Photovoltaik im Kleingarten: Gibt es Sonderzuschüsse für die Gartenlaube?

Ein sonniger Tag im Kleingarten ist für viele der Inbegriff von Erholung

Doch die Idylle kann ein jähes Ende finden, wenn der Akku des Rasenmähers leer ist oder die Getränke in der Kühlbox langsam warm werden. Denn in den meisten Parzellen ist ein Stromanschluss nicht vorhanden. Die Lösung liegt auf der Hand – oder besser gesagt, auf dem Dach der Gartenlaube: Eine kleine Photovoltaikanlage kann für die nötige Unabhängigkeit sorgen. Doch während die Förderung für Hausdachanlagen und Balkonkraftwerke bekannt ist, stellt sich für Kleingärtner eine spezielle Frage: Gibt es auch kommunale Zuschüsse für solche Insellösungen im Grünen?

Die Gartenlaube als Kraftwerk: Was ist rechtlich zu beachten?

Bevor Sie über die Finanzierung nachdenken, sind zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen zu klären. Für Kleingärten sind zwei Ebenen entscheidend: das Bundeskleingartengesetz (BKleingG) und die Satzung Ihres Kleingartenvereins.

Das BKleingG gibt vor, dass eine Gartenlaube in ihrer „einfachen Ausführung“ nicht zum dauerhaften Wohnen geeignet sein darf. Das bedeutet, dass umfangreiche Elektroinstallationen, die einem Wohnhausstandard entsprechen, in der Regel unzulässig sind. Eine kleine, autarke Solaranlage zur Deckung des typischen Gartenbedarfs fällt jedoch in der Regel nicht unter diese Einschränkung.

Der wichtigste Ansprechpartner ist daher immer der Vorstand Ihres Kleingartenvereins. Die Vereinssatzung regelt die Details zur Bebauung und Nutzung der Parzellen.

Die Erfahrung zeigt: Die meisten Vereine stehen der Installation von kleinen Solarmodulen positiv gegenüber, solange diese optisch unauffällig sind und die Nachbarn nicht stören. Klären Sie folgende Punkte vorab mit dem Vorstand:

  • Maximale Größe der Anlage: Gibt es eine Begrenzung der Modulfläche oder der Leistung (z. B. in Wattpeak)?
  • Montageort: Ist nur das Dach der Laube erlaubt oder auch ein freistehender Ständer?
  • Optische Vorgaben: Gibt es Wünsche bezüglich der Farbe der Module oder Rahmen?

Eine schriftliche Genehmigung des Vereinsvorstands ist die beste Absicherung für Ihr Vorhaben.

Typische Solarlösungen für den Kleingarten

Für den Kleingarten kommen fast ausschließlich Photovoltaik-Inselanlagen zum Einsatz. Diese Systeme arbeiten komplett autark und sind nicht mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Sie bestehen typischerweise aus drei Hauptkomponenten:

  1. Solarmodul: Wandelt Sonnenlicht in Gleichstrom um.
  2. Laderegler: Steuert das Laden der Batterie und schützt sie vor Über- oder Tiefentladung.
  3. Batterie/Akku: Speichert den erzeugten Strom für die Nutzung bei Bedarf, auch abends oder bei bewölktem Himmel.

Ein zusätzlicher Spannungswandler (Wechselrichter) ermöglicht den Betrieb handelsüblicher 230-Volt-Geräte.

Praxisbeispiel: Eine kleine Inselanlage mit einem 200-Watt-Solarmodul und einem passenden 100-Ah-Akku kann problemlos den Tagesbedarf für LED-Beleuchtung, das Laden von Smartphones und den Betrieb eines kleinen Radios decken. Für einen energieeffizienten Kühlschrank ist eine Anlage mit 400 bis 600 Watt Leistung und einem größeren Batteriespeicher empfehlenswert. Mehr Informationen zur Funktionsweise einer Photovoltaik-Inselanlage finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.

Der große Check: Kommunale Förderungen für PV im Schrebergarten

Die zentrale Frage vieler Kleingärtner lautet: Kann ich für meine Anlage einen Zuschuss von der Stadt oder Gemeinde erhalten? Die Antwort darauf ist leider ernüchternd.

Unsere Recherchen in den Förderdatenbanken der großen deutschen Städte mit hoher Kleingartendichte (z. B. Berlin, Leipzig, Hamburg, Hannover) zeigen ein klares Bild: Spezielle Förderprogramme, die explizit auf Photovoltaik-Inselanlagen in Kleingärten abzielen, gibt es derzeit nicht.

Die Gründe dafür sind nachvollziehbar:

  • Fokus auf Netzeinspeisung: Staatliche und kommunale Förderungen konzentrieren sich auf Anlagen, die Strom in das öffentliche Netz einspeisen und damit die Energiewende im großen Stil unterstützen. Inselanlagen tragen dazu nicht bei.
  • Bindung an Wohngebäude: Die populären Zuschüsse für Balkonkraftwerke oder Stecker-Solar-Geräte sind fast immer an eine feste Wohnadresse und die Einspeisung in den Stromkreis einer Wohnung oder eines Hauses gekoppelt. Ein Kleingarten erfüllt diese Voraussetzungen nicht.
  • Verwaltungsaufwand: Die Prüfung und Abwicklung von Förderanträgen für sehr kleine Anlagen in einem rechtlichen Sonderraum wie dem Kleingarten ist für die Kommunen mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden.

Auch wenn eine direkte Förderung somit unwahrscheinlich ist, sollten Sie dennoch einen Blick in die Förderrichtlinien Ihrer Kommune werfen. Manchmal enthalten die Bestimmungen Formulierungen, die Interpretationsspielraum lassen. Allerdings sind die Erfolgsaussichten sehr gering.

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Kosten und Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich die Investition auch ohne Förderung?

Auch ohne Zuschuss ist eine Solaranlage für die Gartenlaube eine lohnende Anschaffung. Die Wirtschaftlichkeit bemisst sich hier weniger in eingesparten Stromkosten, sondern vielmehr in einem Plus an Komfort und Unabhängigkeit.

Typischer Kostenrahmen:

  • Einsteiger-Set (ca. 100-200 Wp): Ideal für Licht, Radio und das Laden von Mobilgeräten. Komplettsets mit Modul, Laderegler und kleinem Akku sind bereits für 250 bis 450 Euro erhältlich.
  • Komfort-Set (ca. 400-600 Wp): Ausreichend für den zusätzlichen Betrieb eines kleinen Kühlschranks oder den gelegentlichen Einsatz von Elektrowerkzeugen. Hier sollten Sie mit Kosten von 600 bis 1.000 Euro rechnen.

Die genauen Kosten einer Solaranlage hängen stark von der Qualität der Komponenten ab, insbesondere von der Batterie.

Verglichen mit einem benzinbetriebenen Stromgenerator, der Lärm und Abgase verursacht und laufende Kosten für Kraftstoff hat, ist die Solaranlage eine einmalige, saubere und stille Investition, die sich über viele Jahre bezahlt macht.

FAQ – Häufige Fragen zu Solarstrom im Kleingarten

Brauche ich eine Genehmigung für die Solaranlage?
In den meisten Fällen ist keine baurechtliche Genehmigung erforderlich, da die Anlagen sehr klein sind. Zwingend notwendig ist jedoch die Genehmigung durch den Vorstand Ihres Kleingartenvereins. Holen Sie diese immer schriftlich ein.

Welche Anlagengröße ist sinnvoll?
Das hängt ganz von Ihrem Strombedarf ab. Machen Sie eine Liste der Geräte, die Sie betreiben möchten. Für reine Beleuchtung und das Laden von Kleingeräten reichen oft schon 100 Watt. Soll ein Kühlschrank laufen, sind mindestens 400 Watt und eine ausreichend große Batterie empfehlenswert.

Kann ich den Strom im Winter nutzen?
Ja, aber der Ertrag ist deutlich geringer. Im Winter steht die Sonne tiefer und scheint weniger Stunden. In den Monaten von November bis Februar liefert die Anlage oft nur 10–20 % der Energie eines Sommermonats. Für eine ganzjährige Nutzung muss die Anlage entsprechend größer dimensioniert sein.

Was ist der Unterschied zu einem Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk ist eine Mini-PV-Anlage, die ihren Strom direkt in das Stromnetz einer Wohnung oder eines Hauses einspeist und keinen Batteriespeicher hat. Eine Inselanlage im Kleingarten speichert den Strom in einer Batterie und hat keine Verbindung zum öffentlichen Netz.

Muss ich die Anlage warten?
Photovoltaikanlagen sind extrem wartungsarm. Es genügt, das Solarmodul gelegentlich von Schmutz, Staub oder Laub zu befreien, um den vollen Ertrag zu sichern. Die Anschlüsse an der Batterie sollten einmal im Jahr auf festen Sitz geprüft werden.

Fazit: Autarkie im Grünen ist einfacher als gedacht

Auch wenn spezielle kommunale Sonderzuschüsse für Photovoltaik im Kleingarten eine Wunschvorstellung bleiben, ist der Weg zur eigenen Stromversorgung im Grünen dennoch unkompliziert und erschwinglich. Die Anschaffung einer Inselanlage ist primär eine Investition in Komfort, Unabhängigkeit und Ruhe. Sie befreien sich von leeren Akkus und lauten Generatoren und können Ihre Zeit im Garten noch ungestörter genießen.

Der wichtigste erste Schritt ist immer das Gespräch mit dem Vereinsvorstand. Mit dessen Zustimmung steht Ihrem kleinen, persönlichen Kraftwerk auf dem Dach der Gartenlaube nichts mehr im Wege.

Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen für Inselanwendungen wie im Kleingarten abgestimmt sind.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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