Agri-PV Park Schönefeld: Enerparc nimmt 42-MWp-Anlage in Brandenburg in Betrieb
Das auf Solarenergie spezialisierte Unternehmen Enerparc hat in Schönefeld, Brandenburg, einen Agri-Photovoltaik-Park mit einer installierten Nennleistung von 42 Megawatt-Peak (MWp) errichtet und in Betrieb genommen. Das Projekt ist das erste dieser Art für Enerparc in Brandenburg und verbindet die Erzeugung von Solarstrom mit landwirtschaftlicher Flächennutzung. Seit Juli 2024 beliefert die Anlage den nahegelegenen Flughafen Berlin Brandenburg (BER) mit grünem Strom.
Die Anlage soll jährlich rund 59 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren. Diese Energiemenge wird im Rahmen eines langfristigen Stromabnahmevertrags, eines sogenannten Power Purchase Agreements (PPA), über eine Laufzeit von 20 Jahren an den Flughafen geliefert. Solche Verträge bieten beiden Seiten Planungssicherheit: dem Abnehmer durch stabile Energiepreise und dem Betreiber durch garantierte Einnahmen. Die gesamte Photovoltaikanlage wurde von Enerparc entwickelt und in einer Bauzeit von nur sechs Monaten fertiggestellt. Der Standort Schönefeld entwickelt sich damit zu einem wichtigen Zentrum für innovative Energiekonzepte, wie auch der geplante Bau eines weiteren Agri-PV-Parks in Schönefeld zeigt.
Bifaziale Solarmodule für effiziente Stromerzeugung im Agri-PV Park Schönefeld
Für den Agri-PV-Park in Schönefeld kommen bifaziale Solarmodule zum Einsatz, die eine beidseitige Stromerzeugung ermöglichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Modulen wandeln sie nicht nur das direkt auf die Vorderseite treffende Sonnenlicht in Energie um, sondern nutzen auch das vom Boden reflektierte Licht auf ihrer Rückseite. Dieser als Albedo-Effekt bekannte physikalische Grundsatz steigert den Gesamtertrag der Anlage signifikant.
Die Module sind auf einer speziellen Unterkonstruktion in Reihen montiert, die eine Höhe von 4,10 Metern aufweist. Diese erhöhte Bauweise ist entscheidend für das Agri-PV-Konzept, da sie die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der darunterliegenden Flächen erlaubt. Gleichzeitig sorgt der Abstand zum Boden für eine optimale Lichtreflexion auf die Modulrückseiten. Die Technologie der bifazialen Solarmodule ist ein Beispiel für den stetigen Fortschritt in der Photovoltaik, der eine immer effizientere Nutzung von Flächen ermöglicht.
Landwirtschaftliche Nutzung und Stromerzeugung unter Solarmodulen im Agri-PV Park
Das Konzept der Agri-Photovoltaik zielt darauf ab, den Flächenkonflikt zwischen Landwirtschaft und Energieerzeugung zu lösen. Der Park in Schönefeld ist so konzipiert, dass eine vielfältige landwirtschaftliche Doppelnutzung möglich ist. Unter den Modulen können sowohl Nutz- als auch Futterpflanzen angebaut werden, ebenso ist die Weidehaltung von Tieren möglich.
Die Konstruktion mit einer Modulhöhe von 4,10 Metern und einem Reihenabstand von 8 Metern stellt sicher, dass ausreichend Platz für den Einsatz gängiger landwirtschaftlicher Maschinen zur Verfügung steht. Neben der reinen Flächeneffizienz bietet die Überdachung durch die Solarmodule weitere Vorteile: Sie kann die Kulturen vor extremen Wetterereignissen wie Hagel oder Starkregen schützen, die Verdunstung von Wasser aus dem Boden reduzieren und den Tieren Schatten spenden.
Agri-PV Park Schönefeld als Schlüssel zur Energiewende in Brandenburg
Der Agri-PV-Park in Schönefeld ist ein wichtiges Beispiel dafür, wie die Energiewende in Deutschland unter Berücksichtigung anderer Flächenansprüche gestaltet werden kann. Er demonstriert, dass die Erzeugung erneuerbarer Energien und die Nahrungsmittelproduktion nicht in Konkurrenz zueinander stehen müssen, sondern sich synergetisch ergänzen können.
Solche innovativen Lösungen sind entscheidend, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Das wachsende Interesse an der Agri-Photovoltaik zeigt sich auch in anderen Bundesländern. So gibt es beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern neue Förderungen für Agri-PV-Anlagen, und Energiekonzerne wie Vattenfall haben dort bereits große Agri-PV-Parks eröffnet.
Während Großprojekte wie in Schönefeld die Grundlage der Energiewende bilden, gewinnt auch der Beitrag von Privatpersonen an Bedeutung. Hausbesitzer können mit PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets ihre Energieunabhängigkeit erhöhen. Für Mieter und Wohnungseigentümer bieten sich zudem einfach zu installierende Balkonkraftwerke ohne Speicher an, die mittlerweile auch als Balkonkraftwerke mit Speicher erhältlich sind und so eine dezentrale Energiewende für jeden ermöglichen.







