Solarstromausbau in Niedersachsen: Photovoltaik-Offensive auf Dachflächen
Das Land Niedersachsen treibt den Ausbau der Solarenergie mit einer umfassenden Initiative voran. Auf insgesamt 555.000 Quadratmetern potenzieller Dachfläche auf öffentlichen Gebäuden sollen Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) errichtet werden, um die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen signifikant zu steigern.
Photovoltaik-Offensive Niedersachsen im Detail
Niedersachsen plant, seine öffentlichen Gebäude systematisch mit PV-Anlagen auszustatten. Die identifizierte Fläche von 555.000 Quadratmetern, was etwa der Größe von 77 Fußballfeldern entspricht, soll schrittweise erschlossen werden. Fachleute schätzen, dass auf dieser Fläche eine Solarleistung von 55 bis 70 Megawattpeak (MWp) installiert werden könnte – genug, um Tausende von Haushalten mit sauberem Strom zu versorgen.
Um die Umsetzung zu beschleunigen, setzt das Land auf ein Kooperationsmodell mit der Privatwirtschaft. In einem Ausschreibungsverfahren werden interessierte Unternehmen gesucht, die nicht nur die Errichtung, sondern auch den Betrieb der Anlagen übernehmen. Diese Firmen sollen den erzeugten Strom eigenständig vermarkten und erhalten im Gegenzug das Recht, die Anlagen für einen Zeitraum von 20 Jahren zu betreiben. Dieses Modell soll private Investitionen anregen und die öffentliche Hand entlasten.
Niedersachsen: Erste Ausschreibung für Solarstromausbau auf Dachflächen
Der Startschuss für das Großprojekt fällt mit einer ersten Ausschreibungsrunde, die Dachflächen im Umfang von 16.600 Quadratmetern umfasst. Die ausgewählten Gebäude befinden sich in mehreren niedersächsischen Städten, darunter Braunschweig, Göttingen, Osnabrück und Hannover. Mit 12.600 Quadratmetern stellt die Landeshauptstadt Hannover den größten Anteil der Flächen in dieser ersten Phase.
Koordiniert wird die Initiative von der Landesliegenschaftsgesellschaft Niedersachsen (LGN), die für die Verwaltung der landeseigenen Immobilien zuständig ist. Im Vorfeld hat die LGN bereits die Dächer von 41 Immobilien auf ihre statische und technische Eignung für Photovoltaik geprüft. Diese geprüften Flächen werden nun in mehreren Tranchen zur Vergabe freigegeben. Bereits im September 2022 wurde ein entsprechender Vertrag zwischen dem Land und der LGN geschlossen, der die Errichtung von Anlagen mit einer Leistung von 2,5 Megawatt auf 12.000 Quadratmetern vorsieht. Ein Rahmenvertrag mit einem Generalunternehmer soll zudem die schlüsselfertige Umsetzung sicherstellen.
Bedeutung der Ziele zum Solarstromausbau in Niedersachsen
Die Photovoltaik-Offensive ist ein zentraler Baustein der niedersächsischen Energiestrategie. Ziel ist es, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Klimaziele des Landes zu erreichen. Die Nutzung von Dächern öffentlicher Gebäude bietet dabei entscheidende Vorteile:
- Flächeneffizienz: Vorhandene und bereits versiegelte Flächen werden zur Energiegewinnung genutzt, ohne dass zusätzliche Freiflächen in Anspruch genommen werden müssen.
- Klimaschutz: Der lokal erzeugte Solarstrom reduziert den Bedarf an konventionell erzeugtem Strom und senkt somit die CO2-Emissionen.
- Wirtschaftliche Impulse: Die Beteiligung privater Unternehmen fördert die regionale Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze im Sektor der erneuerbaren Energien.
Was das Land im Großen umsetzt, gewinnt auch für Hausbesitzer und Mieter in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Die Technologie zur dezentralen Stromerzeugung ist heute für jeden zugänglich. Das Spektrum reicht von kompletten PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets für Eigenheime bis hin zu kompakten Lösungen für Wohnungen. So ermöglichen einfache Balkonkraftwerke ohne Speicher einen unkomplizierten Einstieg, während moderne Balkonkraftwerke mit Speicher eine noch größere Unabhängigkeit vom Stromnetz bieten.
Energiewende im Fokus: Niedersachsen setzt auf Solarstromausbau
Niedersachsen verfolgt ehrgeizige Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien. Die Installation von PV-Anlagen auf landeseigenen Gebäuden ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende. Die Landesregierung zeigt damit, dass sie aktiv an der Umsetzung arbeitet und eine Vorbildfunktion für Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen einnehmen will. Die geplanten Anlagen werden nicht nur zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen, sondern auch die Energieversorgung des Landes langfristig nachhaltiger und krisenfester gestalten.
Mit der ersten Ausschreibung und den nachfolgenden Projekten leistet Niedersachsen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der nationalen und internationalen Klimaziele. Die Landesregierung setzt damit ein klares Zeichen für den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien und die Förderung zukunftsfähiger Energiekonzepte.







