Uni Konstanz: Weg frei für klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2025

Uni Konstanz: Klimaneutrale Wärmeversorgung aus dem Bodensee bis 2025

Mit dem Spatenstich für ein neues, innovatives Heizwerk leitet die Universität Konstanz eine neue Ära ihrer Energieversorgung ein. Das Projekt, das bis 2025 fertiggestellt sein soll, wird die Wärmeversorgung des Campus weitgehend dekarbonisieren und die CO2-Emissionen um rund 4.000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Kernstück der Anlage ist eine Großwärmepumpe, die Energie direkt aus dem Bodensee gewinnt.

Spatenstich für zukunftsweisende Energie an der Uni Konstanz

Mit dem offiziellen Spatenstich hat die Universität Konstanz den Bau eines neuen Energie- und Wissenschaftszentrums begonnen. Das Projekt umfasst neben dem Heizwerk auch die Errichtung des „Forum Konstanz“, eines neuen Wissenschaftsgebäudes. Vertreter der Universität, der Stadt Konstanz sowie des baden-württembergischen Finanzministeriums und der beteiligten Unternehmen gaben das Startsignal für das Bauvorhaben, das die Energieversorgung des Campus grundlegend verändern wird.

Das neue Heizwerk ersetzt die bisherige, erdgasbetriebene Anlage und stellt die Versorgung auf erneuerbare Energien um. Laut Prognosen wird die neue Anlage die CO2-Emissionen der Universität um beeindruckende 96 Prozent senken. Ziel ist es, künftig etwa 70 Prozent des gesamten Wärmebedarfs klimaneutral zu decken.

Ministerium fördert klimaneutrale Wärmeversorgung der Uni Konstanz

Das Land Baden-Württemberg fördert die Umstellung auf eine klimaneutrale Energieversorgung an seinen Hochschulen aktiv. Das Gesamtprojekt an der Universität Konstanz hat ein Investitionsvolumen von rund 25 Millionen Euro.

Staatssekretärin Gisela Splett vom Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg betonte die strategische Bedeutung des Vorhabens für die Energiewende im Land: „Die Umstellung des Heizwerks der Universität Konstanz auf klimaneutrale Wärmeversorgung mit Holzhackschnitzeln und Wärmepumpen ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Landesverwaltung und zur Klimaneutralität in Baden-Württemberg. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Energieversorgung unserer Gebäude auf erneuerbare Energien umzustellen.“

Innovative Technologie für die Uni Konstanz: Heizen und Kühlen mit Seewasser

Das Herzstück des neuen Heizwerks, das von der Energiedienst Holding AG betrieben wird, ist eine leistungsstarke Großwärmepumpe. Diese nutzt das Wasser des Bodensees als primäre Energiequelle. Im Winter wird dem Seewasser Wärme entzogen, um den Campus zu heizen. Im Sommer dient das kühle Wasser zur Gebäudeklimatisierung – ein ebenso effizientes wie nachhaltiges System.

Ergänzt wird die Wärmepumpe durch einen Kessel, der mit regionalen Holzhackschnitzeln betrieben wird. Dieses Hybridsystem stellt sicher, dass auch bei Spitzenlasten im Winter oder bei Wartungsarbeiten eine zuverlässige Wärmeversorgung gewährleistet ist. Das bestehende Gaskesselhaus bleibt als zusätzliche Absicherung in das Gesamtsystem integriert, um eine unterbrechungsfreie Versorgung des Campus unter allen Umständen zu garantieren.

Während Großprojekte wie dieses die kommunale Energiewende vorantreiben, können auch Privatpersonen einen Beitrag leisten. So ermöglichen beispielsweise moderne Balkonkraftwerke ohne Speicher Mietern eine einfache Teilhabe an der Stromerzeugung. Für Hausbesitzer bieten sich umfassendere Lösungen wie PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets an, um die eigene Energieunabhängigkeit zu maximieren.

Michael Mager, Vorstand der Energiedienst Holding AG, bezeichnete das Projekt als wegweisend: „Das neue Heizwerk der Universität Konstanz ist ein Leuchtturmprojekt für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in großen Liegenschaften. Die Kombination aus Biomasse (Holzhackschnitzeln) und Wärmepumpen, die Energie aus dem Bodensee nutzen, ist innovativ und zukunftsweisend.“

Mit diesem Vorhaben setzt die Universität Konstanz ein starkes Zeichen für gelebten Klimaschutz und nachhaltige Innovation. Die Umstellung ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität der gesamten Einrichtung und dient als Vorbild für andere Hochschulen und öffentliche Institutionen in Deutschland.

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