Premiere in Thüringen: Solarpark Schkölen stabilisiert Stromnetz mit Regelleistung

Der Solarpark Schkölen in Thüringen liefert seit Kurzem Regelleistung für das deutsche Stromnetz und markiert damit eine Premiere für den Freistaat. Wie der Betreiber, die Thüringer Energie AG (TEAG), mitteilte, ist es das erste Mal, dass eine Photovoltaik-Freiflächenanlage in Thüringen für die Erbringung dieser wichtigen Netzdienstleistung qualifiziert wurde. Bisher kamen hierfür seitens der TEAG vor allem Elektrolyseure zum Einsatz.

Solarpark Schkölen: Regelleistung aus Thüringen für das Stromnetz

Der Solarpark Schkölen, der über eine installierte Leistung von rund 37 Megawatt (MW) verfügt, wurde erfolgreich für die Bereitstellung von sogenannter automatischer sekundärer Regelleistung (aFRR) präqualifiziert. Diese Art der Regelleistung ist entscheidend, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten. Sie gleicht Frequenzschwankungen aus, die durch Abweichungen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch entstehen, und hält die Netzfrequenz konstant beim Sollwert von 50 Hertz.

Die Anlage kann sowohl positive als auch negative Regelleistung erbringen. Bei einem Frequenzabfall (zu wenig Strom im Netz) speist sie zusätzliche Energie ein, bei einem Frequenzanstieg (zu viel Strom im Netz) reduziert sie ihre Einspeisung oder nimmt Energie aus dem Netz auf. Dies geschieht vollautomatisch innerhalb weniger Minuten. Ermöglicht wird diese Flexibilität durch einen an den Solarpark angeschlossenen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 3,3 Megawattstunden und einer Leistung von 2,3 MW. Für die Bereitstellung dieser Systemdienstleistung erhält die TEAG eine Vergütung aus dem Regelenergiemarkt, der von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern organisiert wird.

Technologischer Fortschritt durch Solarpark Schkölen für die Energiewende

Die Fähigkeit von Solarparks, anspruchsvolle Netzdienstleistungen wie die sekundäre Regelleistung zu erbringen, war lange Zeit konventionellen Kraftwerken vorbehalten. Die erfolgreiche Qualifizierung des Parks in Schkölen zeigt, dass durch die Kombination von Photovoltaik, Batteriespeichern, moderner Messtechnik und KI-gestützten Erzeugungsprognosen auch wetterabhängige Erzeuger eine verlässliche Stütze für das Stromsystem sein können.

Der Solarpark Schkölen ist Teil einer umfassenderen Strategie der TEAG, den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region voranzutreiben, wie auch die Inbetriebnahme des TEAG Solarparks Ohrdruf auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz zeigt. Während das Unternehmen bisher auf Elektrolyseure zur Netzstabilisierung setzte, erweitert es mit der Photovoltaik nun sein Portfolio an flexiblen, erneuerbaren Anlagen.

Solarpark Schkölen und seine Bedeutung für den deutschen Regelenergiemarkt

Der deutsche Regelenergiemarkt wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW verantwortet. Angesichts des fortschreitenden Ausbaus von Wind- und Solarenergie steigt der Bedarf an flexiblen Kapazitäten, die kurzfristig auf Schwankungen im Netz reagieren können. Projekte wie der Solarpark Schkölen sind daher ein entscheidender Baustein für eine erfolgreiche Energiewende, da sie beweisen, dass Erneuerbare-Energien-Anlagen nicht nur sauberen Strom produzieren, sondern auch systemstabilisierende Aufgaben übernehmen können.

Das Prinzip, Energieerzeugung mit Speicherkapazitäten zu koppeln, gewinnt nicht nur im großen Maßstab, sondern auch im privaten Sektor an Bedeutung. Hausbesitzer, die sich für PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets entscheiden, erhöhen ihre Eigenverbrauchsquote und entlasten gleichzeitig die öffentlichen Netze. Auch für Mieter und Wohnungseigentümer gibt es mittlerweile Lösungen: Kompakte Balkonkraftwerke mit Speicher ermöglichen es, selbst erzeugten Solarstrom zu speichern und bei Bedarf zu nutzen, während Balkonkraftwerke ohne Speicher einen einfachen Einstieg in die private Stromerzeugung bieten. Der Einsatz solcher dezentralen Systeme kann in der Summe ebenfalls zur Stabilität des Gesamtsystems beitragen.

Haftungsausschluss / Disclaimer: Die hier veröffentlichten Informationen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Photovoltaik.info übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte. Sollten Sie falsche oder irreführende Informationen entdecken, kontaktieren Sie uns bitte, damit wir diese überprüfen und gegebenenfalls korrigieren können.
Teile diesen Beitrag