Riesa, Sachsen – Auf dem Gelände des ehemaligen Kohlehandels in Riesa wurde eine innovative Methode zur Pflege einer neu errichteten Solaranlage eingeführt. Statt auf herkömmliche Rasenmäher setzen die Stadtwerke Riesa auf tierische Unterstützung: Eine Herde Schafe und Ziegen hält die Vegetation auf der rund 20 Hektar großen Fläche kurz und leistet damit einen Beitrag zur nachhaltigen Bewirtschaftung.
Schafe unter Solarmodulen: Rasenpflege in Riesa, Sachsen
Auf dem Areal des Solarparks Riesa IV an der Rostocker Straße sind seit kurzem 40 Schafe und 25 Ziegen für die Landschaftspflege zuständig. Die Anlage, die seit März 2024 in Betrieb ist, wird von den Stadtwerken Riesa betrieben. Die Tiere weiden zwischen den Solarmodulreihen und stellen eine umweltfreundliche sowie kosteneffiziente Alternative zum maschinellen Mähen dar.
Der Einsatz von Maschinen wäre auf dem schwer zugänglichen Gelände und zwischen den fest installierten Modulen aufwendig und teuer. Die Tiere lösen dieses Problem auf natürliche Weise, indem sie das Gras kurz halten, ohne die technische Infrastruktur zu beschädigen. Dieses Vorgehen ist ein zentraler Bestandteil des nachhaltigen Betriebskonzepts der Anlage.
Nachhaltige Solarpflege mit Schafen in Riesa: Ökologischer Mehrwert
Die Stadtwerke Riesa haben sich bewusst für diese Form der Grünflächenpflege entschieden, die weit über reinen Pragmatismus hinausgeht. Die Tierherde stammt vom regionalen Schäfer Robert Hoffmann, für den die Kooperation eine wertvolle Weidefläche sichert.
Das Konzept der Solar-Beweidung fördert zudem die Biodiversität. Auf dem Gelände war bereits vor dem Bau der Anlage eine Population der geschützten Zauneidechse heimisch. Durch die extensive Beweidung wird deren Lebensraum erhalten und gepflegt, da die Tiere die Flächen offen halten. Diese Symbiose aus moderner Energiegewinnung und traditioneller Landwirtschaft zeigt, wie die Energiewende und der Naturschutz erfolgreich miteinander verbunden werden können.
Solaranlage Riesa: Versorgung von Tausenden Haushalten
Der Solarpark Riesa IV ist ein wichtiger Baustein für die regionale Energiewende. Mit einer Spitzenleistung von 15,5 Megawatt (MWp) kann die Anlage rechnerisch rund 3.200 Haushalte mit klimafreundlichem Strom versorgen. Projekte wie dieses sind entscheidend für die Stabilität des nationalen Stromnetzes.
Das Prinzip der dezentralen und sauberen Energieerzeugung lässt sich jedoch auch im privaten Bereich umsetzen. Während Großanlagen die Grundversorgung sichern, können Hausbesitzer mit eigenen PV-Anlagen inklusive Speicher und Montagesets einen wichtigen Schritt in Richtung Energieautarkie machen.
Beweidung in Sachsen: Ziegen und Schafe als starkes Team unter Solarmodulen
Die Kombination aus Schafen und Ziegen erweist sich als besonders effektiv. Während die Schafe vornehmlich Gräser fressen, kümmern sich die Ziegen auch um robustere Vegetation wie Sträucher und Büsche. Dies verhindert zuverlässig, dass die Solarmodule durch aufkommenden Wildwuchs verschattet werden, was die Effizienz der Stromproduktion beeinträchtigen würde.
Diese durchdachte Pflege sichert den reibungslosen Betrieb und den maximalen Energieertrag. Auch für Mieter und Wohnungseigentümer gibt es mittlerweile einfache Möglichkeiten, sich an der Energiewende zu beteiligen. Sogenannte Balkonkraftwerke ohne Speicher bieten einen unkomplizierten Einstieg, während Balkonkraftwerke mit Speicher es ermöglichen, den selbst erzeugten Strom auch nach Sonnenuntergang zu nutzen. Das Projekt in Riesa dient somit als Vorbild, das zeigt, wie ökologische und ökonomische Ziele im Einklang erreicht werden können.







