Solarpark Schkölen: Thüringen-Anlage präqualifiziert für Regelenergie

Solarpark Schkölen (Thüringen): Präqualifizierung für Regelenergie aus Photovoltaik

Der Solarpark Schkölen in Thüringen hat einen bedeutenden Meilenstein für die deutsche Energiewende erreicht: Als erste reine Photovoltaik-Anlage in Deutschland wurde sie für die Bereitstellung von Regelenergie präqualifiziert. Konkret bedeutet dies, dass die Anlage nun aktiv zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen kann, indem sie sogenannte Sekundärregelleistung (SRL) bereitstellt. Der Betreiber des Parks, Solar-Energie-Andresen, hat in Zusammenarbeit mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz die technischen Voraussetzungen für diesen Schritt geschaffen.

Das Stromnetz muss konstant auf einer Frequenz von 50 Hertz gehalten werden. Weichen Erzeugung und Verbrauch voneinander ab, schwankt diese Frequenz, was im Extremfall zu Stromausfällen führen kann. Regelenergie gleicht diese Schwankungen aus. Bisher wurde diese systemkritische Aufgabe vor allem von konventionellen Kraftwerken übernommen. Die Anlage in Schkölen mit einer Leistung von 10 Megawatt, kombiniert mit einem leistungsstarken Batteriespeicher, beweist nun, dass auch Solarparks diese Aufgabe zuverlässig erfüllen können. Sie kann ihre Einspeiseleistung innerhalb von Minuten gezielt erhöhen (positive SRL) oder senken (negative SRL), um das Netz im Gleichgewicht zu halten.

Bedeutung der Präqualifizierung für die Energiewende

Die erfolgreiche Präqualifikation des Solarparks Schkölen ist ein entscheidender Schritt für die Integration erneuerbarer Energien in den Strommarkt. Sie widerlegt das lange gültige Argument, dass Solar- und Windkraft aufgrund ihrer wetterabhängigen Erzeugung nicht zur Netzstabilität beitragen können. Durch die Kopplung mit Speichersystemen werden Solarparks zu steuerbaren Kraftwerken, die dem Netz genau dann Energie zur Verfügung stellen oder entziehen, wenn es benötigt wird – auch nachts oder bei bewölktem Himmel.

Dieser Erfolg zeigt, dass eine sichere Stromversorgung auch mit einem stetig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien technisch machbar ist. Für Betreiber von Solarparks eröffnet die Teilnahme am Regelenergiemarkt zudem ein neues Geschäftsfeld und schafft wirtschaftliche Anreize für den weiteren Ausbau von Photovoltaik in Verbindung mit Speichern. Während Großanlagen wie in Schkölen das überregionale Netz stützen, können auch private Haushalte mit modernen PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets ihre eigene Energieunabhängigkeit erhöhen und das lokale Stromnetz entlasten.

Technische Herausforderungen und Lösungen im Solarpark Schkölen

Die Anforderungen für die Präqualifikation zur Regelenergie-Bereitstellung sind hoch. Die Anlage muss nachweisen, dass sie ihre Leistung präzise und zuverlässig innerhalb der vorgegebenen Zeitfenster anpassen kann. Die zentrale technische Lösung im Solarpark Schkölen ist die intelligente Kombination der 10-Megawatt-Photovoltaikanlage mit einem Großbatteriespeicher.

Eine hochentwickelte Steuerungstechnik sorgt dafür, dass der Speicher überschüssigen Solarstrom aufnimmt und bei Bedarf sekundenschnell wieder ins Netz abgibt. Dieses System muss in Echtzeit mit der Leitstelle des Übertragungsnetzbetreibers kommunizieren, um auf Frequenzschwankungen reagieren zu können. Die Herausforderung bestand darin, die komplexe Hard- und Software so abzustimmen, dass die strengen Kriterien von 50Hertz erfüllt werden. Das Prinzip, Erzeugung und Verbrauch durch Speicherung zu entkoppeln, findet sich auch im Kleinen wieder: Moderne Balkonkraftwerke mit Speicher ermöglichen es Mietern und Wohnungseigentümern, selbst erzeugten Solarstrom auch in den Abendstunden zu nutzen.

Zukunft der Regelenergie in Deutschland

Der Erfolg des Projekts in Schkölen dient als Blaupause für zukünftige Anlagen. Es wird erwartet, dass weitere Solarparks, auch in den Regelzonen anderer Übertragungsnetzbetreiber, diesem Beispiel folgen werden. Die Fähigkeit von Erneuerbare-Energien-Anlagen, systemstabilisierende Dienstleistungen zu erbringen, ist fundamental für das Gelingen der Energiewende und den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energieträgern.

In Zukunft wird die Netzstabilität zunehmend von einem dezentralen Verbund aus Tausenden von Anlagen gesichert – von großen Solarparks über Windräder bis hin zu privaten Dachanlagen und Speichern. Jeder Beitrag zählt, um das Netz resilienter zu machen. Auch ein einfaches Balkonkraftwerk ohne Speicher leistet einen Beitrag, indem es tagsüber den Strombedarf direkt vor Ort deckt und so die Netze entlastet. Die Präqualifikation des Solarparks Schkölen markiert somit den Beginn einer neuen Ära, in der die Solarenergie eine zentrale und aktive Rolle für eine sichere Stromversorgung in Deutschland übernimmt.

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