Photovoltaik in Deutschland: So sinken die Strompreise bis 2025
Der Ausbau der Photovoltaik (PV) in Deutschland führt zu signifikanten Einsparungen bei den Stromkosten für private Haushalte und die Industrie. Eine Studie des Analysehauses Energy Brainpool, die ursprünglich von der Clean Energy Partnership in Auftrag gegeben wurde, zeigt, dass der fortschreitende PV-Zubau die Strompreise bis 2025 um mehr als 3 Milliarden Euro jährlich senken könnte. Jüngere Analysen bestätigen diesen Trend und beziffern die Einsparungen allein für das Jahr 2024 bereits auf rund 6,1 Milliarden Euro. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Strombeschaffungskosten und entlastet damit alle Stromverbraucher.
Die Grundlage für diesen Effekt liegt im sogenannten Merit-Order-Prinzip an der Strombörse. Solarstrom wird nahezu ohne variable Kosten erzeugt und verdrängt daher an sonnigen Tagen teurere fossile Kraftwerke (wie Gas- oder Kohlekraftwerke) aus dem Markt. Da das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage benötigt wird, den Preis für alle bestimmt, sinkt der Börsenstrompreis insgesamt. Die Prognose für 2025 zeigt, dass die Solarstromerzeugung in Deutschland deutlich zulegen wird, was diesen preisdämpfenden Effekt weiter verstärken dürfte.
Konkrete Strompreis-Senkung durch Photovoltaik für Haushalte und Unternehmen
Die Studie betont, dass die Photovoltaik eine entscheidende Rolle bei der Senkung der Strompreise spielt. Ulf Sieberg, damals Direktor Energiepolitik beim Bundesverband Erneuerbare Energie, erklärte: „Je schneller der Ausbau der Photovoltaik stattfindet, desto stärker profitieren Unternehmen und Verbraucher von niedrigeren Strompreisen.“
Diese Aussage wird durch konkrete Zahlen untermauert:
* Private Haushalte: Ein durchschnittlicher Haushalt spart durch den solaren Anteil im Strommix jährlich zwischen 50 und 70 Euro, unabhängig davon, ob er eine eigene Anlage besitzt.
* Industrie: Ein Industriebetrieb mit einem Jahresverbrauch von 10 Gigawattstunden (GWh) kann seine Stromkosten um bis zu 180.000 Euro pro Jahr reduzieren.
Dieser Photovoltaik-Boom, der deutsche Haushalte erfasst hat, wird nicht nur durch staatliche Förderungen, sondern auch durch die sinkenden Anschaffungskosten angetrieben. Da die Preise für PV-Anlagen auch 2025 weiter fallen sollen, wird die Investition für Hausbesitzer zunehmend attraktiver.
Photovoltaik-Effekt: Günstigere Strompreise vor allem mittags
Der Energieexperte Tobias Kurth von Energy Brainpool erläutert den Mechanismus: „Photovoltaik-Anlagen produzieren Strom besonders in den Mittagsstunden, wenn der Stromverbrauch hoch ist. Dadurch können sie die Strompreise in dieser Zeitspanne besonders stark senken.“
Die Studie zeigt, dass die zusätzliche Einspeiseleistung in den Mittagsstunden durch den PV-Ausbau um bis zu 20 Gigawatt (GW) ansteigen könnte. Dies führt nicht nur zu niedrigeren Preisen, sondern stabilisiert auch das Stromnetz, indem teure Spitzenlastkraftwerke seltener benötigt werden. An besonders sonnigen Tagen kann dies sogar zu negativen Börsenstrompreisen führen – ein Vorteil für Verbraucher mit dynamischen Stromtarifen.
Auch Mieter können von diesem Trend profitieren und ihre Stromrechnung aktiv senken. Sogenannte Balkonkraftwerke ohne Speicher sind eine unkomplizierte Möglichkeit, eigenen Solarstrom zu erzeugen und direkt im Haushalt zu verbrauchen. Für eine noch höhere Unabhängigkeit gibt es mittlerweile auch Balkonkraftwerke mit Speicher.
Photovoltaik: Langfristige Perspektiven für Wirtschaftlichkeit und stabile Strompreise in Deutschland
Langfristig hat die Photovoltaik das Potenzial, die Strompreise in Deutschland nachhaltig zu stabilisieren und den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix entscheidend zu erhöhen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Ziele der Energiewende zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.
Für Hausbesitzer ist die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage im Jahr 2025 so hoch wie nie zuvor. Die Kombination aus fallenden Anschaffungskosten und steigenden Strompreisen vom Versorger verkürzt die Amortisationszeit. Eine Sensitivitätsanalyse zum Strompreis zeigt, dass die Rendite einer eigenen Anlage bei steigenden Netzstrompreisen überproportional wächst. Um den Eigenverbrauch des günstigen Solarstroms zu maximieren, sind PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets die optimale Lösung.
Zusammenfassend zeigt sich, dass der Ausbau der Photovoltaik eine Schlüsselrolle für eine bezahlbare und saubere Energieversorgung spielt und sowohl für die deutsche Wirtschaft als auch für die Verbraucher von erheblichem Vorteil ist.







