Neuhardenberg: Elektrolyseanlage für Brandenburgs klimaneutrale Mobilität

Elektrolyseanlage Brandenburg: Wasserstoff für klimaneutrale Mobilität

In Neuhardenberg, Brandenburg, ist die Errichtung einer Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff geplant. Das Projekt, entwickelt von der Energiequelle GmbH aus Zossen, zielt darauf ab, einen wesentlichen Beitrag zur klimaneutralen Mobilität in der Region zu leisten. Der für die Produktion benötigte Strom soll vollständig aus erneuerbaren Quellen stammen.

Die Anlage soll im Gewerbegebiet am Flugplatz Neuhardenberg entstehen. Dort wird mittels Elektrolyse Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Der für diesen energieintensiven Prozess erforderliche elektrische Strom wird von einem benachbarten Solarpark geliefert. Dieser grüne Wasserstoff, der ohne die Emission von Treibhausgasen erzeugt wird, kann anschließend in Brennstoffzellenfahrzeugen genutzt werden. Diese stoßen im Betrieb lediglich Wasserdampf aus.

Das Projekt umfasst nicht nur die Produktion, sondern auch die notwendige Infrastruktur für die Nutzung. Der erzeugte Wasserstoff wird vor Ort in Tanks gespeichert und an eine ebenfalls neu zu errichtende Wasserstofftankstelle abgegeben. Diese soll öffentlich zugänglich sein und die Betankung von Brennstoffzellen-Pkw, aber potenziell auch von Nutzfahrzeugen ermöglichen. Das Vorhaben in Neuhardenberg ist Teil einer breiteren Strategie des Landes Brandenburg, sich als führender Standort für Wasserstofftechnologien zu etablieren. Ähnliche Projekte, wie der von der Enertrag SE initiierte Bau einer Elektrolyse-Anlage in Dauerthal/Wensickendorf, unterstreichen das Engagement der Region für die Energiewende im Verkehrssektor.

Grüner Wasserstoff: Vorteile für die Verkehrswende in Brandenburg

Laut Lars Wollny von der Energiequelle GmbH stellt grüner Wasserstoff eine vielversprechende Lösung dar, um den Verkehrssektor zu dekarbonisieren. Insbesondere im Schwerlastverkehr, bei Bussen und im Schienenverkehr, wo batterieelektrische Antriebe an ihre Grenzen stoßen, könnte Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen.

Die Anlage in Neuhardenberg ist zunächst mit einer Elektrolyse-Leistung von zwei Megawatt (MW) geplant. Der Standort profitiert von der direkten Anbindung an einen der größten Solarparks Europas mit einer installierten Leistung von 145 MW. Die geplante Produktionskapazität liegt bei etwa 200 bis 250 Kilogramm Wasserstoff pro Tag. Diese Menge würde ausreichen, um täglich 20 bis 25 Pkw mit Brennstoffzelle vollständig zu betanken.

Die Energiequelle GmbH verfügt bereits über Erfahrung in diesem Bereich. Am Solarpark Zerbst in Sachsen-Anhalt betreibt das Unternehmen eine vergleichbare Wasserstofftankstelle, die bis zu 480 Kilogramm Wasserstoff täglich produzieren kann. Dort wird der Wasserstoff nicht nur als Kraftstoff bereitgestellt, sondern auch zur Rückverstromung und Wärmeerzeugung in Brennstoffzellen genutzt. Dieses Prinzip der Sektorenkopplung – die Verbindung von Stromerzeugung, Mobilität und Wärme – wird auch im Kleinen für Privathaushalte immer wichtiger. Während Großprojekte wie in Neuhardenberg die industrielle Skalierung vorantreiben, nutzen immer mehr Eigenheimbesitzer ähnliche Ansätze mit PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets, um ihre Energieunabhängigkeit zu erhöhen.

Wasserstoff als Schlüssel zur Energiespeicherung: Elektrolyseanlage im Fokus

Ein zentraler Vorteil von Wasserstoff liegt in seiner Fähigkeit, als chemischer Energiespeicher zu dienen. Er kann überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen aufnehmen und für eine spätere Nutzung speichern. Ein weiteres Pilotprojekt der Energiequelle GmbH in Murchin, Mecklenburg-Vorpommern, demonstriert dieses Potenzial. Dort wird überschüssiger Solarstrom ebenfalls über einen Zwei-Megawatt-Elektrolyseur in Wasserstoff umgewandelt und in einem Drucktank gespeichert. Bei Bedarf kann dieser Wasserstoff in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) wieder in Strom und Wärme umgewandelt werden.

Diese Technologie, bekannt als Power-to-Gas-to-Power, ist entscheidend für die Stabilität der Stromnetze bei einem hohen Anteil fluktuierender erneuerbarer Energien. Auch die Anlage in Neuhardenberg könnte so eine Doppelfunktion erfüllen: die Versorgung des Verkehrs mit klimaneutralem Kraftstoff und die Speicherung von Energie zur Netzstabilisierung in sonnenarmen Zeiten.

Die Umwandlung von Sonnenenergie in einen speicherbaren Energieträger ist ein Grundprinzip, das die Energiewende voranbringt. Auch für Mieter gibt es mittlerweile Möglichkeiten, daran teilzuhaben. Sogenannte Balkonkraftwerke ohne Speicher ermöglichen eine einfache Stromerzeugung für den Eigenbedarf. Für eine noch effizientere Nutzung des selbst erzeugten Stroms bieten sich Balkonkraftwerke mit Speicher an, die überschüssige Energie für die Abendstunden oder sonnenarme Tage speichern. Projekte wie in Neuhardenberg sind somit nicht nur für die regionale Mobilität, sondern auch als Vorbild für dezentrale und integrierte Energiesysteme der Zukunft von großer Bedeutung.

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