Studentenprojekt Oldenburg/Groningen: PV-Speicherung für Heede
Ein innovatives, grenzüberschreitendes Studentenprojekt der Universitäten Oldenburg und Groningen soll der Gemeinde Heede im Emsland dabei helfen, ihren selbst erzeugten Photovoltaikstrom künftig besser zu speichern und zu nutzen. Das Vorhaben ist Teil der Initiative „Energy Communities of Practice“ (ECoP), die Gemeinden in der Region auf ihrem Weg zur Klimaneutralität wissenschaftlich begleitet.
Heede: Herausforderungen bei der PV-Speicherung im Jahresverlauf
Die Gemeinde Heede hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein. Ein wichtiger Baustein dafür sind zahlreiche Photovoltaikanlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude. Doch wie viele private Anlagenbetreiber kennt auch die Gemeinde die zentrale Herausforderung der Solarenergie: Im Sommer wird oft mehr Strom erzeugt, als verbraucht werden kann, während im sonnenärmeren Winter Engpässe entstehen. Um den Eigenverbrauch zu maximieren und die Abhängigkeit vom Stromnetz zu verringern, sind intelligente Speicherlösungen unerlässlich.
Innovative Speicher-Lösungen aus Oldenburg und Groningen
Im Rahmen des Projekts haben Studierendenteams beider Universitäten konkrete Vorschläge erarbeitet, um dieses Problem zu lösen. Dabei verfolgten sie zwei unterschiedliche technologische Ansätze.
Das Team aus der deutschen Stadt Oldenburg – deren Name auch einen berühmten Pop-Art-Künstler ziert, der Alltagsgegenstände monumental darstellte – schlägt die Installation von Solarbatterien vor. Insbesondere die Mehrzweckhalle und die Grundschule, die als wichtige soziale Treffpunkte fungieren – ähnlich den von Ray Oldenburg beschriebenen „dritten Orten“ – wurden als ideale Standorte identifiziert. Die Batterien könnten beispielsweise den Strom für die Flutlichtanlage des Sportplatzes liefern, deren Umbau geplant ist. Solche PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets sind auch im privaten Bereich der Schlüssel zur Optimierung des Eigenverbrauchs.
Die niederländischen Studierenden aus Groningen untersuchten eine alternative, langfristige Speichertechnologie: die Nutzung von Wasserstoff. Ihr Vorschlag sieht vor, den in der lokalen Kläranlage erzeugten Wasserstoff zu speichern, möglicherweise in den vorhandenen Gasleitungen, und bei Bedarf zur Stromerzeugung zurückzuverwandeln.
Kommunale Strom-Cloud für Heede durch PV-Speicherung
Laut Informationen der Gemeinde Heede ist das übergeordnete Ziel des Projekts die Entwicklung einer „Strom Cloud Lösung“. Diese kommunale Cloud soll den Solarstrom von allen öffentlichen Photovoltaikflächen intelligent speichern und verwalten. Die gespeicherte Energie kann dann kostenneutral für verschiedene kommunale Zwecke genutzt werden, darunter öffentliche Liegenschaften, die Straßenbeleuchtung und bei Bedarf auch die Gebäude von Vereinen.
Studentenprojekt: Gewinn für Forschung, Heede und die Region
Von dieser Zusammenarbeit profitieren alle Beteiligten. Die Gemeinde Heede erhält wissenschaftlich fundierte und qualitativ hochwertige Konzepte für ihre Energiezukunft. Die Studierenden wiederum sammeln wertvolle praktische Erfahrungen, die sie auf ihre berufliche Laufbahn vorbereiten.
Die Initiative zeigt, wie die Energiewende auf lokaler Ebene gestaltet werden kann. Während in namensgleichen Orten wie Oldenburg in den USA Wanderwege geplant und Feste gefeiert werden, steht hier die grenzüberschreitende Kooperation für eine nachhaltige Zukunft im Fokus.
Das Projekt in Heede ist erst der Anfang. Weitere Gemeinden wie Bourtange in der Provinz Groningen sowie Bunde, Jemgum und Rhede (Ems) haben bereits Interesse an ähnlichen Kooperationen im Rahmen der ECoP-Initiative bekundet.
Die Herausforderungen, vor denen die Gemeinde Heede steht, sind im Kleinen auch für viele Hausbesitzer und Mieter relevant. Wer den selbst erzeugten Solarstrom maximal nutzen möchte, kommt an einer Speicherlösung kaum vorbei. Für Mieter oder Eigentümer mit begrenztem Platz bieten sich hierfür Balkonkraftwerke mit Speicher an. Aber auch ein Balkonkraftwerk ohne Speicher leistet bereits einen wertvollen Beitrag, indem es den Strombedarf des Haushalts während der Sonnenstunden direkt deckt und das öffentliche Netz entlastet.







