Photovoltaik & Wärmepumpe: Welche Förderung gibt es in Nürnberg/Bayern?

Photovoltaik und Wärmepumpe: Förderprogramme in Nürnberg und Bayern

Die Energiewende im eigenen Zuhause vorantreiben, unabhängiger von steigenden Strompreisen werden und dabei auch noch das Klima schützen – die Kombination aus Photovoltaikanlage und Wärmepumpe ist für viele Hausbesitzer der Schlüssel zu diesem Ziel. Doch die Anfangsinvestition kann erheblich sein. Glücklicherweise gibt es verschiedene Förderprogramme, die den Einstieg erleichtern. Wir werfen einen detaillierten Blick auf die aktuelle Förderlandschaft in Nürnberg und Bayern.

Bundesweite Förderungen als Basis für Photovoltaik und Wärmepumpe

Die wichtigste Anlaufstelle für Förderungen ist derzeit der Bund. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden vor allem Heizungssysteme auf Basis erneuerbarer Energien massiv unterstützt.

Für den Einbau einer Wärmepumpe können Sie einen Zuschuss von bis zu 70 % der Anschaffungskosten erhalten. Dieser hohe Fördersatz setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, wie einer Grundförderung, einem Geschwindigkeitsbonus für den schnellen Austausch alter fossiler Heizungen und weiteren Boni.

Während es für Photovoltaikanlagen keine direkten Zuschüsse mehr über die BEG gibt, profitieren Sie hier von anderen, sehr attraktiven bundesweiten Regelungen, die die Investition lohnenswert machen.

Photovoltaik lohnt sich: Mehr als nur die Einspeisevergütung

Auch ohne direkte Zuschüsse ist die Installation einer PV-Anlage so attraktiv wie selten zuvor. Dafür sorgen vor allem steuerliche Erleichterungen und vereinfachte Regelungen:

  • Steuerfreiheit: Seit 2023 entfällt die Einkommensteuer auf die Erträge von PV-Anlagen bis zu einer Leistung von 30 kWp. Zudem wird auf den Kauf und die Installation der Anlage keine Umsatzsteuer (0 % Mehrwertsteuer) erhoben.
  • Einspeisevergütung: Für Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen und ins Netz einspeisen, erhalten Sie eine staatlich garantierte Vergütung. Für Anlagen bis 10 kWp liegt diese (Stand der Prognosen für März 2026) bei 7,78 Cent pro Kilowattstunde.
  • Balkonkraftwerke: Auch für Mieter wird der Einstieg leichter. Sogenannte Balkonkraftwerke dürfen nun eine Wechselrichterleistung von bis zu 800 Watt haben und müssen nur noch vereinfacht im Marktstammdatenregister angemeldet werden.
  • Keine Benachteiligung in Sicht: Befürchtungen, dass kleine PV-Anlagen ab 2026 benachteiligt werden könnten, scheinen unbegründet. Das Solarpaket I der Bundesregierung hat den Ausbau weiter vereinfacht und entbürokratisiert.

Regionale Förderungen in Bayern und Nürnberg: Ein Überblick

Während die bundesweiten Programme eine solide Grundlage bilden, fragen sich viele Interessierte nach zusätzlichen lokalen Anreizen.

Situation in Bayern: Der Freistaat Bayern bietet aktuell kein eigenes Landesförderprogramm für Photovoltaikanlagen an. Der Fokus liegt hier klar auf den bundesweiten Regelungen.

Situation in Nürnberg: Leider sind auch auf kommunaler Ebene die Fördertöpfe oft begrenzt oder bereits ausgeschöpft. In der Vergangenheit gab es in vielen bayerischen Städten, wie zum Beispiel im nahegelegenen Erlangen, kommunale Programme zur Förderung von CO₂-mindernden Maßnahmen. Diese wurden jedoch teilweise eingestellt.

Unsere Empfehlung lautet daher: Prüfen Sie vor einer Investitionsentscheidung immer die offizielle Webseite der Stadt Nürnberg. Förderprogramme können kurzfristig aufgelegt oder geändert werden. Eine direkte Anfrage beim zuständigen Umwelt- oder Bauamt kann ebenfalls Klarheit schaffen.

Das Dreamteam: PV-Anlage und Wärmepumpe optimal kombinieren

Die wahre Stärke entfaltet sich im Zusammenspiel: Eine PV-Anlage produziert günstigen und sauberen Strom auf dem eigenen Dach. Eine Wärmepumpe nutzt diesen Strom, um Ihr Haus effizient zu heizen.

Der selbst erzeugte Solarstrom kostet Sie quasi 0 Cent pro Kilowattstunde (abgesehen von den Anschaffungskosten der Anlage). Bei einem durchschnittlichen Strompreis von rund 37 Cent/kWh wird schnell klar, wie enorm das Sparpotenzial ist. Jede Kilowattstunde, die Ihre Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom betrieben wird, senkt Ihre Heizkosten drastisch. In Kombination mit einem Stromspeicher können Sie Ihre Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz maximieren und die Amortisationszeit Ihrer Investition deutlich verkürzen.

So erhalten Sie die Förderung für Ihre Photovoltaik- und Wärmepumpenanlage

  1. Energieberatung einholen: Unabhängige Energieberater, wie sie oft von Verbraucherzentralen oder Kommunen vermittelt werden, helfen Ihnen, die passende Lösung für Ihr Gebäude zu finden und den Überblick über den Förderdschungel zu behalten.
  2. Angebote vergleichen: Holen Sie mehrere Angebote von Fachbetrieben für die Installation von PV-Anlage und/oder Wärmepumpe ein.
  3. Fördermittel beantragen: Wichtig: Die Anträge für die BEG-Förderung (Wärmepumpe) müssen in der Regel vor der Beauftragung eines Unternehmens gestellt werden. Zuständig hierfür ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
  4. Lokale Programme prüfen: Werfen Sie einen letzten Blick auf die Webseite Ihrer Stadt oder Gemeinde, um sicherzugehen, dass keine neuen kommunalen Zuschüsse verfügbar sind.

Die Investition in eine nachhaltige Energieversorgung für Ihr Zuhause ist ein wichtiger Schritt. Auch wenn es in Nürnberg und Bayern derzeit keine breiten lokalen Zusatzförderungen gibt, machen die starken bundesweiten Programme und steuerlichen Vorteile den Umstieg auf Photovoltaik und Wärmepumpe wirtschaftlich und ökologisch zu einer ausgezeichneten Entscheidung.

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