Solarmonitor 2025 des PV-Verbands: Sachsen-Anhalt verfehlt PV-Ziele
Der Photovoltaik-Verband Sachsen-Anhalt hat den neuen Solarmonitor 2025 vorgestellt. Die umfassende Analyse zur Entwicklung der Solarenergie im Bundesland zeigt: Trotz signifikanter Fortschritte wurde das jährliche Ausbauziel von 1.200 Megawatt (MW) auch 2024 nicht erreicht. Der Bericht unterstreicht die Dringlichkeit, den Ausbau zu beschleunigen, um das ambitionierte Langfristziel von 22,7 Gigawatt (GW) installierter Leistung bis 2035 zu realisieren.
Aktuelle PV-Installationszahlen und Ausbauziele in Sachsen-Anhalt
Laut dem am 25. November 2025 veröffentlichten Solarmonitor wurden in Sachsen-Anhalt im Jahr 2024 lediglich 1.037 MW an neuer Photovoltaik-Leistung installiert. Damit liegt der Zubau 163 MW unter dem angestrebten Ziel. Bereits im Vorjahr 2023 wurde die Marke mit einem Zubau von 1.060 MW knapp verfehlt.
Obwohl die jährlichen Ziele nicht erreicht wurden, ist der Trend positiv. Seit 2019 sind in Sachsen-Anhalt rund 5,6 GW an Photovoltaik-Leistung neu ans Netz gegangen, davon allein über 2 GW in den letzten beiden Jahren. Diese Entwicklung festigt die Position des Bundeslandes als einer der führenden Standorte für erneuerbare Energien in Deutschland. Der Erfolg der Energiewende hängt dabei nicht nur von großen Solarparks ab, sondern auch vom Engagement privater Haushalte. Komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets ermöglichen es Hausbesitzern, aktiv zur dezentralen Energieerzeugung beizutragen.
Herausforderungen für den Photovoltaik-Ausbau laut PV-Verband Sachsen-Anhalt
Der PV-Verband Sachsen-Anhalt weist auf ein komplexes Bündel an Hemmnissen hin, das einen schnelleren Ausbau verhindert. „Wir befinden uns in einem Spannungsfeld zwischen Fachkräftemangel, hohen Zinsen und einer zunehmend restriktiven Gesetzgebung“, erklärte Stefan Uhlmann, Vorsitzender des PV-Verbandes.
Der Solarmonitor benennt darüber hinaus weitere kritische Faktoren wie langwierige Verfahren für Netzanschlüsse und überbordende bürokratische Hürden. Diese Herausforderungen betreffen sowohl große Projektentwickler als auch private Bauherren und bremsen die Investitionsbereitschaft.
Maßnahmenvorschläge des PV-Verbands für beschleunigten Photovoltaik-Ausbau
Um die Dynamik zu erhöhen, legt der Verband einen Katalog konkreter Maßnahmen vor, die sich vor allem an die kommunale Ebene richten:
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Überarbeitung der Flächen- und Potenzialstudien: Landkreise und kreisfreie Städte werden aufgefordert, bestehende Studien zu aktualisieren. Dies soll eine realistische Grundlage für die weitere Planung schaffen.
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Schaffung von Flächenpotenzialkatastern: Der Verband fordert die Erstellung öffentlicher Kataster, die alle geeigneten Flächen für PV-Anlagen – von Freiflächen über Dächer bis hin zu Agri-Photovoltaik – transparent ausweisen. Diese sollen regelmäßig fortgeschrieben und online zugänglich gemacht werden, um Planungs- und Investitionssicherheit zu erhöhen.
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Förderung der Bürgerbeteiligung: Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist ein entscheidender Faktor. „Es ist wichtig, die Bürgerinnen und Bürger in den Planungsprozess einzubeziehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich an Projekten zu beteiligen“, so Uhlmann. Dies schließt auch Mieter ein, die durch die Installation von Steckersolargeräten einen Beitrag leisten können. Solche Balkonkraftwerke ohne Speicher bieten einen einfachen Einstieg, während Modelle wie Balkonkraftwerke mit Speicher eine optimierte Nutzung des selbst erzeugten Stroms ermöglichen.
Langfristige Ziele und Perspektiven für Solarenergie in Sachsen-Anhalt
Das übergeordnete Ziel für Sachsen-Anhalt bleibt die Installation von 22,7 GW Photovoltaik-Leistung bis zum Jahr 2035. Um dies zu erreichen, muss sich der jährliche Zubau auf über 2 GW verdoppeln. Der Solarmonitor dient hierbei als wichtige Datengrundlage für politische Entscheidungen und strategische Investitionen.
„Die Photovoltaik ist ein wesentlicher Baustein für die Energiewende. Wir müssen den Ausbau deutlich beschleunigen, um die Klimaziele zu erreichen und eine nachhaltige Energieversorgung sicherzustellen“, betonte Uhlmann. Der Bericht zeigt klar auf, dass trotz der Fortschritte erhebliche Anstrengungen notwendig sind, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen.
Fazit: Solarmonitor 2025 zeigt Handlungsbedarf für Sachsen-Anhalts PV-Ausbau
Der Solarmonitor 2025 zeichnet ein differenziertes Bild: Sachsen-Anhalt macht zwar Fortschritte beim Solarausbau, doch das Tempo reicht nicht aus, um die eigenen Ziele zu erfüllen. Strukturelle Hürden wie Bürokratie, Fachkräftemangel und langsame Netzanschlüsse müssen dringend abgebaut werden. Der PV-Verband appelliert an Politik, Wirtschaft und Bürger, gemeinsam die Rahmenbedingungen zu verbessern und die Energiewende entschlossener voranzutreiben.







