Ab dem 1. Januar 2026 tritt in Nordrhein-Westfalen eine Photovoltaik-Pflicht bei umfassenden Dachsanierungen in Kraft. Die Neuregelung soll den Ausbau erneuerbarer Energien im Gebäudesektor maßgeblich beschleunigen und betrifft sowohl private als auch gewerbliche Immobilien.
Photovoltaik Pflicht NRW bei Dachsanierung ab 2026: Details
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat die Einführung einer Solarpflicht für Dachsanierungen beschlossen, die ab dem 1. Januar 2026 wirksam wird. Verankert wird diese Verpflichtung im Klimaschutzgesetz des Landes. Sie greift, sobald eine vollständige Erneuerung der Dachhaut eines Gebäudes ansteht. Betroffen sind sowohl Wohngebäude als auch Nichtwohngebäude, einschließlich gewerblicher und industrieller Bauten.
Konkret bedeutet dies, dass bei einer solchen Sanierung eine Photovoltaikanlage installiert werden muss, die mindestens 30 Prozent der nutzbaren Dachfläche abdeckt. Als Alternative zur Stromerzeugung ist auch die Installation einer Solarthermie-Anlage zur Wärmeerzeugung zulässig. Für die Umsetzung dieser Pflicht kommen in der Regel komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets infrage, die eine umfassende Lösung für den Eigenverbrauch und die Netzeinspeisung bieten.
Die Regelung sieht jedoch Ausnahmen vor. Sollten technische, rechtliche oder wirtschaftliche Gründe der Installation entgegenstehen, kann von der Pflicht abgesehen werden. Es ist zudem erwähnenswert, dass die Einführung gestaffelt erfolgt: Für Nichtwohngebäude, die sich in öffentlicher Hand befinden, gilt eine entsprechende Pflicht bereits seit dem 1. Juli 2024.
40 Millionen Euro Förderung für Photovoltaik in NRW
Um die finanzielle Belastung für die Eigentümer abzufedern und die Umsetzung der Solarpflicht zu erleichtern, hat die Landesregierung ein Förderprogramm mit einem Volumen von 40 Millionen Euro angekündigt. Dieses Programm soll die Planung und Installation der Solaranlagen finanziell unterstützen und somit die Akzeptanz und Investitionsbereitschaft in erneuerbare Energien erhöhen.
Die Landesregierung betrachtet die Solarpflicht als eine zentrale Maßnahme, um die Energiewende in NRW voranzutreiben und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) hob hervor, dass dieser Schritt notwendig sei, um den Photovoltaik-Ausbau im bevölkerungsreichsten Bundesland signifikant zu beschleunigen. Die Maßnahme sei ein lange erwarteter Schritt, um das große Potenzial der Dachflächen für die klimafreundliche Energieerzeugung zu nutzen.
Photovoltaik Pflicht NRW: Wichtiger Schritt zur Energiewende
Die Einführung der Solarpflicht bei Dachsanierungen schafft einen klaren rechtlichen Rahmen und sendet ein starkes Signal für den Klimaschutz. Sie stellt sicher, dass bei ohnehin anfallenden Baumaßnahmen das Potenzial für erneuerbare Energien konsequent genutzt wird. Dies trägt nicht nur zum Erreichen der Klimaziele bei, sondern stärkt auch die dezentrale Energieversorgung und kann die Stromkosten für die Gebäudenutzer langfristig senken.
Auch abseits dieser gesetzlichen Pflicht entscheiden sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger für die dezentrale Stromerzeugung. Besonders beliebt sind hierbei Balkonkraftwerke ohne Speicher für den einfachen Einstieg oder auch Balkonkraftwerke mit Speicher zur Maximierung des Eigenverbrauchs, die auch für Mieter eine attraktive Option darstellen.
Mit der Kombination aus gesetzlicher Verpflichtung und finanzieller Förderung schafft die Landesregierung von NRW einen starken Anreiz, die Nutzung von Solarenergie im privaten und gewerblichen Sektor auszubauen. Dieser Schritt unterstreicht das Engagement für eine nachhaltige und umweltfreundliche Energiepolitik, die die Energiewende im Land entscheidend voranbringen soll.







