kilowattstunde (kWh) nutzbarer Speicherkapazität liegen.
Ein Rechenbeispiel:
- Ein kleiner Speicher mit 5 kWh Kapazität kostet demnach rund 3.700 Euro.
- Ein größerer Speicher mit 10 kWh schlägt mit etwa 7.400 Euro zu Buche.
Diese Kosten müssen über die Lebensdauer des Speichers durch die Einsparungen beim Strombezug wieder erwirtschaftet werden. Wer sich also fragt, was kostet eine Solaranlage, sollte die Ausgaben für einen potenziellen Speicher von Anfang an mitberücksichtigen.
Der Hebel: Wie Ihr Strompreis die Rentabilität beeinflusst
Die Wirtschaftlichkeit eines Speichers lässt sich präzise berechnen. Die zentrale Formel lautet:
Ersparnis pro gespeicherter kWh = Ihr aktueller Strompreis – EEG-Einspeisevergütung
Die Einspeisevergütung ist der Betrag, den Sie für überschüssigen Strom erhalten, den Sie ins Netz einspeisen. Für Anlagen, die 2024 in Betrieb genommen werden, liegt dieser Wert bei etwa 8,1 Cent/kWh.
Machen wir eine Beispielrechnung:
Angenommen, Ihr Strompreis beträgt 40 Cent/kWh.
- Ihre Ersparnis pro selbst verbrauchter kWh aus dem Speicher liegt dann bei: 40 ct – 8,1 ct = 31,9 Cent.
Ein moderner Lithium-Ionen-Speicher mit 5 kWh Kapazität ist für rund 5.000 Ladezyklen ausgelegt. Bei einem typischen Wirkungsgrad von 90 % kann er über seine Lebenszeit rund 22.500 kWh Strom speichern und wieder abgeben.
- Gesamtersparnis über die Lebensdauer: 22.500 kWh * 0,319 €/kWh = 7.177 €
- Anschaffungskosten: ca. 3.700 €
In diesem Szenario übersteigt die Ersparnis die Kosten deutlich – der Speicher ist rentabel.
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Interessant wird es, wenn wir die Rechnung umkehren und fragen: Welchen Strompreis benötigen wir mindestens, damit sich die Investition von 3.700 € amortisiert?
- Notwendige Ersparnis pro kWh: 3.700 € / 22.500 kWh = 0,164 € oder 16,4 Cent
- Mindeststrompreis: 16,4 Cent (notwendige Ersparnis) + 8,1 Cent (entgangene Einspeisevergütung) = 24,5 Cent/kWh
Das Ergebnis: Unter diesen Annahmen lohnt sich die Investition in den Speicher, sobald Ihr Strompreis nachhaltig über 24,5 Cent/kWh liegt. Bei den aktuell üblichen Strompreisen von 30 bis 40 Cent ist diese Schwelle meist überschritten.
Eigenverbrauch: Der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit
Die Beispielrechnung verdeutlicht, wie entscheidend der Eigenverbrauch für die Rentabilität ist. Jede Kilowattstunde, die Sie nicht teuer einkaufen müssen, beschleunigt die Amortisation Ihrer Anlage. Ein Speicher ist das effektivste Werkzeug, um den Eigenverbrauch zu maximieren.
Ein Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.500 kWh kann durch einen Speicher seinen Autarkiegrad von 30 % auf beispielsweise 70 % steigern. Das bedeutet, statt nur 1.350 kWh deckt die Anlage nun 3.150 kWh des Bedarfs. Die zusätzlichen 1.800 kWh pro Jahr müssen nicht mehr vom Energieversorger gekauft werden. Um das Maximum aus Ihrer Anlage herauszuholen, ist es essenziell, den Eigenverbrauch optimieren zu können.
Die häufigste Falle: Überdimensionierung des Speichers
Die Studie der HTW Berlin warnt vor einem weit verbreiteten Fehler: Viele Speicher werden zu groß dimensioniert. Ein Akku, der im Winter nur zu einem Bruchteil geladen wird, weil die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht, kann seine Kosten niemals wieder einspielen.
Die Erfahrung zeigt, dass die gängige Faustregel „1 kWh Speicherkapazität pro 1 kWp PV-Leistung“ oft zu einer Überdimensionierung führt. Sinnvoller ist ein Speicher, der auf den tatsächlichen Nachtverbrauch im Sommer ausgelegt ist. Ein kleinerer, aber dafür ganzjährig gut ausgelasteter Speicher ist wirtschaftlicher als ein großer, der über Monate nur gering genutzt wird. Laut der HTW-Studie ist aktuell nur etwa jeder vierte installierte Speicher unter Berücksichtigung aller Faktoren tatsächlich rentabel – was oft an einer falschen Dimensionierung liegt.
Fazit: Ab welchem Strompreis lohnt sich der Speicher?
Ein Stromspeicher ist kein Selbstläufer, aber bei den aktuellen Rahmenbedingungen für immer mehr Haushalte eine lohnende Investition. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber unsere Analyse liefert eine klare Orientierung:
Bei aktuellen Speicherkosten von rund 740 €/kWh liegt die kritische Schwelle für den Strompreis meist zwischen 25 und 30 Cent/kWh.
Liegt Ihr Arbeitspreis darüber und planen Sie, langfristig in Ihrem Eigenheim zu wohnen, ist ein Stromspeicher eine wirtschaftlich sinnvolle Ergänzung zu Ihrer PV-Anlage. Er macht Sie nicht nur unabhängiger von Strompreiserhöhungen, sondern leistet zudem einen aktiven Beitrag zur Energiewende.
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Wie groß sollte mein Stromspeicher sein?
Die ideale Größe hängt von Ihrem nächtlichen Stromverbrauch und der Leistung Ihrer PV-Anlage ab. Eine zu große Dimensionierung schadet der Rentabilität. Als grobe Orientierung gilt, den durchschnittlichen Stromverbrauch zwischen Abend und Morgen zu decken. Lassen Sie sich hierzu unbedingt fachmännisch beraten.
Wie lange hält ein Stromspeicher?
Moderne Lithium-Speicher sind für eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren und 5.000 bis 10.000 volle Ladezyklen ausgelegt. Die meisten Hersteller geben Garantien von 10 Jahren auf die Kapazität.
Was passiert bei einem Stromausfall?
Nicht jeder Stromspeicher liefert automatisch Notstrom. Die Fähigkeit, bei einem Netzausfall ein eigenes Hausnetz zu versorgen (Notstrom- oder Ersatzstromfähigkeit), ist eine Zusatzfunktion, die bei der Planung berücksichtigt werden muss und oft mit Mehrkosten verbunden ist.
Ist ein Speicher für jede PV-Anlage eine gute Ergänzung?
Nicht zwingend. Für Haushalte mit sehr geringem Stromverbrauch oder einem Verbrauchsschwerpunkt am Tag (z. B. durch Homeoffice) kann eine PV-Anlage ohne Speicher die wirtschaftlichere Wahl sein. Deshalb sollte die grundlegende Frage, lohnt sich Photovoltaik, immer der erste Schritt vor der Entscheidung für oder gegen einen Speicher sein.



