Statkraft Hybridkraftwerk mit Photovoltaik in Sachsen-Anhalt am Netz
Der norwegische Energiekonzern Statkraft hat die Inbetriebnahme eines neuen Hybridkraftwerks im sachsen-anhaltischen Barby, nahe der Stadt Zerbst, bekannt gegeben. Die Anlage kombiniert einen Solarpark mit einer Leistung von 46 Megawatt (MW) mit einem Batteriespeichersystem, das eine Kapazität von 10 MW aufweist. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende in Deutschland und zeigt die wachsende Bedeutung von Speicherlösungen für die Netzstabilität.
Die Photovoltaikanlage, bestehend aus rund 75.000 Solarmodulen, wird nach Prognosen des Unternehmens jährlich etwa 46 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen. Diese Menge entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 14.000 deutschen Haushalten. Der angeschlossene Batteriespeicher spielt eine zentrale Rolle, indem er die volatile Einspeisung von Sonnenstrom ausgleicht. Er kann überschüssige Energie in Zeiten hoher Sonneneinstrahlung aufnehmen und sie bei Bedarf, etwa in den Abendstunden oder bei bewölktem Himmel, wieder ins Netz abgeben.
Förderfreie Photovoltaik-Parks: Ein Zukunftsmodell für Statkraft?
Eine Besonderheit des Projekts in Barby ist seine Unabhängigkeit von staatlichen Förderungen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Finanzierung und der wirtschaftliche Betrieb werden stattdessen durch ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) sichergestellt. Bei diesem Modell handelt es sich um einen langfristigen Stromliefervertrag, der direkt zwischen dem Erzeuger (Statkraft) und einem industriellen Abnehmer aus der Region geschlossen wurde.
Solche PPAs gelten als Zeichen für die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der Solarenergie. Sie ermöglichen es Unternehmen, sich langfristig mit grünem Strom zu versorgen und gleichzeitig ihre Energiekosten zu stabilisieren. Für Energieerzeuger bieten sie Planungssicherheit, die für die Realisierung großer Projekte ohne staatliche Subventionen notwendig ist.
Statkraft Photovoltaik Ausbaupläne in Deutschland
Die Anlage in Barby ist Teil einer umfassenderen Strategie von Statkraft in Deutschland. Das Unternehmen plant, in den kommenden Jahren seine Solarkapazität hierzulande um rund 1,4 Gigawatt (GW) zu erweitern. Aktuell befinden sich bereits Projekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 800 MW im Genehmigungsverfahren, darunter zwei weitere Hybridprojekte, die ebenfalls Solaranlagen mit Batteriespeichern kombinieren.
Lars Kobberstad, der das Solarparkgeschäft von Statkraft in Deutschland leitet, betonte die strategische Ausrichtung: „Wir wollen mit unseren Solarparks einen Beitrag leisten, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht. Daher entwickeln wir auch Solarparks, die nicht nur Strom erzeugen, sondern auch Batteriespeicher enthalten.“ Geplant sind weitere Anlagen unter anderem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen.
Batteriespeicher: Schlüssel zur Energiewende durch Photovoltaik
Das Projekt in Barby verdeutlicht einen entscheidenden Trend für die Zukunft der Energieversorgung: die Kopplung von erneuerbaren Erzeugungsanlagen mit Speichersystemen. Diese Kombination erhöht die Flexibilität des Stromnetzes und erleichtert die Integration großer Mengen erneuerbarer Energien.
Was im großen Maßstab für die Netzstabilität sorgt, gewinnt auch für private Haushalte zunehmend an Bedeutung. Hausbesitzer können durch die Installation von PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets ihre Energieunabhängigkeit steigern und den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom maximieren. Überschüssiger Strom vom Tag wird für die Nacht gespeichert, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen.
Auch für Mieter und Wohnungseigentümer gibt es mittlerweile zugängliche Lösungen. Sogenannte Balkonkraftwerke mit Speicher ermöglichen es, auf kleinem Raum eigenen Strom zu produzieren und zu speichern, um die Stromrechnung zu senken. Für den direkten Verbrauch während der Sonnenstunden eignen sich auch einfache Balkonkraftwerke ohne Speicher. Die Technologie der Hybridkraftwerke findet somit auch im Kleinen ihre Anwendung und trägt dezentral zur Energiewende bei.







