Saxovent: Größter Kauf der Firmengeschichte in Mecklenburg-Vorpommern
Die Berliner Saxovent Ökologische Investments GmbH hat mit dem Erwerb von 81 Windkraftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern die größte Einzeltransaktion seit ihrer Gründung vor 25 Jahren abgeschlossen. Die Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 200 Megawatt wurden von der Bremer WPD AG übernommen und unterstreichen die Wachstumsstrategie des Unternehmens im Sektor der erneuerbaren Energien.
200 MW Windkraft durch größten Erwerb von Saxovent gesichert
Die Akquisition umfasst zehn Windparks im Landkreis Vorpommern-Greifswald, die sich auf die Gemeinden Wusterhusen, Groß Polzin, Ziethen, Krien, Lassan, Bandelin, Rubkow, Gützkow, Lühmannsdorf und Trassenheide auf Usedom verteilen. Für den Betrieb der Anlagen wurde die Tochtergesellschaft Saxovent Renewables gegründet, die von den Geschäftsführern Claas Mundhenke und Matthias Dörnbrack geleitet wird.
Laut Unternehmensangaben handelt es sich bei den Turbinen um Modelle der Hersteller Vestas und Enercon, die zwischen 1999 und 2008 errichtet wurden. Zusammen erzeugen sie jährlich etwa 300 Gigawattstunden Strom. Diese Energiemenge versorgt rechnerisch rund 85.000 Durchschnittshaushalte und trägt dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und den Autarkiegrad der Stromversorgung auf nationaler Ebene zu erhöhen.
Saxovents Zukunftsstrategie: Repowering älterer Anlagen
Ein Teil der erworbenen Windkraftanlagen hat die 20-jährige Förderdauer durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bereits durchlaufen. Für diese Standorte plant Saxovent ein sogenanntes Repowering. Dabei werden ältere, weniger leistungsfähige Anlagen durch moderne, effizientere Turbinen ersetzt. Dies steigert nicht nur den Energieertrag auf gleicher Fläche, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Windparks. Für einen der Parks wurden bereits entsprechende Anträge eingereicht.
Die übrigen Anlagen, die sich noch in der Förderperiode befinden oder für die andere Regelungen gelten, sollen über die Direktvermarktung am Strommarkt weiterbetrieben werden. Während für Betreiber von Großanlagen Direktvermarktung und langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) gängige Modelle sind, gibt es für private Anlagenbetreiber ebenfalls verschiedene Fördermöglichkeiten, um die Wirtschaftlichkeit ihrer Projekte sicherzustellen.
Mecklenburg-Vorpommern: Strategischer Standort für Saxovent Solarprojekt und Windenergie
Die Investition unterstreicht die wachsende Bedeutung von Mecklenburg-Vorpommern als Standort für erneuerbare Energien, wo auch andere große Energieunternehmen in den Ausbau investieren. Dass Saxovent sein Engagement in der Region diversifiziert, zeigt eine weitere kürzlich bekannt gegebene Akquisition: Südlich von Rostock erwarb Saxovent Renewables ein baureifes Freiflächen-Solarprojekt mit einer Leistung von 81,8 MWp von der Milvio Energy GmbH.
Dieses Solarprojekt soll auf einer Fläche von rund 58 Hektar realisiert werden. Ein Teil der Leistung ist durch einen EEG-Zuschlag abgesichert, während der Großteil über PPAs vermarktet werden soll. Zudem wird die Integration von Stromspeichern und Batteriesystemen geprüft, um die Netzstabilität zu fördern und den erzeugten Strom flexibel einspeisen zu können.
Was bedeutet der Saxovent Kauf für Verbraucher?
Großprojekte wie diese sind ein entscheidender Pfeiler der Energiewende, doch auch private Haushalte können einen wichtigen Beitrag leisten und gleichzeitig ihre Energiekosten senken. Die in den Großprojekten angewandten Prinzipien der Stromerzeugung und -speicherung lassen sich auch im Kleinen umsetzen.
Hausbesitzer können mit PV-Anlagen inklusive Speicher ihren eigenen sauberen Strom erzeugen, speichern und so ihre Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz steigern. Auch Mieter oder Wohnungseigentümer haben mit Balkonkraftwerken ohne Speicher oder Modellen mit Speichermöglichkeit die Möglichkeit, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen und ihre Stromrechnung zu reduzieren.
Saxovent und WPD AG: Die Akteure im Überblick
Die 1997 gegründete Saxovent Ökologische Investments GmbH ist ein erfahrener Projektentwickler und Betreiber von Wind- und Solarparks, der mit dem Zukauf sein Portfolio signifikant erweitert. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahrzehnten bereits über 150 Windkraftanlagen vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg realisiert.
Die WPD AG aus Bremen, Verkäufer der Windparks, ist ein international agierender Entwickler und Betreiber von Onshore- und Offshore-Windprojekten. Das Unternehmen ist in über 30 Ländern aktiv und konzentriert sich nach dem Verkauf der Bestandsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern auf die Entwicklung neuer Projekte in anderen Märkten.







