TH Deggendorf: Bernreiter lobt PV-Speicher als Vorzeigeprojekt
Die Energiewende ist in vollem Gange, doch sie bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Eine davon betrifft direkt die Besitzer von Photovoltaikanlagen: Was passiert, wenn an sonnigen Tagen mehr Strom erzeugt wird, als das Netz aufnehmen kann? Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) hat für dieses Problem eine innovative Lösung entwickelt, die nun von Bayerns Bauminister Christian Bernreiter als wegweisendes „Vorzeigeprojekt“ gewürdigt wurde.
Das Problem: Netzüberlastung bei Solarstrom in Bayern
Viele Betreiber von PV-Anlagen kennen die Situation: Die Anlage produziert sauberen Sonnenstrom auf Hochtouren, doch die Einspeisung ins öffentliche Netz wird gedrosselt oder komplett gestoppt. Der Fachbegriff dafür lautet „Redispatch 2.0“. Dahinter verbirgt sich ein notwendiges Eingreifen der Netzbetreiber, um eine Überlastung und damit die Stabilität des Stromnetzes zu sichern.
Für Erzeuger ist das frustrierend. Wertvolle, klimafreundliche Energie geht verloren. Allein im Raum Deggendorf musste die Einspeisung aus Solaranlagen in den Jahren 2024 und 2025 für rund 800 Stunden abgeriegelt werden. Laut einer Pressemitteilung der THD ging dadurch mehr als die Hälfte der potenziellen Solarstromerzeugung verloren. Ein Zustand, der die Wirtschaftlichkeit von Anlagen gefährdet und die Energiewende bremst.
Die Lösung der TH Deggendorf: PV-Speicher als Vorzeigeprojekt
Die Technische Hochschule Deggendorf hat sich dieser Herausforderung gestellt und eine smarte Lösung direkt auf ihrem Campus umgesetzt. Anstatt den überschüssigen Strom bei Netzengpässen ungenutzt zu lassen, wird er nun in einer großen, innovativen Speicheranlage zwischengespeichert.
Dieser Batteriespeicher ermöglicht es der Hochschule, den auf den eigenen Dächern erzeugten Solarstrom maximal selbst zu nutzen – auch dann, wenn die Sonne nicht scheint, etwa in den Abendstunden. Die THD macht sich damit nicht nur unabhängiger von externen Netzschwankungen, sondern maximiert auch den Wert ihres selbst erzeugten Stroms.
Bei seinem Besuch am 20. März zeigte sich Staatsminister Christian Bernreiter beeindruckt: „Die THD hat hier ein Vorzeigeprojekt geschaffen, das nicht nur technische Exzellenz beweist, sondern auch zeigt, wie Hochschulen aktiv zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen können.“ Er lobte die Anlage als ein Projekt mit Vorbildcharakter für ganz Bayern, das Forschung und praktische Anwendung für mehr Nachhaltigkeit perfekt verbindet.
PV-Speicher Know-how: Was Hausbesitzer vom Deggendorfer Modell lernen können
Auch wenn die Anlage an der THD eine andere Dimension hat als eine private PV-Anlage, ist das zugrundeliegende Prinzip für jeden Hausbesitzer und Mieter mit Balkonkraftwerk relevant. Das Projekt in Deggendorf unterstreicht eindrucksvoll: Die Kombination aus Photovoltaik und einem eigenen Stromspeicher ist der Schlüssel zu einer zukunftssicheren Energieversorgung.
Für Sie als Eigenheimbesitzer bedeutet das konkret:
- Maximale Unabhängigkeit: Mit einem Heimspeicher nutzen Sie Ihren Solarstrom dann, wenn Sie ihn wirklich brauchen – morgens für den Kaffee oder abends zum Kochen. Sie werden unabhängiger von steigenden Strompreisen und dem öffentlichen Netz.
- Schutz vor Abregelung: Auch wenn private Anlagen seltener von Redispatch-Maßnahmen betroffen sind, sorgt ein Speicher dafür, dass keine einzige selbst erzeugte Kilowattstunde verloren geht.
- Intelligente Steuerung: Moderne Energiesysteme können noch mehr. Sie vernetzen PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe und die Ladestation für das E-Auto. So wird der Eigenverbrauch optimiert und der überschüssige Strom immer der aktuell wichtigsten Anwendung zugeführt.
Das Vorzeigeprojekt an der TH Deggendorf ist mehr als nur eine technische Installation. Es ist ein klares Signal, dass intelligente Speicherlösungen der entscheidende Baustein für eine erfolgreiche und dezentrale Energiewende sind – im Großen wie im Kleinen.







