Trendwende 2025? Rückgang bei Solardächern auf Eigenheimen
Der Boom bei Solardächern auf Eigenheimen in Deutschland hat sich merklich abgekühlt. Laut einer Umfrage des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) unter 300 Installationsunternehmen wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres etwa 28 Prozent weniger Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern installiert als im Vorjahreszeitraum. Dieser spürbare Dämpfer folgt auf eine Phase starken Wachstums und wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle Prognose für den deutschen Photovoltaik-Markt.
Als Hauptgrund für den Rückgang nennt der BSW neben den gestiegenen Zinsen, die Kredite für Investitionen verteuert haben, auch die erhebliche Verunsicherung bei Verbrauchern durch politische Debatten über Förderbedingungen und einen möglichen Förderstopp. Diese Unsicherheiten haben viele potenzielle Käufer abgeschreckt, obwohl die Kosten für Photovoltaik auf dem Eigenheim 2025 weiterhin als attraktiv gelten.
Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich die Solarbranche verhalten optimistisch für die Zukunft. Der BSW erwartet, dass die Nachfrage im Segment der Aufdach-Solaranlagen im kommenden Jahr wieder anziehen könnte, gestützt durch eine sich stabilisierende Auftragslage.
Umsatzrückgang auch bei größeren Solardach-Anlagen
Der Nachfragerückgang beschränkt sich nicht nur auf Einfamilienhäuser. Auch bei größeren Solardächern, wie sie auf Gewerbegebäuden oder Mehrfamilienhäusern installiert werden, ging der Umsatz zurück. Analysen des Marktforschungsunternehmens EUPD Research bestätigen diesen Trend und zeigen, dass insbesondere Anlagen im Leistungssegment bis 30 Kilowatt betroffen sind.
Besonders stark war der Rückgang im Segment der Anlagen mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt, die typischerweise auf Einfamilienhäusern zu finden sind. Hier wurden rund 140.000 Anlagen neu installiert, was dem genannten Rückgang von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Prognose zum Solarzubau in Deutschland bestätigt diesen Rückgang bei Dachanlagen für verschiedene Leistungsgrößen.
Gleichzeitig verschiebt sich die Motivation für eine Anschaffung: Anstelle der reinen Netzeinspeisung rückt die Energieautarkie in den Vordergrund. Der Photovoltaik-Boom zeigt, wie deutsche Haushalte Solarenergie nutzen, um durch die Kombination mit Wärmepumpen, E-Autos und Batteriespeichern den Eigenverbrauch zu maximieren. Komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets sind daher für Hausbesitzer eine gängige Lösung, um sich unabhängiger von Strompreisschwankungen zu machen. Auch für Mieter und Wohnungseigentümer gibt es mit steckerfertigen Solargeräten einfache Möglichkeiten zur Teilhabe an der Energiewende. Je nach Bedarf und den örtlichen Gegebenheiten kommen hierfür Balkonkraftwerke mit Speicher oder Modelle ohne Speicher infrage.
Steigerungen bei großen Solaranlagen – Ein Kontrast zum Solardach Eigenheim
Im deutlichen Kontrast zum Rückgang bei Dachanlagen steht die Entwicklung im Großanlagensegment. Bei Solaranlagen mit einer Leistung von mehr als 30 Kilowatt gab es einen signifikanten Anstieg. Bis August wurden knapp 40.000 solcher Anlagen installiert, was einem Zuwachs von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung unterstreicht eine PV-Markt Analyse, die einen Rückgang bei Kleinanlagen und einen Boom für Freiflächenanlagen feststellt.
Diese Anlagen, die oft auf großen Gewerbe- oder Industriedächern sowie auf Freiflächen errichtet werden, spielen eine entscheidende Rolle für das Erreichen der nationalen Klimaziele. Der starke Zuwachs in diesem Bereich zeigt, dass die Energiewende auf industrieller Ebene und im großen Maßstab voranschreitet und die Solarenergie insgesamt auf einem stabilen Wachstumspfad bleibt.
Die aktuelle Situation auf dem deutschen Solarmarkt zeichnet somit ein zweigeteiltes Bild. Während der private Eigenheimsektor unter wirtschaftlicher Unsicherheit leidet, treiben Großprojekte den Ausbau weiter voran. Langfristig dürften jedoch Faktoren wie die in mehreren Bundesländern geltende Solarpflicht für Neubauten und Dachsanierungen sowie die Notwendigkeit zur Dekarbonisierung die Nachfrage auch im Privatkundensegment wieder beleben. Die Solarbranche bleibt ein zentraler Pfeiler der Energiewende, auch wenn der Weg von kurzfristigen Schwankungen geprägt ist.







