Eon Studie: Intelligente PV-Steuerung bringt Netzentlastung und spart Milliarden

Eon Studie: Intelligente PV Steuerung senkt Kosten und entlastet Netze

Eine aktuelle Studie eines führenden Energieversorgers belegt, dass eine intelligente Steuerung von Photovoltaik-Anlagen (PV) die Stabilität der Stromnetze in Deutschland bis 2030 erheblich verbessern kann. Durch eine optimierte, automatisierte Steuerung ließe sich der notwendige Netzausbau signifikant reduzieren und Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Die Analyse zeigt, dass durch die smarte Vernetzung von PV-Anlagen mit Speichern, Wärmepumpen und Elektroautos das Stromnetz um mehr als drei Terawattstunden (TWh) jährlich entlastet werden könnte – das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 1,4 Millionen Haushalten.

Netzentlastung durch intelligente Steuerung im Verteilnetzbereich

Die Studie macht deutlich, dass der intelligente Einsatz von Steuerungslösungen vor allem in den Verteilnetzen, also den Nieder- und Mittelspannungsnetzen, den Bedarf an neuem Netzausbau erheblich senken kann. Eine gezielte Steuerung könnte hier den Ausbaubedarf bis 2030 um insgesamt 19 Prozent verringern, was einer Kosteneinsparung von rund 2 Milliarden Euro entspricht.

Besonders wirksam sind diese Maßnahmen im Niederspannungsnetz, an das die meisten privaten Hausdachanlagen angeschlossen sind. Hier könnte der Netzausbau sogar um 43 Prozent gesenkt werden. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung der dezentralen Energieerzeugung, bei der das öffentliche Stromnetz erheblich entlastet werden kann. Hausbesitzer, die auf komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets setzen, tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei, da sie überschüssigen Solarstrom speichern und bei Bedarf nutzen, anstatt das Netz zu belasten. Auch Mieter können mit Balkonkraftwerken ohne Speicher einen Beitrag zur dezentralen Erzeugung leisten. Im Mittelspannungsnetz liegt das Einsparpotenzial durch smarte Steuerung immerhin noch bei 12 Prozent.

Netzsteuerung auf der Hochspannungsebene für mehr Netzentlastung

Auf der Hochspannungsebene, an die größere Solarparks und Windkraftanlagen angeschlossen sind, könnten Steuerungslösungen einen noch größeren Effekt haben. Die Studie verweist hier auf die VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4141-2, die als technischer Standard die sichere und effiziente Einbindung von Erneuerbare-Energien-Anlagen ins Netz regelt.

Durch den konsequenten Einsatz solcher standardisierter Steuerungssysteme ließe sich der Netzausbau in diesem Bereich um bis zu 62 Prozent reduzieren. Das Einsparpotenzial wird hier auf 3,1 Milliarden Euro beziffert.

Automatisierte Netzsteuerung: 5 Milliarden Euro Einsparpotenzial durch intelligente PV Steuerung

Um das volle Potenzial auszuschöpfen, empfiehlt die Studie die flächendeckende Einführung einer automatischen Steuerung für dezentrale Erzeugungsanlagen. Ein solches System würde die Leistung der Anlagen in Echtzeit an die verfügbaren Netzkapazitäten anpassen. Dies geschieht durch die intelligente Vernetzung von PV-Anlagen mit Verbrauchern wie Wärmepumpen oder Elektroautos sowie mit Speichersystemen. So wird der lokal erzeugte Strom bestmöglich vor Ort genutzt. Selbst Balkonkraftwerke mit Speicher können in Zukunft Teil eines solchen intelligenten Systems werden.

Insgesamt könnte eine solche Automatisierung den Netzausbaubedarf um 37 Prozent senken und damit bis 2030 Kosten von rund 5 Milliarden Euro einsparen. Diese Lösungen tragen nicht nur zur Kostensenkung bei, sondern erhöhen auch die allgemeine Netzstabilität und beschleunigen so den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung.

Notwendige Investitionen in Digitalisierung und Netzausbau für intelligente PV Steuerung

Um die intelligente Steuerung zu ermöglichen, sind erhebliche Investitionen in die Digitalisierung und Modernisierung der Stromnetze erforderlich. Führende Netzbetreiber haben bereits angekündigt, in den kommenden Jahren Milliardensummen in diese Bereiche zu investieren.

Diese Investitionen sind entscheidend, um die Herausforderungen der Energiewende zu bewältigen. Die Digitalisierung erlaubt eine effizientere Überwachung und Steuerung der Netze in Echtzeit. Konkrete Maßnahmen umfassen beispielsweise den Ausbau von Hoch- und Höchstspannungsleitungen, um die veränderten Stromflüsse durch die dezentrale Einspeisung zu bewältigen und Engpässe zu vermeiden. Nur so kann das volle Potenzial der erneuerbaren Energien gehoben und die Integration in das Gesamtsystem erfolgreich gestaltet werden.

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