NRW: Agri Photovoltaik-Anlage am FMO soll 2025 Realität werden

Agri Photovoltaik NRW: Größte Anlage am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) ab 2025

Ab 2025 wird am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) ein wegweisendes Projekt für die Energiewende in Nordrhein-Westfalen realisiert. Auf einer Fläche von rund 70 Hektar soll die größte Agri-Photovoltaik-Anlage des Bundeslandes entstehen. Mit einer geplanten Leistung von 33 Megawatt (MW) wird die Anlage nicht nur einen erheblichen Beitrag zur regionalen Stromversorgung leisten, sondern auch die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen weiterhin ermöglichen.

FMO Pilotprojekt: CO2-Reduzierung durch Agri-Photovoltaik und doppelte Landnutzung

Der Flughafen Münster/Osnabrück hat das ambitionierte Ziel, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu wirtschaften. Ein zentraler Baustein auf diesem Weg ist, wie der FMO in einer Pressemitteilung bekannt gab, die Errichtung dieser großflächigen Solaranlage. Das Besondere an diesem Vorhaben ist das Konzept der Agri-Photovoltaik (Agri-PV), das die gleichzeitige Nutzung von Flächen für die Landwirtschaft und die Erzeugung von Solarstrom vorsieht. Dieser Ansatz löst den Nutzungskonflikt um wertvolle Böden und schafft eine doppelte Wertschöpfung.

Agri-PV am FMO: Synergieeffekte von Solarenergie und Landwirtschaft

Das Projekt wird in Kooperation mit Trianel, einem Gemeinschaftsunternehmen von Stadtwerken, entwickelt. Dr. Rainer Schwarz, Geschäftsführer des FMO, hebt die positiven Effekte hervor: „Durch die Kombination von Solarenergie und Landwirtschaft werden Synergieeffekte geschaffen, die sowohl die Energieproduktion als auch die landwirtschaftliche Nutzung optimieren.“

Die Solarmodule werden auf einer speziellen Unterkonstruktion in einer Höhe von 2,50 bis 3 Metern montiert. Dies gewährleistet, dass landwirtschaftliche Maschinen die Flächen weiterhin bearbeiten können. Regionale Landwirte sollen die Areale bewirtschaften, wobei der Anbau von schattentoleranten Kulturen oder die Nutzung als Weideland für Vieh vorgesehen ist. Die Teilbeschattung durch die Module kann zudem Vorteile bringen, wie den Schutz der Pflanzen vor extremer Sonneneinstrahlung und Hagel sowie eine geringere Wasserverdunstung, was besonders in trockenen Sommern relevant ist.

Während Projekte dieser Größenordnung die Energiewende im Großen voranbringen, können auch Privatpersonen einen Beitrag leisten. Für Mieter bieten sich beispielsweise Balkonkraftwerke ohne Speicher an, um einen Teil des eigenen Strombedarfs zu decken. Wer mehr Autarkie anstrebt, kann auf Balkonkraftwerke mit Speicher zurückgreifen. Hausbesitzer können mit kompletten PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets eine weitreichendere Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz erreichen.

Agri Photovoltaik NRW 2025: Finanzierung und Realisierung am FMO

Die ursprünglichen Planungen für eine kleinere Anlage sahen Investitionskosten von rund 20 Millionen Euro vor. Mit der Erweiterung des Projekts auf 33 MW wird diese Summe entsprechend höher ausfallen. Die Finanzierung und der Bau werden vollständig von Trianel übernommen. Der Flughafen verpachtet die benötigten Flächen für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren an den Projektentwickler.

Der Baubeginn ist für Ende 2024 anvisiert, die Inbetriebnahme der Anlage soll Mitte 2025 erfolgen. Der überwiegende Teil des erzeugten Solarstroms wird in das öffentliche Netz eingespeist und trägt so zur regionalen Versorgung mit erneuerbarer Energie bei. Ein kleinerer Teil des Stroms soll direkt am Flughafen genutzt werden, um dessen Energiebedarf zu decken und die Betriebskosten zu senken.

Agri-Photovoltaik am FMO: Vorbild für nachhaltige Flächennutzung in NRW

Das Vorhaben am FMO ist mehr als nur ein Energieprojekt; es ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung der Klimaziele und zur Stärkung der regionalen Landwirtschaft. Es zeigt beispielhaft, wie die Energiewende gelingen kann, ohne landwirtschaftliche Flächen zu versiegeln. Die doppelte Nutzung des Bodens bietet eine nachhaltige Lösung, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist und als Vorbild für andere große Flächeneigentümer wie Flughäfen oder Industrieunternehmen in ganz Deutschland dienen kann.

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