Statkraft: Neues PV-Batteriekraftwerk in Zerbst (Sachsen-Anhalt)

Statkraft PV-Batteriekraftwerk Zerbst: Hybridkraftwerk für Solarstrom und Speicherung

Der norwegische Energiekonzern Statkraft hat in Zerbst, Sachsen-Anhalt, ein wegweisendes Hybridkraftwerk in Betrieb genommen. Die Anlage koppelt eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 15 Megawatt (MW) mit einem Batteriespeichersystem, das eine Kapazität von 30 Megawattstunden (MWh) aufweist. Es handelt sich um das erste Projekt dieser Art für das Unternehmen in Deutschland und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Speichern für die Energiewende.

Funktionsweise des Statkraft PV-Batteriekraftwerks in Zerbst, Sachsen-Anhalt

Das Konzept eines Hybridkraftwerks basiert auf der intelligenten Verknüpfung von Energieerzeugung und -speicherung am selben Standort. Diese als „Co-Location“ bekannte Bauweise bietet erhebliche Synergien. In Zerbst teilen sich die Photovoltaikanlage und der Batteriespeicher einen gemeinsamen Netzanschlusspunkt über eine bestehende 20-kV-Leitung. Dies reduziert nicht nur die Baukosten und den Flächenverbrauch, sondern entlastet auch die lokalen Stromnetze, da keine komplett neue Infrastruktur für die Einspeisung geschaffen werden muss.

Durch die direkte Kopplung kann der erzeugte Solarstrom optimal genutzt werden. Die Anlage ist so in der Lage, die volatile Erzeugung aus Sonnenenergie zu glätten und bedarfsgerecht ins Netz einzuspeisen, was die Zuverlässigkeit erneuerbarer Energien deutlich erhöht.

Batteriespeicher als Schlüssel zur Netzstabilität in Sachsen-Anhalt

Eine zentrale Aufgabe des Batteriespeichersystems in Zerbst ist die Erbringung sogenannter Systemdienstleistungen. Diese sind essenziell, um die Stabilität des gesamten deutschen Stromnetzes bei einem steigenden Anteil erneuerbarer Energien zu gewährleisten. Konkret wird der Speicher am Regelenergiemarkt teilnehmen und dort wichtige Flexibilitätsprodukte anbieten. Dazu gehören:

  • Primärregelleistung (Frequency Containment Reserve, FCR): Bei plötzlichen Frequenzschwankungen im Netz reagiert der Speicher innerhalb von Sekunden und speist Energie ein oder nimmt sie auf, um das Netz zu stabilisieren.
  • Sekundärregelleistung (Automatic Frequency Restoration Reserve, aFRR): Diese Leistung wird innerhalb weniger Minuten bereitgestellt, um die Netzfrequenz nach einer Störung wieder auf den Sollwert von 50 Hertz zurückzuführen.

Darüber hinaus optimiert der Speicher die Einspeisung des Solarstroms. An besonders sonnigen Tagen, an denen die Stromproduktion die Netzkapazität übersteigen könnte, wird überschüssige Energie zwischengespeichert, anstatt die Anlage abzuregeln. Diese Energie kann dann zu einem späteren Zeitpunkt – etwa in den Abendstunden oder bei hoher Nachfrage – ins Netz eingespeist werden.

Was im Großen für die Stabilität des gesamten Stromnetzes sorgt, wird auch für private Haushalte immer relevanter. Die Kombination aus Solaranlage und Speicher ermöglicht es Eigenheimbesitzern, ihren selbst erzeugten Strom rund um die Uhr zu nutzen und sich unabhängiger vom öffentlichen Netz zu machen. Entsprechende PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets sind heute für viele Hausbesitzer eine wirtschaftlich attraktive Option. Auch für Mieter gibt es mittlerweile kompakte Lösungen: Sogenannte Balkonkraftwerke mit Speicher erlauben es, auf kleinem Raum eigenen Sonnenstrom zu produzieren und zu speichern. Wer zunächst nur Strom erzeugen möchte, kann auch auf ein Balkonkraftwerk ohne Speicher zurückgreifen.

Statkrafts Strategie für erneuerbare Energien mit PV-Batteriekraftwerk in Zerbst

Statkraft plant, sein Engagement im Bereich der Batteriespeicher in Deutschland strategisch auszubauen. Das Projekt in Zerbst ist bereits die zweite große Speicherinstallation des Unternehmens hierzulande. Zuvor wurde der Batteriespeicher in Stade mit einer Kapazität von 24 MWh in Betrieb genommen, der ebenfalls Systemdienstleistungen für das Stromnetz erbringt.

Als einer der führenden Betreiber und Vermarkter erneuerbarer Energien ist Statkraft seit 1999 in Deutschland aktiv. Das Unternehmen betreibt hierzulande Wasserkraftwerke, Windparks und Solaranlagen mit einer installierten Gesamtleistung von rund 1.000 MW. Darüber hinaus ist Statkraft ein bedeutender Akteur in der Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Quellen und bietet Industriekunden maßgeschneiderte Energieversorgungs- und Flexibilitätslösungen an.

Die Inbetriebnahme des Hybridkraftwerks in Zerbst markiert einen wichtigen Schritt für die Integration erneuerbarer Energien in den deutschen Strommarkt. Projekte wie dieses zeigen, wie durch die Kombination von Erzeugung und Speicherung eine zuverlässige und planbare Energieversorgung auf Basis grüner Technologien möglich wird.

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