Feralpi Stahl Riesa setzt auf Solarstrom: Neues Projekt in Sachsen

Feralpi Stahl Riesa: Partnerschaft für erneuerbare Energien in Sachsen

Der Stahlproduzent Feralpi Stahl und der Projektentwickler Juwi haben eine weitreichende Kooperation vereinbart, um die Nutzung von regional erzeugtem Solar- und Windstrom für das Stahlwerk in Riesa, Sachsen, zu prüfen. Diese strategische Partnerschaft zielt darauf ab, die Nachhaltigkeit der Stahlproduktion signifikant zu erhöhen und die CO2-Emissionen im Einklang mit den Klimazielen zu reduzieren. Das Stahlwerk Riesa, das seit 1994 produziert und rund 850 Mitarbeiter beschäftigt, gehört zur deutschen Feralpi-Gruppe, einem Tochterunternehmen der italienischen Feralpi Group.

Das Werk in Riesa ist einer der wichtigsten Produktionsstandorte der Feralpi Group, die im Jahr 2023 einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro erzielte. Durch die Juwi und Feralpi: Solar-Stahl Kooperation in Sachsen geplant könnte der Standort zu einem Vorreiter für die Dekarbonisierung in der energieintensiven Industrie und zu einem der größten industriellen Eigenverbraucher von Ökostrom in Deutschland werden.

Potenzialanalyse für Solarstrom und Windenergie bei Feralpi Stahl in Riesa

Im Rahmen einer unterzeichneten Absichtserklärung haben Feralpi Stahl und Juwi eine umfassende Machbarkeitsstudie vereinbart. Diese wird nicht nur das Potenzial von Solarstrom, sondern auch von Windenergie für die Stahlproduktion in Riesa evaluieren. Konkret werden zwei nahegelegene Windparks mit insgesamt elf Anlagen geprüft, die jeweils rund 20 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen könnten.

Zusätzlich wird die Errichtung von großflächigen Photovoltaik-Anlagen untersucht. Ein zentrales Vorhaben ist die Entwicklung einer Anlage mit bis zu 100 Megawatt Leistung auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts in Canitz, was Riesas Weg zum grünen Stahl mit einer neuen Solar-Offensive maßgeblich vorantreiben würde. Ziel ist es, einen möglichst hohen Anteil des erzeugten Stroms direkt im Werk zu nutzen. Dieser sogenannte Eigenverbrauch ist ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. Wer sich für die technischen Hintergründe interessiert, findet im Beitrag Das ABC des Solarstroms : Wichtige PV-Begriffe erklärt weiterführende Informationen.

Integration von Solarstrom in die Stahlproduktion: Feralpi Stahl und die Vision „Grüner Stahl“

Ein zentraler Bestandteil der Partnerschaft ist die nahtlose Integration des erneuerbaren Stroms in die hochkomplexen Produktionsprozesse des Stahlwerks. Die Nutzung von Wind- und Solarenergie soll den Energiebedarf decken, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und die Energiekosten langfristig stabilisieren. Sofern die Wirtschaftlichkeit gegeben ist, prüft Feralpi Stahl auch eine direkte finanzielle Beteiligung an den Energieprojekten. Die ersten Anlagen sollen bis 2029 ans Netz gehen.

Wenn die Machbarkeitsstudie positive Ergebnisse liefert, wird das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Vision leisten, grünen Stahl aus Sachsen dank Solar-Power zu produzieren. Während Projekte dieser Größenordnung der Industrie vorbehalten sind, ist das Prinzip der dezentralen Energieerzeugung auch für Privatpersonen zugänglich. Hausbesitzer können mit kompletten PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets einen hohen Grad an Autarkie erreichen, während Mieter mit Balkonkraftwerken ohne Speicher oder Modellen mit Speicher ebenfalls aktiv an der Energiewende teilhaben können.

Feralpi Stahl: Europas führender Stahlproduzent setzt auf Solarstrom aus Sachsen

Feralpi Stahl ist Teil der Feralpi Group, einem der führenden Produzenten von Baustahl in Europa. Die Gruppe ist in mehreren europäischen Ländern aktiv und hat sich einer nachhaltigen Produktion verpflichtet. Die Umstellung auf erneuerbare Energien am Standort Riesa ist ein entscheidender Schritt, um die eigene Umweltbilanz zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt durch eine CO2-arme Produktion zu stärken.

Juwi: Projektentwickler für erneuerbare Energien und Partner von Feralpi Stahl Riesa

Juwi ist einer der erfahrensten deutschen Projektentwickler für erneuerbare Energien und betreibt von seinem sächsischen Büro in Brandis aus seit 2011 die Planung von Wind- und Solarparks in der Region. Die Zusammenarbeit mit Feralpi Stahl unterstreicht das Engagement des Unternehmens, maßgeschneiderte Energielösungen für die Industrie zu entwickeln und die regionale Wertschöpfung zu fördern. Bei der Planung von Solarparks werden auch innovative Konzepte für die Flächennutzung berücksichtigt, wie ein anderes Projekt in Riesa zeigt, bei dem Öko-Helfer in Sachsen in Form von Schafen die naturnahe Pflege von Photovoltaik-Anlagen übernehmen.

Die Partnerschaft zwischen Feralpi Stahl und Juwi ist somit ein wegweisendes Projekt für die Energiewende in der deutschen Industrie. Die Kombination aus Wind- und Solarenergie zur Versorgung eines Stahlwerks könnte ein Modell für andere energieintensive Branchen werden und die Zukunft der nachhaltigen Produktion in Deutschland maßgeblich mitgestalten.

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