Solmotion startet Agri Photovoltaik Projekte in Oberschwaben
Das Ravensburger Unternehmen solmotion hat mit dem Bau von drei Agri-Photovoltaik-Anlagen in Oberschwaben begonnen. Die Projekte in Bad Wurzach und Aulendorf werden eine Gesamtleistung von 3,3 Megawatt Peak (MWp) aufweisen und die doppelte Nutzung von Flächen für Landwirtschaft und Energieerzeugung ermöglichen. Eine Besonderheit der Projekte ist ein Bürgerbeteiligungsmodell, das es Anwohnern erlaubt, direkt in die Energiewende zu investieren.
Agri Photovoltaik: Solarstrom und Landwirtschaft kombiniert
Das auf Photovoltaik spezialisierte Unternehmen solmotion treibt die Energiewende in der Region voran. An zwei Standorten, auf dem Gelände der St. Elisabeth-Stiftung in Bad Wurzach und auf einer Fläche der Stadt Aulendorf, entstehen innovative Agri-PV-Anlagen. Der Baustart für die Agri-PV Anlagen in Oberschwaben im Jahr 2024 ist ein wichtiger Meilenstein für die Region. Die Projekte erhielten bereits im Dezember 2023 im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag von der Bundesnetzagentur. Die Inbetriebnahme und erste Einspeisung von Strom ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
In Bad Wurzach wird auf einer Fläche von 2,4 Hektar eine Anlage für den Anbau von Erdbeeren und Himbeeren errichtet. Das Projekt in Aulendorf umfasst 6,2 Hektar, wovon 4,2 Hektar für den Maisanbau genutzt werden. Die verbleibenden zwei Hektar werden als artenreiche Blumenwiese angelegt, um die lokale Biodiversität zu fördern.
Agri-PV: Integration von Solarmodulen und Pflanzenanbau
Um die landwirtschaftliche Nutzung uneingeschränkt zu gewährleisten, kommt eine spezielle Unterkonstruktion des Herstellers Göweil zum Einsatz. Die Solarmodule werden auf einem Gerüst in etwa sechs Metern Höhe montiert. Diese Bauweise stellt sicher, dass landwirtschaftliche Maschinen wie Traktoren problemlos unter den Modulreihen hindurchfahren und die Flächen bewirtschaften können.
Die Anordnung der Module wurde optimiert, um eine Balance zwischen maximaler Stromerzeugung und ausreichendem Lichteinfall für die Pflanzen zu schaffen. Am Standort Bad Wurzach werden die Module in Doppelreihen mit einem Abstand von 11 Metern installiert. In Aulendorf sind es drei Reihen mit einem Zwischenraum von 10 Metern. Dieses Design sichert die landwirtschaftlichen Erträge und gewährleistet gleichzeitig eine hohe Effizienz der Photovoltaikanlage. Das Prinzip der Doppelnutzung von Flächen gewinnt auch im privaten Bereich an Bedeutung, beispielsweise durch überdachte Terrassen oder Carports, wobei auch kompakte Balkonkraftwerke mit Speicher eine effiziente Energiegewinnung auf kleinem Raum ermöglichen.
Erneuerbare Energie aus Oberschwaben: Bürgerbeteiligung an Solmotion Agri-PV
Die drei Anlagen werden zusammen jährlich rund 1,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) Solarstrom erzeugen. Diese Menge deckt den durchschnittlichen Jahresbedarf von etwa 500 Haushalten und wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Damit leisten die Projekte einen wichtigen Beitrag zur regionalen Versorgung mit erneuerbarer Energie und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Ein zentraler Aspekt des Vorhabens ist die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung. Interessierte können direkt in die Anlagen investieren, indem sie einzelne „Strings“, also in Reihe geschaltete Solarmodule, erwerben. Dies ermöglicht den Bürgern, aktiv an der Energiewende teilzuhaben und von den Erträgen zu profitieren. Während solche Großprojekte das öffentliche Netz stärken, können Hausbesitzer ihre eigene Energieunabhängigkeit durch PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets steigern.
Dominik Martin, Geschäftsführer von solmotion, hob die Bedeutung der Projekte hervor: „Mit diesen Anlagen tragen wir dazu bei, den regionalen Strombedarf auf nachhaltige Weise zu decken und gleichzeitig die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen zu erhalten.“ Die Agri-Photovoltaik-Anlagen in Oberschwaben demonstrieren, wie innovative Technologien die Herausforderungen der Energie- und Ernährungssicherheit intelligent miteinander verbinden können.







