Niedersachsen startet Solar-Großprojekt auf 500 öffentlichen Gebäuden
Das Land Niedersachsen treibt die Energiewende im öffentlichen Sektor mit einem umfassenden Projekt voran. Ein kürzlich geschlossener Rahmenvertrag mit dem Hamburger Unternehmen 1Komma5° sieht die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern von rund 500 landeseigenen Gebäuden vor. Mit einer Investitionssumme von 120 Millionen Euro soll primär der Eigenstrombedarf der Liegenschaften gedeckt und überschüssiger Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden.
1Komma5 Grad Photovoltaik für Niedersachsens öffentliche Gebäude: Details
Der Vertrag zwischen dem Land Niedersachsen und 1Komma5° markiert einen bedeutenden Schritt zur Erreichung der landeseigenen Klimaziele. Das Projekt umfasst eine Gesamtdachfläche von rund 555.000 Quadratmetern, die für die Erzeugung von Solarenergie genutzt werden soll.
Ein wesentlicher Aspekt des Vorhabens ist der ganzheitliche Ansatz. Neben den reinen Photovoltaik-Modulen werden auch Stromspeicher und intelligente Steuerungssysteme installiert. Diese Kombination ermöglicht es, den erzeugten Solarstrom optimal zu nutzen, den Eigenverbrauch zu maximieren und das öffentliche Stromnetz zu entlasten. Solche PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets sind mittlerweile auch im privaten Sektor zum Standard geworden, um eine höhere Unabhängigkeit vom Stromnetz zu erreichen. Das Projekt soll die Dekarbonisierung der Landesverwaltung vorantreiben und die Energieversorgungssicherheit erhöhen.
1Komma5 Grad: Pachtmodell für Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden in Niedersachsen
Das Geschäftsmodell sieht vor, dass 1Komma5° die vollständige Verantwortung für die Planung, Installation und den Betrieb der Photovoltaik-Anlagen übernimmt. Das Unternehmen wird die Dächer der öffentlichen Gebäude analysieren, die Anlagen errichten und diese über einen Zeitraum von 25 Jahren betreiben und warten. Nach Ablauf dieser Frist gehen die Anlagen in das Eigentum des Landes Niedersachsen über.
Axel Fietzek, Staatssekretär im niedersächsischen Finanzministerium, unterstrich die Wichtigkeit des Projekts als Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit. Initiativen wie diese sind besonders relevant, da der Ausbau von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden in Deutschland bisher hinter dem privaten Sektor zurückbleibt. Während der private Solarausbau boomt, stagniert der Anteil auf öffentlichen Dächern bundesweit. Das niedersächsische Projekt setzt hier ein klares Zeichen und unterstreicht die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand.
Energieeinsparung und CO2-Reduzierung durch Photovoltaik in Niedersachsen
Jannik Schmitz, Geschäftsführer von 1Komma5°, betonte die direkten Vorteile für die Gebäude. Die Anlagen werden den Strombedarf der Liegenschaften signifikant senken, was zu einem geringeren Energieverbrauch aus dem Netz und somit zu einer spürbaren Entlastung der Umwelt führt. Die Einspeisung von überschüssigem Grünstrom in das öffentliche Netz trägt zusätzlich zur Reduzierung der CO2-Emissionen in der gesamten Region bei.
Das Prinzip, den eigenen Energiebedarf zu decken und gleichzeitig zur Energiewende beizutragen, ist auch für Privatpersonen zugänglich. Während Hausbesitzer auf komplette Dachanlagen setzen, können Mieter und Wohnungseigentümer mit Balkonkraftwerken ohne Speicher oder zunehmend auch mit Balkonkraftwerken mit Speicher einen aktiven Beitrag leisten.
Der Zeitplan für das Projekt ist ambitioniert: Die Installation der ersten Anlagen ist noch für dieses Jahr geplant, die Fertigstellung aller Standorte soll bis 2025 erfolgen.
Niedersachsen als Vorreiter: Energiewende mit 1Komma5 Grad Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden
Das Photovoltaik-Projekt in Niedersachsen ist mehr als nur ein Infrastrukturvorhaben; es ist ein starkes Signal für die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren im Kampf gegen den Klimawandel. Durch die intelligente Nutzung vorhandener Dachflächen leistet das Land nicht nur einen Beitrag zur eigenen Energieversorgung, sondern auch zur Stabilität des gesamten Stromnetzes.
Mit einer Investition von 120 Millionen Euro positioniert sich Niedersachsen als aktiver Gestalter der Energiewende. Das Projekt dient als Beispiel dafür, wie erneuerbare Energien in großem Maßstab integriert werden können, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und ambitionierte Klimaziele zu erreichen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Es könnte als Blaupause für andere Bundesländer dienen, um das ungenutzte Potenzial auf öffentlichen Dächern zu erschließen.














