Lohnt sich eine PV-Anlage mit Klimaanlage oder Pool? Eine Rentabilitätsrechnung

Hohe Sommertemperaturen treiben den Stromverbrauch im Eigenheim oft in die Höhe. Während eine Klimaanlage für angenehme Kühle und die Poolpumpe für sauberes Wasser sorgen, gelten beide Geräte als erhebliche Stromverbraucher. Viele Hausbesitzer fragen sich daher, ob sich eine Photovoltaikanlage unter diesen Umständen überhaupt rechnet. Die Antwort ist überraschend positiv: Gerade diese „Sommer-Stromfresser“ können Ihre PV-Anlage zu einer besonders rentablen Investition machen.
Das Dilemma der Sommer-Stromfresser: Hohe Kosten treffen auf hohes Solarpotenzial
Um die Wirtschaftlichkeit zu verstehen, lohnt sich zunächst ein Blick auf den Verbrauch dieser Geräte. Eine fest installierte Klimaanlage oder eine Poolpumpe kann den Strombedarf eines Haushalts in den Sommermonaten leicht verdoppeln.
Typische Verbrauchswerte aus der Praxis:
- Poolpumpe: Eine durchschnittliche Pumpe für einen mittelgroßen Pool läuft täglich mehrere Stunden und verbraucht so über eine Saison (Mai bis September) zwischen 2.000 und 3.000 kWh Strom. Das entspricht fast dem Jahresverbrauch eines sparsamen Einpersonenhaushalts.
- Klimaanlage: Schon ein einzelnes Split-Klimagerät verbraucht an einem heißen Tag zwischen 1 und 2 kWh pro Betriebsstunde. Läuft es über mehrere Wochen täglich für einige Stunden, kommen schnell 300 bis 600 kWh zusätzlich auf die Jahresrechnung.
Diese hohen Verbräuche treiben die Stromkosten im Sommer spürbar in die Höhe. Gleichzeitig ist das aber exakt die Zeit, in der eine Photovoltaikanlage den meisten Strom erzeugt. Hier entsteht eine perfekte Synergie, die oft übersehen wird.
Der Schlüssel zur Rentabilität: Maximaler Eigenverbrauch
Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage hängt maßgeblich von der Eigenverbrauchsquote ab – also dem Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den Sie direkt im Haus verbrauchen. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, müssen Sie nicht teuer vom Energieversorger einkaufen.
Ein durchschnittlicher Haushalt ohne große Verbraucher erreicht oft nur eine Eigenverbrauchsquote von etwa 30 %. Der Grund: Die meiste Energie wird mittags erzeugt, wenn viele Bewohner bei der Arbeit sind und der Strombedarf gering ist. Der überschüssige Strom wird dann für eine relativ geringe Vergütung ins Netz eingespeist.
Hier kommt der Wendepunkt für Besitzer von Pools oder Klimaanlagen:
Ihre Hauptverbraucher laufen genau dann, wenn die Sonne am stärksten scheint. Die Poolpumpe filtert das Wasser tagsüber und die Klimaanlage kühlt das Haus gegen die Mittagshitze.
- Ergebnis: Der teure Netzstrom wird durch kostenlosen Solarstrom ersetzt. Die Eigenverbrauchsquote steigt so mühelos von 30 % auf 50 %, 60 % oder sogar mehr an.
- Finanzieller Vorteil: Die Amortisationszeit der Anlage verkürzt sich deutlich. Während eine Standard-PV-Anlage sich oft erst nach 10 bis 15 Jahren rechnet, kann diese Zeitspanne bei hohem Sommerverbrauch auf 8 bis 12 Jahre sinken. So steigern Sie aktiv den Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage und damit die Gesamtrendite.
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Ab 2.099,00 €Beispielrechnung: Familie mit Pool und Klimaanlage
Um dies greifbarer zu machen, sehen wir uns eine typische Situation an. Eine vierköpfige Familie hat einen Jahresstromverbrauch von 4.500 kWh. Im Sommer kommen durch eine Poolpumpe weitere 2.000 kWh und durch eine Klimaanlage 500 kWh hinzu.
- Gesamtverbrauch pro Jahr: 7.000 kWh
- Strompreis (Annahme): 35 Cent/kWh
- Jährliche Stromkosten ohne PV-Anlage: 7.000 kWh × 0,35 €/kWh = 2.450 €
Die Familie installiert eine 10-kWp-Photovoltaikanlage. Diese erzeugt rund 10.000 kWh Strom pro Jahr, den Großteil davon im Sommer.
Szenario mit PV-Anlage:
- Hohe Eigenverbrauchsquote: Durch den Betrieb von Poolpumpe und Klimaanlage an sonnigen Tagen erreicht die Familie eine Eigenverbrauchsquote von 60 % ihres Gesamtverbrauchs.
- Direkt verbrauchter Solarstrom: 7.000 kWh × 60 % = 4.200 kWh.
- Ersparnis durch Eigenverbrauch: 4.200 kWh × 0,35 €/kWh = 1.470 € pro Jahr.
- Überschusseinspeisung: Von den 10.000 kWh, die die Anlage erzeugt, werden 4.200 kWh selbst verbraucht. Somit bleiben 5.800 kWh für die Einspeisung.
- Einnahmen durch Einspeisung: 5.800 kWh × 0,08 €/kWh (Annahme Einspeisevergütung) = 464 € pro Jahr.
- Gesamter finanzieller Vorteil: 1.470 € (Ersparnis) + 464 € (Einnahmen) = 1.934 € pro Jahr.
Die anfänglichen Kosten einer Photovoltaikanlage dieser Größe amortisieren sich durch den hohen Eigenverbrauch deutlich schneller. Die Erfahrung zeigt, dass Haushalte mit solchen saisonalen Großverbrauchern zu den größten Gewinnern der Energiewende im Eigenheim gehören.
Worauf sollten Sie bei der Planung achten?
Richtige Dimensionierung der Anlage
Die PV-Anlage sollte groß genug sein, um die Verbrauchsspitzen im Sommer zuverlässig zu decken. Eine zu klein dimensionierte Anlage führt dazu, dass Sie trotz Sonnenschein teuren Strom aus dem Netz zukaufen müssen, während Klimaanlage und Poolpumpe laufen. Eine professionelle Beratung, wie sie Photovoltaik.info anbietet, hilft dabei, die optimale Anlagengröße für Ihren individuellen Bedarf zu ermitteln.
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6.999,00 €Intelligente Steuerung
Moderne Energiemanagementsysteme können Ihre Großverbraucher intelligent steuern. So lässt sich die Poolpumpe beispielsweise automatisch starten, sobald ein Überschuss an Solarstrom vorhanden ist. Das maximiert den Eigenverbrauch, ohne dass Sie manuell eingreifen müssen.
Die Rolle eines Stromspeichers
Ein Photovoltaik-Speicher ist bei hohem Tagesverbrauch im Sommer nicht immer zwingend erforderlich, kann aber die Autarkie weiter erhöhen. Er speichert den überschüssigen Solarstrom vom Tag für die Nutzung am Abend oder in der Nacht. Ob sich die Investition lohnt, hängt davon ab, wie Ihr Verbrauchsverhalten außerhalb der Sonnenstunden aussieht. Für den reinen Betrieb von Pool und Klimaanlage allein ist er oft sekundär, für eine ganzjährige Optimierung jedoch eine sinnvolle Ergänzung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was passiert, wenn die Sonne nicht scheint?
An bewölkten Tagen oder nachts beziehen Sie den benötigten Strom wie gewohnt aus dem öffentlichen Netz. Ihre Versorgungssicherheit ist jederzeit gewährleistet. Eine PV-Anlage ergänzt Ihre Stromversorgung, sie ersetzt den Netzanschluss nicht.
Lohnt sich die Anlage dann im Winter überhaupt noch?
Ja, auch im Winter erzeugt eine PV-Anlage Strom, wenn auch weniger als im Sommer. Dieser kann den Grundbedarf des Haushalts (Kühlschrank, Beleuchtung, Elektronik) decken und Ihre Stromrechnung ganzjährig senken. Der entscheidende wirtschaftliche Hebel liegt bei dieser Konstellation aber klar im Sommer.
Muss ich meine Verbraucher manuell ein- und ausschalten?
Nicht unbedingt. Viele moderne Geräte und Systeme lassen sich über Zeitschaltuhren oder Smart-Home-Lösungen so programmieren, dass sie bevorzugt in den Mittagsstunden laufen. So wird der Eigenverbrauch automatisch optimiert.
Ist mein Dach für eine ausreichend große Anlage geeignet?
Die meisten Dächer von Einfamilienhäusern bieten genügend Platz. Entscheidend sind Ausrichtung, Neigung und eventuelle Verschattungen. Eine professionelle Analyse kann schnell klären, welches Potenzial Ihr Dach bietet. Viele Kunden sind überrascht, wie effizient auch Anlagen auf Dächern mit Ost-West-Ausrichtung arbeiten können.
Fazit: Aus Kostentreibern werden Renditebringer
Ein hoher Stromverbrauch im Sommer durch Klimaanlage oder Poolpumpe ist kein Hindernis für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage – im Gegenteil. Diese Geräte verwandeln sich von reinen Kostentreibern in ideale Partner für Ihre Solaranlage. Sie sorgen für eine außergewöhnlich hohe Eigenverbrauchsquote, maximieren Ihre Ersparnis und verkürzen die Amortisationszeit erheblich.
Damit wird die Investition in saubere Energie nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch besonders attraktiv.
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