Nürnberg forciert die Energiewende: Mit einer umfassenden Solaroffensive will die Stadt den Ausbau von Photovoltaikanlagen im gesamten Stadtgebiet signifikant beschleunigen. Das zentrale Ziel der Initiative ist es, die Nutzung erneuerbarer Energien zu maximieren und die Stadt nachhaltig und klimafreundlicher zu gestalten.
Solaroffensive Nürnberg: Ausbau der Solarenergie im Stadtgebiet
Im Rahmen eines Pressegesprächs gaben Oberbürgermeister Marcus König, Bürgermeister Christian Vogel und Umweltreferentin Britta Walthelm die Details der Nürnberger Solaroffensive bekannt. Die Initiative zielt darauf ab, eine breite Beteiligung von Bürgern, Unternehmen und städtischen Einrichtungen zu mobilisieren, um die lokale Stromerzeugung aus Sonnenenergie massiv zu steigern.
Die Stadt hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2035 soll die installierte Photovoltaik-Leistung von derzeit rund 50 Megawatt (MW) auf 500 MW verzehnfacht werden. Eine solche Leistung könnte rechnerisch den Jahresstrombedarf von weit über 100.000 Haushalten decken. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen insbesondere die Dachflächen städtischer Liegenschaften konsequent für die Solarenergiegewinnung erschlossen werden. Diese Strategie ist Teil eines bundesweiten Trends, bei dem Kommunen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der nationalen Klimaziele einnehmen.
Stadtverwaltung Nürnberg als Vorreiter der Solaroffensive
Um die Offensive glaubwürdig voranzutreiben, verpflichtet sich die Stadtverwaltung, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Auf den Dächern städtischer Gebäude sollen in den kommenden fünf Jahren Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von mindestens 20 MW installiert werden. Nach Abschluss dieser ersten Phase ist ein weiterer Ausbau um zehn Megawatt geplant.
Zahlreiche städtische Betriebe beteiligen sich an diesem Vorhaben. So wird die Stadtentwässerung Nürnberg auf ihren Betriebsgebäuden Anlagen mit einer Leistung von etwa 0,5 MW errichten. Auch die S-Immobiliengesellschaft der Sparkasse Nürnberg (SIMG) hat bereits Projekte mit einem Umfang von fünf Megawatt in der Vorbereitungsphase. Solche kommunalen Projekte nutzen das erhebliche, oft ungenutzte Potenzial auf den Dächern von Schulen, Verwaltungsgebäuden und Betriebshöfen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen.
Solaroffensive Nürnberg: Förderprogramm für private PV-Anlagen
Ein zentraler Baustein der Solaroffensive ist die aktive Einbindung der Bürgerschaft. Um private Haushalte zur Installation eigener Solaranlagen zu motivieren, hat die Stadt Nürnberg ein Förderprogramm aufgelegt. Dieses Programm soll finanzielle Anreize schaffen und Bürger bei der Planung und Realisierung ihrer Projekte unterstützen. Detaillierte Informationen zu den Förderkonditionen sind auf der Webseite der Stadt verfügbar.
Umweltreferentin Britta Walthelm unterstrich die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung: „Wir müssen den Ausbau der Solarenergie in Nürnberg massiv vorantreiben. Dafür brauchen wir neben der Stadtverwaltung auch die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen.“
Für Hausbesitzer stehen dabei klassische Aufdachanlagen im Fokus, die oft als komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets angeboten werden, um den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms zu maximieren. Doch auch Mieter und Wohnungseigentümer können sich beteiligen, beispielsweise durch die Installation eines Balkonkraftwerks ohne Speicher zur Deckung der elektrischen Grundlast. Zunehmend beliebter werden auch Balkonkraftwerke mit Speicher, die den tagsüber erzeugten Strom für die Abendstunden verfügbar machen.
Solaroffensive Nürnberg: Beteiligung von Unternehmen und Stadtwerken
Die Nürnberger Wirtschaft ist ebenfalls ein entscheidender Akteur der Offensive. Die Stadt plant in Kooperation mit den Stadtwerken (N-ERGIE) und der wbg Nürnberg GmbH Immobilienunternehmen die Umsetzung weiterer Großprojekte. Die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) bereitet bereits die Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern ihrer Abstellhallen vor.
Ein wegweisendes Projekt wurde bereits von der wbg Nürnberg GmbH realisiert: Auf den Dächern der Wohnanlage in der Pommernstraße ist eine der größten Photovoltaikanlagen der Stadt mit einer Leistung von 0,5 MW entstanden. Diese Anlage versorgt die Bewohner direkt über ein sogenanntes Mieterstrommodell mit kostengünstigem und klimafreundlichem Solarstrom vom eigenen Dach. Dieses Modell zeigt, wie die Energiewende auch im Mietwohnungsbau erfolgreich umgesetzt werden kann.
Der Start der Solaroffensive markiert für Nürnberg einen entscheidenden Schritt in eine nachhaltige Zukunft. Der Erfolg des Vorhabens wird maßgeblich von der breiten Beteiligung aus allen Teilen der Stadtgesellschaft abhängen und könnte Nürnberg zu einer Vorreiterstadt für urbane Energiewende in Deutschland machen.







