Neanderthal Museum erhält Deutschen Solarpreis 2025 für Solar-Fassade
Das Neanderthal Museum in Mettmann wurde für seine vorbildliche Integration von Solartechnologie in die Gebäudearchitektur mit dem Deutschen Solarpreis 2025 ausgezeichnet. Die Ehrung in der Kategorie „Solare Architektur und Stadtentwicklung“ würdigt die neu installierte Photovoltaik-Fassade, die Denkmalschutz und nachhaltige Energiegewinnung auf innovative Weise verbindet.
Photovoltaik-Fassade: Innovative Energiequelle für das Museum
Im Zuge einer umfassenden Sanierung wurde die markante Glasfassade des Museums zu einem aktiven Kraftwerk umgestaltet. An der Süd-, Ost- und Westseite des Gebäudes sind bauteilintegrierte Photovoltaikmodule (BIPV) installiert worden. Konkret enthalten 248 der insgesamt 735 Glasfassadenelemente unsichtbar integrierte Solarzellen.
Diese Anlage erzeugt jährlich rund 30.000 Kilowattstunden Strom, was ausreicht, um etwa 30 Prozent des gesamten Strombedarfs des Museums zu decken. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie auch architektonisch anspruchsvolle Bestandsgebäude energetisch modernisiert werden können, ohne ihre ästhetische Identität zu verlieren. Für Hausbesitzer in Deutschland liefert dies ein wichtiges Signal: Die Integration von Solartechnik ist nicht nur auf dem Dach, sondern auch in der Fassade möglich und stellt eine zunehmend wichtige Option dar, um den eigenen Haus und Lebensstil nachhaltiger zu gestalten.
Deutscher Solarpreis 2025: Auszeichnungen für zukunftsweisende Solarprojekte
Der Deutsche Solarpreis wird seit 1994 jährlich von der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (Eurosolar) an herausragende Projekte und Akteure im Bereich der erneuerbaren Energien verliehen. Die diesjährige Preisverleihung, organisiert von Eurosolar und NRW.Energy4Climate, fand im Techhub.K67 in Düsseldorf statt.
Neben dem Neanderthal Museum wurden weitere Pioniere der Energiewende ausgezeichnet. Aus der Region erhielt auch der Ladepark Kreuz Hilden einen Preis in der Kategorie „Transportsysteme“. In anderen Kategorien wurden in der Vergangenheit Projekte wie das umfassende Solarkonzept der Stadt Freiburg oder eine Groß-Solarthermieanlage der Stadtwerke Ulm prämiert, was die führende Rolle von Kommunen in Baden-Württemberg unterstreicht.
Ein weiteres ausgezeichnetes Beispiel, das die Vielseitigkeit moderner Solartechnik verdeutlicht, ist das mobile Photovoltaik-Modul „Pico“ der Sonnenrepublik GmbH aus Berlin. Solche flexiblen Module, die an Balkonen oder Fassaden angebracht werden können, zeigen, wie Photovoltaik im Alltag immer präsenter wird. Sie bieten auch Mietern eine einfache Möglichkeit, eigenen Solarstrom zu erzeugen, beispielsweise durch Balkonkraftwerke ohne Speicher oder zunehmend auch durch Varianten mit Speicher.
Nachhaltigkeit im Neanderthal Museum: Ein Teil der Museums-DNA
Das 1996 eröffnete Neanderthal Museum hat sich schon früh dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. Bereits 2006 erhielt es den „Museumspreis für Nachhaltigkeit“ der Europäischen Museumsakademie. Die Architektur des Gebäudes, entworfen von Professor Günter Zamp Kelp, Professor Julius Krauss und Arno Brandlhuber, führt die Besucher auf einem spiralförmigen Rundgang durch die Menschheitsgeschichte.
Die neue Photovoltaik-Fassade fügt sich nahtlos in dieses Konzept ein und erweitert die Mission des Museums um eine zukunftsweisende Komponente. Neben der Dauerausstellung zur Evolution des Menschen und der nahegelegenen Fundstelle des Neanderthalers wird das Gebäude selbst zum Exponat für gelebte Nachhaltigkeit.
Die Auszeichnung mit dem Deutschen Solarpreis 2025 bestätigt das Engagement des Museums und setzt ein starkes Zeichen. Es demonstriert, dass die Energiewende nicht nur in Neubauten, sondern auch durch die intelligente Nachrüstung von Bestandsgebäuden gelingen kann. Die Investition senkt nicht nur den CO2-Ausstoß und die Betriebskosten, sondern verbessert auch die Wirtschaftlichkeit des Museumsbetriebs nachhaltig. Damit dient es als Inspiration für öffentliche Träger und private Hausbesitzer, die über die Anschaffung eigener PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets nachdenken.














