Solarpark Schkölen: Präqualifikation für Sekundärregelleistung erreicht

Solarpark Schkölen: Präqualifikation für Sekundärregelleistung erreicht

Der Solarpark in Schkölen, Thüringen, hat als erste Photovoltaik-Freiflächenanlage in Deutschland die Präqualifikation für die Bereitstellung von Sekundärregelleistung (SRL) erhalten. Dies stellt einen entscheidenden Fortschritt für die Integration erneuerbarer Energien in die systemkritische Infrastruktur des Stromnetzes dar. Die Anlage kann damit ab sofort aktiv zur Stabilisierung der Netzfrequenz beitragen.

Die Zertifizierung wurde vom zuständigen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz nach einem erfolgreichen Pilotprojekt vergeben, das von der Enerparc-Tochter Sunnic Lighthouse in Kooperation mit weiteren Partnern umgesetzt wurde. Der Solarpark ist nun berechtigt, sowohl positive als auch negative Sekundärregelleistung am Regelleistungsmarkt anzubieten.

Um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten, muss die Netzfrequenz konstant bei 50 Hertz gehalten werden. Weichen Erzeugung und Verbrauch voneinander ab, kommt es zu Frequenzschwankungen. Hier greift die sogenannte Regelleistung, die in drei Stufen aktiviert wird:
1. Primärregelleistung (PRL): Wird innerhalb von Sekunden automatisch aktiviert, um Frequenzabweichungen sofort aufzufangen.
2. Sekundärregelleistung (SRL): Wird innerhalb von fünf Minuten aktiviert, um die Primärregelleistung abzulösen und die Frequenz wieder exakt auf 50 Hertz zurückzuführen.
3. Minutenreserve (MRL): Wird bei länger andauernden Abweichungen nach 15 Minuten zugeschaltet.

Bislang wurde diese essenzielle Dienstleistung vor allem von konventionellen Kraftwerken erbracht. Die erfolgreiche Präqualifikation des Solarparks Schkölen beweist, dass auch Erneuerbare-Energien-Anlagen diese Aufgabe zuverlässig übernehmen können.

Solarpark Schkölen als Pionier für Sekundärregelleistung

Der Solarpark Schkölen ist mit einer installierten Leistung von 37 Megawatt (MW) ein Vorreiter für die technische Weiterentwicklung von Photovoltaikanlagen in Deutschland. Die Fähigkeit, Sekundärregelleistung bereitzustellen, wird durch die Kombination der Photovoltaik-Anlage mit einem leistungsstarken Batterie-Großspeicher ermöglicht.

Dieser Speicher kann überschüssigen Solarstrom aufnehmen (negative Regelleistung) oder bei Bedarf Energie ins Netz einspeisen (positive Regelleistung), um Schwankungen auszugleichen. Die intelligente Steuerung der Gesamtanlage sorgt dafür, dass die angeforderte Leistung präzise und innerhalb der vorgegebenen Zeitfenster bereitgestellt wird. Dieses Zusammenspiel von Erzeugung und Speicherung ist der Schlüssel, um aus einer wetterabhängigen Energiequelle einen verlässlichen Partner für die Netzstabilität zu machen.

Präqualifikation des Solarparks: Wichtiger Schritt für die Energiewende

Die Präqualifikation des Solarparks ist mehr als nur ein technischer Erfolg; sie ist ein strategischer Meilenstein für die Energiewende. Sie demonstriert, dass der wachsende Anteil erneuerbarer Energien nicht nur die Stromerzeugung dekarbonisiert, sondern auch systemstabilisierende Aufgaben übernehmen kann, die für eine sichere Versorgung unerlässlich sind.

Damit wird die Abhängigkeit von fossilen Kraftwerken weiter reduziert. Das Prinzip, Erzeugung und Speicherung intelligent zu koppeln, ist nicht nur für Großanlagen relevant. Auch im privaten Sektor setzen immer mehr Hausbesitzer auf PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets, um ihren Eigenverbrauch zu maximieren und das öffentliche Netz zu entlasten.

Solarpark Schkölen: Zukünftige Entwicklungen und Bedeutung für Verbraucher

Der Erfolg in Schkölen dient als Blaupause für zukünftige Projekte. Es wird erwartet, dass weitere Solarparks in Deutschland folgen und ebenfalls für den Regelleistungsmarkt qualifiziert werden, auch in den Regelzonen anderer Übertragungsnetzbetreiber. Dies wird die Flexibilität und Widerstandsfähigkeit des gesamten deutschen Stromnetzes erhöhen.

Für Verbraucher bedeutet diese Entwicklung eine zunehmend sichere und gleichzeitig klimafreundliche Stromversorgung. Die aktive Teilnahme an der Energiewende ist dabei nicht nur Betreibern von Großanlagen vorbehalten. Auch Mieter und Wohnungseigentümer können einen Beitrag leisten. Einfache Balkonkraftwerke ohne Speicher ermöglichen die unkomplizierte Erzeugung von eigenem Solarstrom. Noch einen Schritt weiter gehen Balkonkraftwerke mit Speicher, die es ermöglichen, den tagsüber erzeugten Strom auch in den Abendstunden zu nutzen.

Die Qualifizierung des Solarparks Schkölen markiert den Beginn einer neuen Ära, in der Solarenergie eine zentrale und aktive Rolle für ein stabiles und nachhaltiges Energiesystem der Zukunft spielt.

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